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Königsbrunn

22.01.2020

Trockenheit betrifft nicht nur die Brand-Gebiete

Die Buschfeuer in Australien haben ganze Landstriche zerstört.
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Die Buschfeuer in Australien haben ganze Landstriche zerstört.
Foto: Bai Xuefei (dpa)

Die Königsbrunnerin Silvia Bunk lebt im australischen Brisbane, außerhalb der Feuer-Zone. Deren Ursache spürt sie auch. Und den Zusammenhalt der Australier.

Die Menschen in Australien atmen auf: Nach wochenlangen Buschbränden haben teilweise heftige Regenfälle viele Feuer gelöscht – und teilweise Überschwemmungen ausgelöst. Die Königsbrunnerin Silvia Bunk lebt seit knapp sieben Jahren an der australischen Ostküste und arbeitet als Bioanalytikerin in der Forschung. Ihr Wohnort Brisbane liegt zwar nördlich der betroffenen Gebiete, die Anteilnahme ist aber in allen Landesteilen groß.

Denn auch wenn sie nicht direkt betroffen sind, haben viele Australier Familie und Bekannte, die die Auswirkungen am eigenen Leib spüren mussten. Während Silvia Bunk in sicherer Entfernung zu den Brandgebieten lebt, hat die 33-Jährige einige Bekannte, die ihre Häuser verlassen mussten, weil die Flammen immer näher rückten. Doch auch diese hatten Glück: „Alle konnten bereits nach wenigen Tagen wieder zu einem unversehrten Haus zurückkehren.“

Die üblichen Sommergewitter gibt es nur noch sporadisch

Die Ursachen der Katastrophe sind zudem vielerorts zu spüren. Denn wie die Brandregion leiden auch weitere Landesteile unter einer anhaltenden Trockenheit. Normalerweise liege Brisbane in einer subtropischen Klimazone mit trockenen Wintern und feucht-warmen Sommern, erklärt Silvia Bunk: Das bedeutet, dass im Sommer normalerweise abendliche Gewitterstürme und starke Regenfälle häufig vorkommen. Leider war das bereits über mehrere Sommer nicht mehr oder nur sporadisch der Fall.“ Das mache sich vor allem im Landesinneren bemerkbar: Viele Orte haben die Wassernutzung eingeschränkt, für eine komplette Kleinstadt musste sogar Trinkwasser mit Lastwagen herangekarrt werden. Daher waren die Niederschläge nicht nur in den Feuer-Gebieten hoch willkommen, selbst wenn es in manchen Regionen Überschwemmungen gab, sagt Silvia Bunk.

Die Australier sind in der Krise noch mehr zusammengerückt. Viele Menschen hätten sich engagiert: Es wurden Unterkünfte organisiert für Mitbürger, die vor den Feuern fliehen mussten, in allen Medienkanälen wurden Spendenaufrufe für verletzte Wildtiere und zur Unterstützung der Feuerwehrleute verbreitet. Zudem waren die medialen Kanäle voll mit Berichten über Schicksale von Menschen, die von den Bränden betroffen waren.

Australier fahren Wasserski im Schlamm

Die allgemeine Betroffenheit ist nun erst einmal der Erleichterung gewichen. Durch die Regenfälle bestimmten endlich wieder positive Schlagzeilen die Zeitungen und TV-Nachrichten, sagt Silvia Bunk: „Außerdem wurden mehrere Berichte gezeigt von Farmern im Landesinneren, die im Regen tanzten, Wasserski durch den Schlamm fuhren oder deren Kleinkinder zum ersten Mal in ihrem Leben Regen sahen.

Auf einer Hand liegen Golfballgroße Hagelkörner, die bei einem schweren Hagelsturm vor dem Parlamentsgebäude niedergegangen sind.
Foto: Mick Tsikas/AAP/dpa

Die Bilder von Menschen, die den Regen feiern, dürften aber bald wieder den Diskussionen weichen, die es gab, als die Brände noch wüteten, vermutet Silvia Bunk: „Die akute Lage hat Themen wie Umweltpolitik auf jeden Fall stärker in den Vordergrund gebracht und dafür gesorgt, dass diese gesellschaftlich vermehrt diskutiert werden.“ Dem Premierminister wurde vorgeworfen, dass er trotz der Feuer seinen Weihnachtsurlaub antrat und, dass lange gezögert wurde, bis Unterstützung von Feuerwehrleuten aus dem Ausland, zum Beispiel aus dem US-Bundesstaat Kalifornien angenommen wurde. Diskutiert wird zudem über die Möglichkeit, durch gezieltes Abbrennen des Unterholzes die Gefahr, weiterer Brandkatastrophen zu minimieren – eine Idee, die wissenschaftlich sehr umstritten ist.

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