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Landfrauentag

31.01.2019

Warum man aus dem Alltagstrott ausbrechen sollte

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Der Landfrauenchor umrahmte den Landfrauentag in Schwabmünchen musikalisch.

Referent Sebastian Mayr ermuntert die Besucher des Landfrauentags in Schwabmünchen, für Veränderungen offen zu sein. Welche Tipps er gibt.

Einfach einmal ein wenig Zeit aus dem Alltag herausnehmen und sich auf sich selbst besinnen: Dazu rief beim Landfrauentag in der Schwabmünchner Stadthalle nicht nur Kreisbäuerin Andrea Mayr aus Großaitingen auf. Auch Vortragsredner Sebastian Mayr, der über das Thema „Alltagsroutine – ist das noch ein Leben?“ referierte, rief zum Ausbruch aus dem Alltagstrott auf.

„Routine oder Alltagstrott kann zu Unzufriedenheit führen, wenn wir immer nur dasselbe machen“, so Mayr. „Ein lieb gewordenes Muster wird dann durch die Gewohnheit zur Plage und wir fühlen uns schlecht und können sogar davon krank werden.“ Vieles laufe hierzu im Unterbewusstsein ab, und mit diesem könne man in Kontakt treten und an einer Verbesserung der Situation arbeiten. „Der wichtigste Satz, den wir uns immer wieder deutlich machen müssen, lautet: Leben ist Veränderung!“, erklärte Sebastian Mayr. „Auch wenn unser Gehirn lieber beim selben Muster bleiben möchte – wir müssen uns verändern, anpassen.“ Es sei wichtig zu lernen, dass etwas genauso funktionieren können, auch wenn es anders gemacht wird. Am schlimmsten sei die Aussage: Das haben wir immer schon so gemacht, das machen wir weiter so, meinte Mayr. „Wenn wir mit unserem Unterbewusstsein gut zusammenarbeiten, können wir uns Veränderungen leichter stellen“, empfahl der Sohn der Kreisbäuerin, der kurzfristig als Vortragsredner eingesprungen war.

Träume und Ziele verwirklichen

Für die anwesenden über dreihundert Bäuerinnen und Landfrauen aus dem südlichen Landkreis Augsburg hatte er einige Tipps, wie man sein Unterbewusstsein trainieren und vorbereiten kann. Und beim vorgestellten Biss in die saure Zitrone lief dann beim Probeexperiment gleich vielen im Saal das Wasser im Mund zusammen. Am Ende seines Vortrags ermutigte Sebastian Mayr alle, ihre Träume und Ziele zu verwirklichen.

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Die kleine Andacht, mit der der Landfrauentag begonnen hatte und bei der die Organisatoren zur Besinnung auf sich selbst und den eigenen Weg aufriefen, hatte gleich zu Beginn die richtigen Impulse gegeben und so stand der Nachmittag ganz im Zeichen der Selbstbestimmung. „Ich bin ich und das ist gut so“, erklärte Kreisbäuerin Andrea Mayr und fragte dann statt einem Grußwort ihre Ehrengäste Landrat Martin Sailer, Schwabmünchens Bürgermeister Lorenz Müller und die schwäbische Bezirksbäuerin Christiane Ade nach ihrer Vorstellung vom Alltag einer Bäuerin. Nachdem man sich auf der Bühne darauf geeinigt hatte, das Ganze nicht idyllisch verklärt zu betrachten, stellte Landrat Martin Sailer fest, dass „Bäuerinnen einen anspruchsvollen Arbeitstag haben und Allroundtalente sind, die weit über den eigenen Hof hinaus tätig sind.“

Lob für die Landfrauen

Auch Bürgermeister Lorenz Müller lobte die Landfrauen: „Ich stelle immer wieder fest, dass gerade sie es sind, die wirklich viel um die Ohren haben und sich trotzdem noch im Ehrenamt für die Gesellschaft einsetzen“, meinte er. Bezirksbäuerin Christiane Ade konnte da – von ihrem Alltag ausgehend – nur zustimmen. Der Landfrauentag soll den anwesenden Bäuerinnen und Landfrauen einmal die Möglichkeit geben, einen Nachmittag ohne Hektik im Kreise Gleichgesinnter zu verbringen. Deshalb kam auch der unterhaltsame Teil nicht zur kurz: So zeigte die Volkstanzgruppe Kutzenhausen gekonnt einige Tänze wie den Appenzeller Klatschwalzer, den Böhmerwaldlandler und die Sternpolka. Und bei Mesner, Autor und Mundartdichter German Schwarz aus Weißenhorn kamen die Frauen aus dem Lachen kaum mehr heraus und konnten gar nicht genug von seinen kleinen „G’schichtla“ bekommen.

Gemütlich endete der Tag mit einem Stück Kuchen und verschiedenen Einkaufsständen im Foyer der Stadthalle, doch Kreisbäuerin Andrea Mayr gab den Frauen noch einige Hinweise zum aktuellen Volksbegehren „Rettet die Bienen“ mit auf den Heimweg: „Hier werden nur Forderungen an die Landwirtschaft gestellt, die teilweise gar nicht durchführbar sind“, erklärte sie. „Auch wir Landwirte wollen die Bienen retten, aber nicht allein.“ Gerecht sei es nur, wenn auch Privatpersonen und andere Industriebereiche in die Pflicht genommen würden, nicht nur die Landwirtschaft. „Bitte erklärt das in eurem Umfeld und fordert die Leute auf, erst das Kleingedruckte beim Volksbegehren zu lesen und dann zu überlegen, ob eine Unterschrift wirklich sinnvoll ist“, so Mayr. „Die gewollte kleinbäuerliche Struktur jedenfalls unterstützt das Volksbegehren nicht – eher im Gegenteil.“

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