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Landkreis Augsburg

03.12.2020

Sie sind Mutmacher im Landkreis Augsburg während des Corona-Lockdowns

Manuela Heeres vom Schwabmünchner Fitnessstudio Spieker (vorne links) gibt Outdoortraining im Luitpoldpark in Schwabmünchen.
Bild: Andreas Herres

Plus Corona schränkt viele ein. Ein Pfarrer, Sportler, eine Tanzlehrerin und eine Schwester erzählen, was ihnen im zweiten Lockdown Hoffnung und Zuversicht gibt.

Corona bremst das öffentliche Leben aus. Trotzdem gibt es einiges, das Hoffnung macht. Was treibt Sportler, einen Pfarrer, eine Tanzlehrerin und eine Schwester an? Diese Tipps haben sie für die Zeit daheim.

Zehnkämpfer Roman Jocher aus Königsbrunn.
Bild: Norbert Staub

Für den Zehnkämpfer Roman Jocher aus Königsbrunn ist die schwierige Corona-Zeit ein Neuanfang. Er ist zum Studieren nach Ulm gezogen und vom TSV Königsbrunn zum SSV Ulm gewechselt. „Ich bin nicht mehr in meinem Alltagstrott, alles was ich mache ist neu.“ Das sei ein Vorteil, weil man dadurch nicht in Einsamkeit verfalle. „Ich erfahre immer noch jeden Tag Neues, auch wenn ich nur für mich selbst bin.“ Jocher muss sich erstmals selbst bekochen und lernt neue Aktivitäten kennen. Er sieht auch neue Perspektiven: Im Onlinestudium sieht er die Möglichkeit, die Digitalisierung an den Universitäten voranzubringen, weil die Infrastruktur verbessert wird und die Lehrkräfte auf digitaler Ebene dazulernen. In der besinnlichen Vorweihnachtszeit sei die Familie wichtig, gerade weil es momentan schwieriger sei, Freunde zu treffen.

Rituale spenden Hoffnung und Zuversicht

Tanzlehrerin Tanja Kuschill aus Königsbrunn.
Bild: Hagen Beeger

„Nächstenliebe ist das Wichtigste“, sagt Tanja Kuschill. Sie leitet ein Tanzstudio in Königsbrunn und bietet während des Lockdowns Online-Kurse für Kinder und Erwachsene an. Damit will sie auch Depressionen vorbeugen: „Man muss trotzdem positiv denken, es wird irgendwann vorbei sein.“ Zeit mit der Familie und Bewegung seien wichtig, um die Stimmung zu heben, genauso wie der Versuch, die Normalität so gut es geht zu erhalten.

Das gelte auch im Umgang mit Kindern: „Sie müssen sehen, dass es weitergeht. Das Schlimmste wäre, nur zu Hause zu sitzen und gar nichts mehr zu machen.“ Das könne bei Eltern und bei Kindern zu Depressionen führen, sagt sie und nennt eine Lösung: „Die Eltern sollen ihren Kindern weiter ermöglichen, die Online-Angebote von Tanzschulen, Sportvereinen und Fitnessstudios anzunehmen." Das gelte auch für Erwachsene: „Die Leute werden aggressiver, man braucht ein Gegenmittel, zum Beispiel, sich körperlich auszulassen beim Sport.“ Auch positive Rituale, wie morgens in den Spiegel zu schauen und dankbar für etwas zu sein, seien wichtig. „Das müssen wir uns in dieser schwierigen Zeit vornehmen, damit wir auch nach Corona alle miteinander leben können.“

Schwester Regina aus Oberschönenfeld.
Bild: Rudolf Baier

Ein Ritual gibt Schwester Regina aus der Zisterzienserinnenabtei Oberschönenfeld Kraft: das Gebet. „Ich kann dann meine Sorgen an Gott abgeben. Danach geht es wieder leichter, und ich bin gelassener“, sagt die Klosterschwester. Sie denkt dann an einen ganz bestimmten Psalm, der besagt: „Wirf deine Anliegen auf den Herrn.“ Und für sich selbst ergänzt sie gerne noch den Reim: „Dann bleiben dir die Runzeln fern.“ Gerade den jungen Menschen, die im Moment keinen Ausweg sehen, möchte Schwester Regina Mut zusprechen: „Trotz allem wird im Leben noch so viel Gutes und Schönes kommen“, sagt sie.

Bewegung an der frischen Luft tut gut

Viele Menschen schöpften Hoffnung und Grundvertrauen aus dem Glauben, sagt der Bobinger Pfarrer Thomas Rauch. Die Abendmessen sind deshalb bewusst meditativ, ruhig und besinnlich gestaltet. Das gebe vielen Geborgenheit und Hoffnung, sagt Rauch. Eine noch größere Rolle als in den vergangenen Jahren spiele der Adventskranz: „Gerade momentan ist es wichtig, jeden Tag die Kerze anzuzünden“, sagt Rauch und empfiehlt es als Ritual. So spüre man auch zu Hause die Geborgenheit im Glauben und das Licht der Hoffnung. Kontakt zu anderen zu halten, sei auch sehr wichtig, sagt Rauch. Genauso wie Zeit an der frischen Luft. Er gehe jeden Tag nach draußen, um für sich selbst den Rosenkranz zu beten.

Pfarrer Thomas Rauch aus Bobingen und Fitnesstrainer Winfried Spieker aus Schwabmünchen.
Bild: Pfarrei Bobingen, Winfried Spieker

Bewegung an der frischen Luft empfiehlt auch Fitnesstrainer Winfried Spieker. Sein Fitnessstudio in Schwabmünchen bietet Onlinekurse und Outdoortraining im Luitpoldpark an. Er empfiehlt Ungewöhnliches: Zum Beispiel das Haus ein wenig zu renovieren, oder Gesellschaftsspiele mit der Familie zu spielen. Auch wer alleine lebt, könne sich mit einem Freund zum Spieleabend verabreden. „Wenn man zu zweit Mau-Mau spielt, hat man schon etwas zu lachen.“ Wichtig sei, sich auf das zu freuen, was noch kommt. „Die Motivation ist, dass man ein Ziel vor Augen hat.“

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