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Traktoren-Demo

27.11.2019

Wie die Landwirte aus der Region die Bauern-Proteste erleben

Tausende Bauern haben in Berlin demonstriert.
Bild: Wolfgang Kumm, dpa

Bei der großen Potestkundgebung in Berlin waren auch Bauern aus dem Landkreis dabei. Was sie erlebt haben.

Auch Landwirte aus dem Augsburger Land beteiligten sich gestern an der Demo in Berlin: Es war offenbar die größte, die es jemals in Deutschland gegeben hat. 15000 Traktoren legten zeitweise den Verkehr in der Landeshauptstadt lahm. Unter den schätzungsweise 40000 Demon-stranten war auch Christoph Egger. Er betreibt in Langerringen eine Milchviehlandwirtschaft mit 90 Tieren und rund 90 Hektar Ackergrünland. Nach der mehrstündigen Kundgebung am Brandenburger Tor war für ihn klar: „Das war erst der Anfang eines Dialogs, der jetzt weitergeführt werden muss.“

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Der Protest, zu dem die Initiative „Land schafft Verbindung“ aufgerufen hatte, richtete sich gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung. Unter den Rednern befanden sich unter anderem Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), die Verständnis für die Landwirte zeigte und Gesprächsbereitschaft signalisierte. Die Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) sei schon nach wenigen Minuten unter vielen Buh-Rufen wieder vom Podium gegangen, beobachtete Christoph Egger. Er wünscht sich, das Landwirte und Verbraucher wieder aufeinander zugehen. Viele Landwirte fühlen sich und ihren Berufsstand schon seit Langem herabgesetzt.

Bauern hatten schon in München protestiert

Bereits vor einem Monat hatten Tausende Bauern in München demonstriert. Unter ihnen waren Johann Gumpinger aus Dinkelscherben und Philipp Schmid aus Ustersbach. Beide Bauern berichten von Anfeindungen und einem schlechten Ruf in der Gesellschaft. Für Schmid hat sich das Bild der Landwirtschaft in der Gesellschaft gewandelt. Er sagt: „Die Meinung über Landwirte ist gekippt.“ Sei es die Nitratbelastung im Wasser, die immer größer werdenden Maschinen oder die Gülle: „Die Landwirtschaft kann inzwischen nichts mehr richtig machen.“

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Viele hätten noch das Bild von der Landwirtschaft von vor 30 bis 40 Jahren mit der Idylle des kleinen Bauernhofs vor Augen, erklärte Christoph Egger gestern vor der Rückfahrt von Berlin. „Aber die Wirklichkeit ist anders.“ Gerade in den Städten müsste wieder erklärt werden, wie Landwirtschaft heute aussieht und funktioniert. „Viele denken ja wirklich noch, dass die Kuh lila ist.“

Die Landwirte wollen jetzt nicht locker lassen. Der Protest geht weiter. Bereits nächste Woche ist eine Demonstration in Memmingen geplant, weiß Landwirt Manuel Knöpfle aus Kutzenhausen-Buch. An die 200 Traktoren von schwäbischen Bauern sollen auffahren, wenn die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber kommt.

Lesen Sie auch unseren Kommentar: Bauern-Proteste: Jetzt mehr Stalltüren öffnen

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27.11.2019

Mit der Berliner Veranstaltung gestern haben die Wut-Bauern vor allem eines erreicht: Image und Wertschätzung ihres einst stolzen Berufsstandes gehen noch weiter in den Keller.

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