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Raubtiere

08.06.2011

Walliser bringt seine Tiger in die Region

Dompteur Christian Walliser mit seinen Tigern.
Bild: Marcus Merk

Nachdem sein Engagement beim Zirkus Barelli platzte, will Walliser nun mit einer eigenen Tigershow in seiner Heimatregion Geld verdienen.

Schwabmünchen Seit gestern ist der Tigerdompteur Christian Walliser mit seinen elf Tigern in Schwabmünchen. Bis 26. Juni gastiert der 30-Jährige mit seinen Tieren auf einem Gelände des Autohauses Schäfer im Gewerbegebiet Nord. Nachdem sein Engagement beim Zirkus Barelli platzte, will Walliser nun mit einer eigenen Tigershow in seiner Heimatregion Geld verdienen.

Hinter Christian Walliser und seinem Lebenspartner Jan Walliser liegen nervenaufreibende Tage. Seit Mitte März hatte der Dompteur ein Engagement beim Zirkus Barelli. Das ganze Jahr wollte er mit dem Zirkus auf Tour gehen. Doch nach drei Tourstationen war in Nürnberg erst einmal Schluss. Der Zirkustraum endete am 26. Mai mit einer Razzia. Die Staatsanwaltschaft wirft Barelli Menschenhandel vor. „Dieser Tag war eine Katastrophe“, erzählt Jan Walliser, der Manager und Lebenspartner von Christian Walliser.

Während der Zirkus Barelli gestern auf seiner Internetseite verkündete, ab Ende Juni seine Deutschland-Tournee fortsetzen zu wollen, entschied sich der Tigerdompteur, mit einer eigenen Show seinen eigenen Weg zu gehen (siehe Info). Der Grund ist das Geld. Nach Aussage der Wallisers schuldet Barelli ihnen noch 6500 Euro für Gage und Futter. Geld, dass das Paar dringend brauchen könnte.

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Seit Walliser wegen des Tigerangriffs im Dezember 2009 mehrere Monate nicht auftreten konnte, haben sich rund 20000 Euro Schulden angehäuft. Schulden, die die beiden unbedingt loswerden wollen. Deshalb packten sich vorgestern ihre Sachen und fuhren mit ihren elf Tiger und acht Hunden nach Schwabmünchen. Unter den elf Tigern sind auch die drei, die Christian Walliser angegriffen und lebensbedrohlich verletzt hatten. „Ein bisschen zieht und zupft es manchmal noch. Aber eigentlich geht es mir gut. Ich kann wieder alles selber machen.“

Autohaus Schäfer stellt kostenlos Gelände zur Verfügung

Nach dem Aus bei Barelli war für ihn schnell klar, dass er sein Glück nun in seiner Heimat versuchen möchte. „Mehr Unterstützung wie hier kriegen wir nirgends.“ Durch Vermittlung von Freunden kann er bis Ende Juni auf einem Gelände des Autohauses Schäfer bleiben. „Wenn ich helfen kann, tue ich dem Mann eben einen Gefallen“, sagt Geschäftsführer Peter Schäfer. Bis auf eine Kaution für das Grundstück müssen die Wallisers sonst nichts bezahlen. Strom und Wasser bekommen sie vom benachbarten Renault-Autohaus.

Eine Anfrage der beiden für ein Grundstück der Stadt Schwabmünchen blieb erfolglos. „Wir haben keinen Platz zur Verfügung“, sagt Wilhelm Haupeltshofer, der stellvertretende Ordnungsamtsleiter. Dass Walliser nun doch in der Stadt ist, erfuhr das Amt erst aus unserer Zeitung. Obwohl die Tiger auf einem privaten Gelände untergebracht sind, will das Amt in den nächsten Tagen nach dem Rechten sehen. „Das sind gefährliche Tiere. Da müssen wir nachsehen, ob alle Auflagen erfüllt werden.“

Die Wallisers haben dafür Verständnis. „Es kann jeder kommen. Wir haben nichts zu verstecken.“ Das zuständige Veterinäramt hätten sie bereits über die Ankunft informiert. Außer den drei Raubtierwagen haben die beiden für die bis zu 300 Kilogramm schweren Tiger ein rund 300 Quadratmeter großes Freigehege aufgebaut. Das vier Meter hohe Stahlgehege sei erst 2010 von einem Sicherheitsstatiker geprüft worden, betont Jan Walliser.

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