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Königsbrunn

26.10.2020

Warum Grüngut abliefern in Königsbrunn so teuer ist

Für diesen Anhänger mit Gartenabfällen müssen in Königsbrunn 25 Euro bezahlt werden. In Bobingen kostet die Entsorgung nur neun Euro.
Bild: Elmar Knöchel

Plus Immer wieder ärgern sich Kunden über hohe Preise, die sie zahlen müssen, um in Königsbrunn ihre Gartenabfälle loszuwerden. Wie Stadt und Firma die Preise erklären.

Ein eigener Garten ist eine tolle Sache. Spätestens während der Corona-Ausgangsbeschränkungen im Frühjahr waren viele dankbar, ein eigenes Refugium vor der Haustüre zu haben. Doch jeder schöne Garten macht auch viel Arbeit: Das Laub muss beseitigt, Hecken und sonstige Stauden geschnitten werden. Viele bringen ihre Abfälle zur Grüngutannahmestelle. Doch in Königsbrunn ärgern sich viele Gartler, wie viel sie die Abgabe ihres Schnittguts kostet. Stadt und Betreiberfirma haben Erklärungen, warum die Preise so sind, wie sie sind, und welche Rolle Altverträge und Müllgebühren bei der Preisgestaltung spielen.

Dass man für die Entsorgung des Grüngutes an der Abgabestelle bezahlen muss, daran hat man sich gewöhnt. Obwohl die braune Tonne kostenlos entleert wird. Doch manchmal, wenn eine Grenze überschritten wird, regt sich Widerstand. So scheint es nun die Königsbrunner Grüngut-Entsorgung betreffend zu sein. Stolze 22,30 Euro werden dort aufgerufen um einen Kubikmeter Gartenabfall zu entsorgen. Ein mittlerer, handelsüblicher Anhänger kann da schon ausreichen.

Kunden machen ihrem Ärger über die Königsbrunner Preise online Luft

Im Internet häufen sich daher die negativen Kommentare. „Preise sind eine absolute Unverschämtheit“ lautet der Kommentar eines Users. Ein anderer schreibt: „Habe mein Grüngut wieder mitgenommen“. Auch bei der Stadtverwaltung in Königsbrunn gab es Beschwerden. Deshalb sah man sich veranlasst, im April im Mitteilungsblatt der Stadt eine Information zu veröffentlichen.

Daraus geht hervor, dass nach acht Jahren zum 1. Januar 2020 die Leistung neu ausgeschrieben wurde. Unter mehreren Bewerbern sei der bisherige Betreiber, die Firma Käßmeyer aus dem Allgäu, der günstigste Anbieter gewesen und habe deshalb den Zuschlag erhalten. Die Preiserhöhung wird damit begründet, dass durch Änderungen in der Düngemittelverordnung der Absatz von Kompost verringert worden sei. Es ist von verkürzten Ausbringzeiten und verringerten Stickstoff-Einträgen die Rede.

Die Preiserhöhung an der Königsbrunner Grüngutannahmestelle ärgert viele Kunden.
Bild: Elmar Knöchel

Ausgelaufene EEG-Förderung und Transportkosten treiben Preise in die Höhe

Der holzige Abfall (dieser macht nach Angaben des Betreibers einen großen Teil der angelieferten Menge aus) werde an Kraftwerke zur Verbrennung geliefert. Da die EEG-Förderungen (Erneuerbare-Energien-Gesetz) bereits abgelaufen sind oder in nächster Zeit ablaufen werden, wird dort nichts mehr für die Anlieferung bezahlt. Im Gegenzug müssten sogar Gebühren durch den Anlieferer entrichtet werden. Zudem seien die Mautkosten gestiegen. Das mache den Transport teurer.

Auf Nachfrage erklärt die Firma Käßmeyer aber, dass die Preisgestaltung auch ein Ergebnis aus den Verhandlungen mit der zuständigen Kommune darstellt. Hierbei fließen verschiedene Variablen mit ein: Größenordnung, Art der zu erwartenden Abfälle, sowie die Gegebenheiten vor Ort spielten eine Rolle. Ein wesentliches Kriterium sei auch die Abfallsatzung der einzelnen Gemeinden, die sich mehr oder weniger an den Kosten beteiligten. So hätten Gemeinden mit niedrigeren Grüngutgebühren oft höhere Müllgebühren und würden sich dann an den Kosten beteiligen. Hierbei gibt es laut Entsorger Käßmeyer eine Vielzahl an unterschiedlichen Modellen.

Im südlichen Landkreis Augsburg gelten noch viele Altverträge

Ein weiteres, preisrelevantes Kriterium seien die Personalkosten. Längere Öffnungszeiten und mehr Personaleinsatz vor Ort würden sich direkt auf den Preis auswirken. Im Moment sei die Preisgestaltung im südlichen Landkreis Augsburg allerdings besonders unübersichtlich, da viele Gemeinden noch alte Verträge hätten. Generell sei auch dort, nach Auslaufen der Altverträge, mit Preissteigerungen zu rechnen. Soweit die Begründung für die deutliche Preiserhöhung in der Königsbrunner Annahmestelle.

Bitter ist diese Preiserhöhung auch für die Bürger aus der Nachbarstadt Bobingen. Denn dort hatte man im Jahr 2017 die eigene Grüngutstelle geschlossen und eine Kooperation mit Königsbrunn vereinbart. Bobinger sollen seitdem dort ihre Gartenabfälle entsorgen und kommen nun auch in den „Genuss“ der gestiegenen Gebühren.

Für Bobinger Bürger gibt es noch zwei günstigere Alternativen

Allerdings gibt es in Bobingen, was noch nicht allen bekannt ist, eine Ausweichmöglichkeit. Denn die Stadt hat nur die Annahmestelle am Kieswerk in Bobingen geschlossen. Die Stellen in Reinhartshausen und Waldberg sind weiterhin geöffnet. Als Bobinger darf man auch dort entsorgen. Auf Nachfrage erklärte Stadtwerkechef Bernhard Langert, dass man in Bobingen noch nach dem alten Tarif abrechne. So werden für den Kubikmeter Grünabfall nur acht Euro fällig. Im benachbarten Augsburg übrigens, können Augsburger Bürger ihren Abfall im Wertstoffhof am Unteren Talweg in Haunstetten kostenlos entsorgen.

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