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Königsbrunn

21.10.2020

TikTok-Workshop in Königsbrunn: So tanzen Profis

Die TikTokerin Emma Kant (im Bild vorne) hat in der Willi-Oppenländer-Halle in Königsbrunn einen TikTok-Workshop gegeben.
Bild: Justin Lautenbach

Plus Tanzlehrerin Emma Kant hat 160.000 Follower beim sozialen Netzwerk TikTok. In Köngisbrunn stellt sie Kindern Choreografien vor, möchte aber auch sensibilisieren.

"Fünf, sechs, sieben, acht. Und zack, zack, boom und love." Was sich anhört wie eine kryptische Nachricht, sind die Tanzinstruktionen der TikTokerin Emma Kant. Emma Kant ist 16 Jahre alt, unterrichtet an einer Berliner Tanzschule HipHop und hat 160.000 Follower bei der App TikTok. Hier teilt sie Tanzvideos von sich. Wie das funktioniert hat sie in Königsbrunn bei einem TikTok-Tanzworkshop für Kinder und Eltern in Zusammenarbeit mit der Tanzgalerie Kuschill gezeigt.

In der Willi-Oppenländer-Halle steht Emma Kant vor rund 20 Kindern und fünf Eltern, die zum TikTok-Workshop gekommen sind. TikTok ist ein soziales Netzwerk, auf dem selbst gedrehte Handyvideos veröffentlicht werden können. Die chinesische Plattform ist bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. Die jüngste Teilnehmerin des Kurses besucht noch die Vorschule, trotzdem haben fast alle Kinder schon vor dem Workshop einen Account gehabt. Und teilen auch schon fleißig ihre Schritte: Etwa einmal im Monat würden sie Tanzvideos von sich online teilen, erzählen die Kursteilnehmer. Beliebt seien vor allem fertige Choreografien, die nachgemacht würden, sagen sie. Kant stellte einige Tänze vor, die sie mit den Teilnehmern einstudierte.

Tanzen fördert Kreativität und ist gesund

TikTok benutze sie schon seit einigen Jahren, sagt Kant: "Wenn man Erfolg mit der App hat und viele Leute die eigenen Videos schauen, hat man auch automatisch mehr Spaß daran." Ihren Lebensunterhalt verdiene sie nicht mit der App: "Mit TikTok verdiene ich gar kein Geld, eher mit Instagram. Ich mache TikTok nur für mich und für die Leute, die meine Videos interessieren. Ich bin außerdem Tanzlehrerin an der D!´s Dance School in Berlin." Hier unterrichtet Kant HipHop und bietet TikTok-Workshops an.

Kant sagt, dass die App auch für jüngere Kinder geeignet ist: "Auf TikTok haben die Kinder Vorbilder und können kreativ sein. Sie können dort eigene Tänze entwickeln." Trotzdem möchte sie an die Eltern appellieren: "Das Tanzen soll den Usern Spaß machen. Ich möchte den Eltern und Kindern aber als Tipp mitgeben, dass sie aufpassen sollen, was sie teilen. Das Internet vergisst nicht."

Auch Tanja Kuschill ist von der App überzeugt: "Solange die Kinder nur Tanzvideos veröffentlichen und die Eltern aufpassen, was geteilt wird, finde ich das in Ordnung. Daher habe ich die Eltern zum Mitmachen eingeladen. Dann können sie sehen, was TikTok ist." Ihr gefalle es, dass die Kinder durch die App motiviert werden, zu tanzen, sagt sie: "Dann bewegen sie sich, das ist gut." Viele ihrer Schüler seien TikTok-Fans, sagt die Tanzlehrerin: "Deswegen habe ich Emma gefragt, ob sie hier einen Kurs anbieten kann. Wir möchten die Kinder sensibilisieren und ihnen zeigen, was hinter der App steckt."

Königsbrunner Eltern sind von TikTok begeistert, aber passen trotzdem auf

Manu und Bianca Massoumi haben sich mit ihren beiden Töchtern zum Kurs angemeldet. Die Jüngere ist fünf, die Ältere zehn Jahre alt. Vater Manu lobt die App: "Die Kinder beschäftigen sich zusammen mit TikTok. Sie sind beim Tanzen sehr kreativ. Die zwei können Choreografien, die ich mir nicht merken kann." Auch Bianca Massoumi findet die App gut: "Beim Tanzen bewegen sich die beiden viel und Bewegung ist gesund". Sie seien heute als Familie beim Workshop dabei, um einen schönen Tag zu verbringen, fügt sie an.

Tanja Kuschill (vorne links) tanzt mit den Eltern und Kindern in der Willi-Oppenländer-Halle.
Bild: Justin Lautenbach

Mutter Julia nimmt mit ihrer achtjährigen Tochter Melina am Kurs teil. Die Grundschülerin ist vom Kurs begeistert: "Mir macht TikTok Spaß. Ich tanze gerne und finde es toll, dass wir heute alle zusammen hier sind." Zu Hause würden Mutter und Tochter zusammen Tanzvideos aufnehmen, aber nicht veröffentlichen sagt die Mutter: "Es macht Spaß, zusammen zu tanzen. Wir zeigen die Videos dann nur der Familie. Ich finde es nicht gut, wenn Kinder alleine online unterwegs sind. Ich achte immer darauf, was Milena im Internet macht. Wenn sie Fotos teilen möchte, muss sie mir das immer zuerst zeigen."

Die Königsbrunner Kinder sind beim Tanzkurs voll dabei

Warum überhaupt einen TikTok-Workshop anbieten? Das soziale Netzwerk bleibe wohl auch in Zukunft die führende Social-Media-Plattform, antwortet Kant: "Gerade wegen Corona haben sich viele Leute die App heruntergeladen. Jetzt ist TikTok gerade im Trend. Ich denke, das wird erstmal so bleiben." Für sie ist der Tanzkurs auf jeden Fall ein voller Erfolg: "Die Kinder haben hier viel Spaß. Auch die Eltern machen motiviert mit. Das finde ich sehr cool." Wie zur Bestätigung klatschen die Kinder und rufen "Ja bitte", als Kant fragt, ob sie die Tanzschritte jetzt mit Musik ausprobieren wollen. Zum ausgewählten Lied ertönen wieder die Anweisungen der Tanzlehrerin: "Fünf, sechs, sieben, acht. Und zack, zack, boom und love."

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