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Region Augsburg

09.11.2018

Wie Königsbrunn und Stadtbergen zu smarten Städten werden

Schon bald werden Pflanzenkübel in Königsbrunn und Stadtbergen mit der Stadtverwaltung kommunizieren können.
Bild: Thorsten Jordan (Symbolbild)

In Königsbrunn und Stadtbergen können Hundetoiletten und Splittboxen demnächst mit der Verwaltung kommunizieren. Welche Vorteile das für Stadt und Bürger hat.

Vieles in der modernen Welt ist miteinander vernetzt. Man kann übers Mobiltelefon vom anderen Ende der Welt die eigene Heizung steuern oder die Jalousien herunterlassen. Bald werden vielleicht auch die Kühlschränke melden, wann die Milch alle ist. Für zwei Kommunen in der Region soll die Vision von der „smarten Stadt“ nun Realität werden: Die Lechwerke (LEW) haben in Königsbrunn und Stadtbergen einen Pilotversuch namens „Inno.Live" gestartet, mit dem künftig die Arbeit der Stadtbauhöfe erleichtert und Zeit und Geld gespart werden soll.

Der Stadtbauhof kann auf dem Smartphone sehen, wo Hundetüten fehlen

Dabei werden zum Beispiel Hundetoiletten mit Sensoren versehen. Diese messen, ob noch genug Tüten im Spender sind und wie voll der Sammelbehälter ist. Die Daten werden alle vier Stunden per Funk weitergemeldet, ein Mitarbeiter des Stadtbauhofs kann auf seinem Smartphone auf einen Blick sehen, wo er dringend hinfahren muss und welche Station seine Aufmerksamkeit noch nicht braucht.

Für die Hundebesitzer bedeutet das weniger Ärger über volle Behälter, für die Kommunen effizientere Arbeitsabläufe und Kostenersparnis, weil unnötige Fahrten vermieden werden. Die Hundetoiletten seien dabei ein nicht zu unterschätzendes Thema, sagt Stadtbergens Bürgermeister Paulus Metz: „Wir füllen pro Woche 5000 Tüten nach.“

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Die Technik bietet aber noch mehr Nutzungsmöglichkeiten. Bei dem Pilotversuch werden auch an Beeten und Pflanzkübeln Sensoren installiert, die prüfen, ob die Pflanzen genug Wasser haben oder ob gegossen werden muss. Zudem werden Feuerwehrzufahrten und Rettungswege kontrolliert, damit Falschparker schneller entdeckt und sanktioniert werden können.

Splittboxen und Wasserstände sollen durch Sensoren kontrolliert werden

Die Bürgermeister der Pilotkommunen haben auch schon weitere Verwendungsfelder im Kopf. Paulus Metz nennt den Füllungsgrad der Splittboxen, aber auch die Wasserstände der Stadtberger Bäche und Flüsse. Königsbrunns Stadtoberhaupt Franz Feigl nennt die Kontrolle der Unterführungen in der Stadt: „Die laufen bei starkem Regen wegen des hohen Grundwassers immer wieder voll und die Feuerwehr wird alarmiert. Mit einer Kontrolle könnten wir schneller reagieren.“

Solche Rückmeldungen wünschen sich die Macher von den Lechwerken von den Kommunen, um Vorarbeit für künftige Einsatzgebiete leisten zu können. Zudem erhoffen sich die Projektleiter Christian Mayr und Martin Thoma neue Erkenntnisse über die Verlässlichkeit der Technik im Winter: „Wir haben das System bislang nur im Sommer getestet. Im Winter ist es denkbar, dass durch entstehende Dämpfe der Sensor beschlägt“, sagt Mayr. Mithilfe des Pilotversuchs sollen solche „Kinderkrankheiten“ ausgemerzt werden.

Neu an der Technik ist auch ein günstiges, energiesparendes Funksystem. In Königsbrunn und Stadtbergen wurden drei Knotenpunkte installiert, mit denen die Daten aus der ganzen Stadt erfasst werden können. Vorteil der Technik ist, dass sie weniger Strahlung produziert als die bisher für solche Projekte verwendete Handytechnologie – und dass die Sensoren mit einer Batterie betrieben werden können. Dafür könne man mit dem System nur einfache Daten übermitteln und zum Beispiel keine Videobilder, sagen die Lechwerke.

Erst werde Hundetoiletten, dann Pflanzbeete und Rettungswege vernetzt

Für den Pilotversuch wurden in Königsbrunn und Stadtbergen jeweils drei der vernetzten Hundetoiletten installiert. Bis Ende nächster Woche werden ausgewählte Pflanzbeete und Rettungswege hinzukommen. Und in sechs bis acht Wochen läuft ein Test für smarte Straßenbeleuchtungen mit dem System an.

Das Pilotprojekt läuft bis Ende April 2019, dann möchte man weitere Kommunen für das Projekt gewinnen. Die Lechwerke würden die Technik, wie die Hundetoiletten, über ein Leasingmodell zur Verfügung stellen. „Es wird viel über die Städte der Zukunft geredet. Wir sind stolz, dass wir schon jetzt ein funktionierendes System zur Vernetzung haben“, sagt Christian Mayr. Bei den weiteren Nutzungsmöglichkeiten seien kaum Grenzen gesetzt.

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