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Reihe

16.11.2011

Von Glanz und Gloria

König Ludwig II. baute seine Schlösser in die Abgeschiedenheit, nicht um zu repräsentieren.
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König Ludwig II. baute seine Schlösser in die Abgeschiedenheit, nicht um zu repräsentieren.
Bild: Archivfoto: Ralf Lienert

„Histörchen im Schloss“ beschäftigt sich mit der Faszination Monarchie

Bobingen Als der Journalist Werner Reif vor nunmehr fünf Jahren mit „Histörchen im Schloss“ startete, war nicht absehbar, dass sich die in Kooperation mit dem Kulturamt veranstaltete Reihe zum Dauerläufer mit Stammpublikum entwickeln würde. „Monarchie-Gelüste“ war der Titel der neuesten Ausgabe.

Dabei wurde die Frage untersucht, warum Glanz und Glamour des Adels im Allgemeinen für die Menschen noch immer so faszinierend sind. Man schoss sich aber schnell auf Ludwig II ein. Wohl bedingt durch die Texte des Amerikaners Robert Peter, aus denen Reinhold Lenski las.

Peter hatte sich auf die Spuren des Märchenkönigs begeben und versucht, sich lyrisch in dessen Person einzufühlen. Mit Dr. Stefan Lindl vom Lehrstuhl für Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte der Universität Augsburg hatte Werner Reif einen profunden Kenner des Monarchen eingeladen. Lindl hatte auch an der Gestaltung der Landesausstellung „Götterdämmerung. König Ludwig II.“ mitgewirkt.

Von Glanz und Gloria

Auf anschauliche Weise verstand er darzustellen, dass Ludwig II. sowohl mit seiner Baumanie als auch mit dem von ihm bevorzugten historisierenden, eklektizistischen Baustil durchaus im Trend seiner Zeit lag. „Von dieser Art gibt es etwa 500 Bauten allein in Europa“, sagte er und zeigte Beispiele von den Schlössern Miramar und Schwerin bis hin zu Rathausbauten in der Region.

„Für die Mächtigen ist Architektur ein Mittel der Unterscheidung, des sich Abhebens.“ In diesem Punkt unterschied sich der Bayernkönig von den anderen Bauherren. Denn er baute seine Schlösser in die Abgeschiedenheit, nicht um zu repräsentieren. Zwischen den Teilnehmern entspann sich eine angeregte Diskussion, in deren Verlauf Dr. Lindl auch einige Fehleinschätzungen Ludwigs II. korrigierte: Er habe als König durchaus regiert und Entscheidungen getroffen – bis weit in die 1880er-Jahre. Seine Verrücktheit bestand darin, dass er nicht repräsentierte. Offenbar wollte das Volk doch den König in seinem Glanz sehen. Auch die Auffassung, dass er mit seiner Bauwut den Staat fast in die Insolvenz getrieben habe, korrigierte Lindl. Der König hat seine Bauten aus seiner Privatschatulle bezahlt. Aber als ihm das Geld ausging, wollte er Anleihen aufnehmen.

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