1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Verlässliche Partner auf dem letzten Lebensabschnitt

Königsbrunn

11.10.2017

Verlässliche Partner auf dem letzten Lebensabschnitt

Der Hospizverein Christrose kooperiert noch enger mit den Königsbrunner Altenpflege-Einrichtungen: (von links) Holger Renpenning (Awo-Heimleiter), Christrose-Vorsitzende Dr. Sigrid Pforr, Susanne Jonas (Leiter St. Hedwig) und Maria Ederer (Altenpflege Ederer).
Bild: Adrian Bauer

Die Sterbebegleiter vom Hospizverein Christrose sind wichtige Helfer für Angehörige und Pfleger von Todkranken. Wie diese Arbeit aussieht, ist jetzt vertraglich geregelt.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Hospizverein Christrose und den Altenpflegeeinrichtungen in Königsbrunn besteht seit 2004. Der Verein stellt ehrenamtliche Helfer, die alte Menschen auf deren letztem Weg begleiten und damit auch die professionellen Pflegekräfte und die Familien unterstützen. Nun haben der Verein und die Betriebe ihre Zusammenarbeit mit einem Kooperationsvertrag untermauert. Denn von der Arbeit der Sterbebegleiter sollen auch in Zukunft viele Menschen profitieren.

30 ehrenamtliche Helfer stehen dem Verein derzeit zur Verfügung. Sie besuchen Menschen, die im Sterben liegen, nehmen sich Zeit für Gespräche, hören zu, lesen vor, spenden manchmal auch Trost. Der Verein arbeitet mit den Pflegeheim St. Hedwig und dem der Arbeiterwohlfahrt zusammen, sowie mit dem Pflegedienst Ederer, der Menschen zuhause betreut. „In Absprache mit den Kollegen in Augsburg sind wir aushilfsweise auch im Haus Wetterstein in Haunstetten tätig“, sagt Dr. Sigrid Pforr, die Vorsitzende von Christrose.

Ehrenamtler nehmen den Pflegern eine Sorge

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Für die professionellen Pflegekräfte bieten die Besuche eine Entlastung im Arbeitsalltag, sagt Holger Repenning, der Leiter des Awo-Heims: „Viele Mitarbeiter möchten sich gerade für Menschen Zeit nehmen, die im Sterben liegen. Andererseits müssten sie diese Zeit bei anderen Bewohnern abzwacken.“ So wüssten sie die alten Menschen in guten Händen. Bei Senioren, die zuhause gepflegt werden, bedeute der Besuch auch eine Pause für die Angehörigen, sagt Maria Ederer.

Die Begleiter bauen oft eine sehr persönliche Beziehung zu den Menschen auf: „Über manche Dinge spricht man leichter mit einem Außenstehenden als mit einem Angehörigen“, sagt Sigrid Pforr. Diese Nähe macht die Sterbebegleiter oftmals auch zu einem wertvollen Ratgeber für die Pfleger – zum Beispiel, wenn es um die Entscheidung geht, einen Menschen mit Maschinen am Leben zu erhalten, sagt Holger Repenning, der Leiter des Awo-Heims. Wenn der Betroffene sich nicht mehr äußern kann und keine Patientenverfügung vorliegt, müssen die Heime nach dem richtigen Weg suchen. Dabei können auch Angehörige oder Freunde des Bewohners mit am Tisch sitzen, damit man gemeinsam herausfindet, welche Vorgehensweise sich der Betroffene gewünscht hätte.

Begleiter vertreten auch die Position des Betroffenen

Die Begleiter sollen in verschiedenen Fragen die Position ihres Schützlings vertreten. „Manchmal gibt es Streit in den Familien. Die Begleiter sollen nicht gezielt Partei ergreifen, sondern als neutrale Instanz versuchen, die Interessen des Betroffenen zu vertreten“, sagt Sigrid Pforr. Auf ihre Aufgabe werden die Begleiter gut vorbereitet: Über sechs bis neun Monate gibt es regelmäßig Schulungen, Praktika und Gespräche. Wird eine Begleitung von den Familien angefragt, vermitteln Koordinatorinnen des Vereins einen passenden Helfer.

Damit dies auch in Zukunft so bleibt, haben Verein und Pflegebetriebe nun den Kooperationsvertrag geschlossen. Darin sind Standards für die Zusammenarbeit festgeschrieben, die die Qualität des Dienstes sichern sollen. So soll sichergestellt sein, dass die Zusammenarbeit auch klappt, wenn die handelnden Personen einmal andere sind.

Mehr Informationen zum Verein

www.christrose.info

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
IMG_3614_(2).JPG
Klosterlechfeld

Schneider: „Der Verlust der Klosterapotheke tut weh.“

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden