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Mittelneufnach

01.09.2019

Wie stopft man das Defizit beim Abwasser in Mittelneufnach?

Die Kläranlage in Mittelneufnach ist in die Jahre gekommen. Für die zukünftige Sanierung wurde von der Gemeinde eine Rücklage angespart.
Bild: Andrea Strahl

Landratsamt empfiehlt, die fehlenden 61000 Euro aus einer Rücklage abzuzapfen. Das kommt nicht gut an. In Reichertshofen könnte bald durchwegs Tempo 30 gelten.

Soll ganz Reichertshofen zur Tempo-30-Zone werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Mittelneufnacher Gemeinderat in seiner aktuellen Sitzung. Auch die Situation der Kläranlage wurde thematisiert. Dort gibt es eine Rüge vom Landratsamt.

Nach einer Verkehrsschau machte die Schwabmünchner Polizeiinspektion den Vorschlag, den ganzen Mittelneufnacher Ortsteil Reichertshofen westlich der Staatsstraße zur 30er-Zone auszubauen, was mehrere Vorteile brächte: Viele Verkehrsschilder, deren Erneuerung sowieso ansteht, könnten entfernt werden. Einzig an drei Zufahrtsstraßen müssten die neuen „Zone 30“-Schilder angebracht werden mit dem Hinweis „Vorfahrt geändert – rechts vor links“. Denn diese Regelung gilt dann für den ganzen Ort.

Schmale Straße und enge Kurven in Reichertshofen

Werner Korn von der Verkehrsinspektion hält diese Vorgehensweise für absolut gerechtfertigt: „Auf teils sehr schmalen Straßen mit engen Kurven ist kein Gehweg vorhanden.“ In der Vergangenheit gab es auch des Öfteren Beschwerden von Anwohnern, dass der Durchgangsverkehr – auch von Lastwagen oder großen Traktorgespannen ist die Rede – ohne Rücksicht durch den engen Ort rase. Der Gemeinderat stand der neuen Regelung überwiegend positiv gegenüber, möchte aber erst noch die rechtliche Stellungnahme des Landratsamtes abwarten.

Wie stopft man das Defizit beim Abwasser in Mittelneufnach?

Da im Altortbereich Mittelneufnach momentan Grundstücke zum Verkauf anstehen, beschloss der Gemeinderat eine innerörtliche Gestaltungssatzung, um das harmonische Ortsbild zu erhalten. Denn nach bisherigem Recht konnten Bauvoranfragen mit beispielsweise eingeschossigem Zeltdach oder Häuser im Toscanastil nicht abgelehnt werden. Eine eindeutige Rechtssicherheit sei zwar auch mit dieser Satzung nicht gegeben, aber für die rechtssichere Alternative eines innerörtlichen Bebauungsplanes wären Kosten von mindestens 65000 Euro auf die Gemeinde zugekommen.

Gemeinderat in Mittelneufnach will die Sonderrücklage für den Kanal nicht antasten

Das Landratsamt bemängelte im Mittelneufnacher Haushaltsplan das negative Rechnungsergebnis im Bereich Abwasser vom vergangenen Jahr. Gemeinden sind eigentlich verpflichtet, ihre Gebühren an die Ausgaben anzupassen und kostendeckend zu wirtschaften. Das Amt empfiehlt der Gemeinde, das Defizit von 61000 Euro zumindest teilweise durch die angesparte Sonderrücklage Kanal von 615 000 Euro auszugleichen. Bürgermeisterin Cornelia Thümmel erklärte dazu: „Das Defizit kommt vom notwendigen Austausch verschiedener Geräte der Pumpwerke, denn unsere Kläranlage ist mittlerweile in die Jahre gekommen. Außerdem schlug im letzten Jahr die Kanalbefahrung in Reichertshofen und die immer teurer werdende Klärschlammentsorgung zu Buche.“ Grundsätzlich lehnten es die Gemeinderäte ab, die Sonderrücklage Kanal anzutasten. Diese würde für die Ertüchtigung oder einen Neubau der Kläranlage, beziehungsweise eine Generalsanierung der Kanalisation in der Zukunft gebraucht und reduziere die Verbesserungsbeiträge, also die Kosten für die Bürger.

Die VG Stauden wurde beauftragt, spätestens im Jahr 2020 die Kanalgebühren und -beiträge neu zu kalkulieren und im Jahr 2021 anzupassen. Wegen Personalmangel der VG konnte eine neue Berechnung bislang nicht erfolgen. Die Katholische Dorfhelferinnen- und Betriebshelferstation Augsburg-Land stellte an die Gemeinde einen Antrag auf finanzielle Unterstützung für 2019. Der Zuschuss der Krankenkassen decke den Einsatz der Hilfskräfte nicht oder nur teilweise. Um die wertvollen Dienste für in Not geratene Familien zu würdigen, beschloss der Rat eine Spende in Höhe von 500 Euro. Nach Recherchen von Gemeinderat Alois Auer bekommen hier nicht nur landwirtschaftliche Betriebe Hilfe auf dem Hof und im Haushalt, sondern ebenso Privatfamilien, in denen beispielsweise Eltern erkrankten und die Kinder oder Angehörigen Unterstützung brauchen.

Karl Scheid, Vorsitzender der Kulturschmiede Stauden, fragte bei den Räten nach der Verwendung einer Spende des Vereins, die bereits 2018 erfolgte und zweckgebunden für ein neues Spielgerät des Kindergarten Sonnenschein im Außenbereich verwendet werden sollte. Bürgermeisterin Cornelia Thümmel erklärte dazu die momentane Situation: „Ein neues Spielgerät für unsere Kinder wäre dringend notwendig. Da aber im Zuge der Dorferneuerung der gesamte Außenbereich des Kindergartens versetzt und umgestaltet wird und das Amt für Ländliche Entwicklung wegen Personalumbau in zeitlichem Verzug ist, warten wir selbst schon dringend darauf, dass es in der Gestaltung des neuen Dorfzentrums ebenso wie beim Gehwegeausbau der Augsburger Straße endlich weitergeht.“

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