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Bobingen

13.07.2019

Wie das Krankenhaus Organspenden möglich macht

Dr. Oana-Maria Ionus-Ceres, Oberärztin der Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin und Transplantationsbeauftragte der Wertachklinik Schwabmünchen, wurde für ihre Arbeit in München ausgezeichnet.
Bild: Matthias Baumgartner

Die Wertachkliniken haben ihre Kompetenz als Partner der Uniklinik bei Transplantationen bewiesen.

Die Wertachkliniken haben an beiden Standorten, Bobingen und Schwabmünchen, Intensivstationen und deshalb Transplantationsbeauftragte. Denn diese sind potenzielle Ausgangsstationen von Organspenden. Ansprechpartner ist in Bobingen Dr. Gerhard von Dreden, Leitender Oberarzt der Inneren Medizin sowie Leiter der Intensivstation, und in Schwabmünchen Dr. Oana-Maria Ionus-Ceres, Oberärztin der Anästhesie und Intensivmedizin. Sie erhielt stellvertretend in der Wertachklinik Schwabmünchen, den Bayerischen Organspendepreis 2018 von Gesundheitsministerin Melanie Huml.

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Was steckt dahinter? Eine Organtransplantation hat zwei Seiten. Die Empfänger von Organen werden in speziellen Transplantationszentren, beispielsweise in der Universitätsklinik Augsburg, behandelt. Eine Organspende kann theoretisch in jedem Krankenhaus stattfinden, ist aber in den Wertachkliniken extrem selten, da sie als regionaler Grundversorger keine Neurologische Abteilung haben. Umso wichtiger ist es, dass die Transplantationsbeauftragten sich und ihre Kolleginnen und Kollegen für das Thema sensibilisieren und dafür sorgen, dass alle Beteiligten gut vorbereitet sind.

Organspende in der Wertachklinik Schwabmünchen

Die Wertachklinik Schwabmünchen wurde nun ausgezeichnet, weil dort im vergangenen Jahr – nach 2014 das erste Mal – eine Organspende durchgeführt wurde und sich dabei die große Kompetenz der Ärzte und der Pflegekräfte auf der Intensivstation, im OP und im Labor, sowie hervorragende Teamarbeit aller Beteiligten zeigten. Die Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) unterstützt die Krankenhäuser bei Organspenden und vermittelt beispielsweise Fachärzte der Neurologie. „Aber nur dann, wenn die Angehörigen ohne Druck und Zwang und frei von Zweifeln ihre Zustimmung gegeben haben, und nur, wenn der Ausfall der Hirntätigkeit von zwei verschiedenen Fachärzten mit Sicherheit festgestellt wurde, nur dann wird eine Organtransplantation durchgeführt“, betont Dr. Ionus-Ceres.

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Mit gespendeten Organen können meist nicht nur ein, sondern mehrere Leben gerettet werden, erläutert sie. Dabei dürfe jedoch nie das Leid vergessen werden, das der Verlust eines Menschen, eines Lebens, für seine Angehörigen bedeutet. Eine Organspende bedeute immer auch, dass ein Leben nicht gerettet werden konnte. Die Angehörigen in diesen schweren Stunden zu begleiten, auch darauf hat sich Dr. Ionus-Ceres intensiv vorbereitet und beispielsweise Gespräche mit Angehörigen von Organspendern geführt. Diese Erfahrung fand die Ärztin für ihre Arbeit sehr hilfreich. Darüber hinaus werden die Angehörigen auf Wunsch individuell von Psychologen unterstützt.

Klinik-Vorstand Martin Gösele bedankte sich bei Gesundheitsministerin Melanie Huml für die Auszeichnung: „Wir freuen uns über den Bayerischen Organspendepreis, er ist eine große Anerkennung für die Leistungsfähigkeit und die Medizin der Wertachkliniken.“ (ppl)

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