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Untermeitingen
09.10.2020

Wie in Untermeitingen nachhaltige Masken hergestellt werden

Firmenchef Karl-Heinz Ostermeier mit einer der transparenten Masken der Firma Faist Systeme aus Untermeitingen.
Foto: Carmen Janzen

Zwei Lechfelder Firmen haben einen umweltfreundlichen Mund-Nasenschutz entwickelt. Die Kunststoffmaske soll länger halten und beim Sprechen nicht beschlagen.

Masken sind seit der Corona-Pandemie aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sie sind Pflicht in Bus und Bahn sowie in zahlreichen Innenräumen. Doch Einwegmasken sind ein Wegwerfprodukt und belasten die Umwelt. Schätzungen zufolge verursachen sie rund 500.000 Tonnen mehr Müll pro Jahr in Deutschland.

Stoffmasken haben da schon eine bessere Umweltbilanz, allerdings verdecken auch sie nahezu jede Mimik eines Gesichts. Gerade aber für Kleinkinder ist die Mimik wichtig, betonen Experten immer wieder. Eine Alternative sind Kunststoffmasken, doch die beschlagen oft beim Sprechen oder sind mit einem Stirnbügel umständlich zu befestigen.

Zwei Lechfelder Firmen wollten das ändern und haben an einer Lösung gearbeitet. Der Ergebnis ist eine transparente Maske, die sich wie eine Brille aufsetzen lässt und durch einen halbwegs unauffälligen Nasenbügel hält.

Die Kunststoffmaske aus Untermeitingen beschlägt beim Sprechen nicht

Hergestellt hat sie die Untermeitinger Firma Faist Systeme, die sonst unter anderem in der Metallverarbeitung und im Spritzguss tätig ist. In Zusammenarbeit mit dem Untermeitinger Unternehmen Global Prefer AG, das Nano-Beschichtungen entwickelt, ist eine durchsichtige Kunststoffmaske entstanden, die beim Sprechen nicht beschlägt und etwa ein Jahr lang halten soll. "Der Umweltgedanke steht bei dieser Maske ziemlich weit vorne", sagt Firmenchef Karl-Heinz Ostermeier.

Demnach könne das Polycarbonat wiederverwertet werden und der Karton der Verpackung besteht aus recyceltem Papier. Durch eine Wölbung im Polycarbonat weicht die Atemluft zudem hauptsächlich nach unten aus und verteilt sich nicht so stark wie bei anderen Modellen.

Wie Ostermeier erklärt, gibt es momentan nur eine Ausführung der "Ingenia Mask". Bald soll aber auch eine Kleinere für Kinder oder für Personen mit schmalem Gesicht folgen, ebenso eine mit weitem Ausschnitt unter den Augen, für Leute, die eine große Sonnenbrille tragen.

Firma hat Desinfektionsspray für Stoffmasken entwickelt

Ostermeier weiß, dass nicht alle Menschen auf Kunststoffmasken umsteigen werden. Doch die Stoffmasken hält er für unhygienisch, wenn sie nicht täglich gewaschen werden. "Viele Leute ziehen die Stoffmasken tagelang an und stecken sie zwischendurch noch in die Hosentasche." Keime könnten sich dann darin ablagern und eingeatmet werden.

Auch dagegen wollte der Firmenchef aus Untermeitingen Abhilfe schaffen. Deshalb hat er ein Desinfektionsspray für Stoffmasken entwickelt. "Zwei bis drei Tage lang kann sich dann kein Keim in der Maske halten", sagt Ostermeier.

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