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Graben

24.02.2019

Wohnungen für die geschützten Uferschwalben

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3 Bilder
Der Nordrand der Kiesgrube (linker Bildrand) bietet mit seinen Abbruchkanten und den verdichteten Flusssandbändern ideale Nistbedingungen für Uferschwalben und ihre Bruthöhlen.
Bild: Uwe Bolten

Im Norden des Gräbinger Baggersees soll eine Brutmöglichkeit für Zugvögel entstehen. Worauf bei dem Projekt geachtet werden muss.

Das erfolgreiche Volksbegehren zur Artenvielfalt ist in aller Munde, die gesetzlichen Folgen werden derzeit beraten. Die Erkenntnis, dass Naturschutz lebensnotwendig ist, setzt sich durch. „Viel besser ist es, wenn Menschen aus Einsicht handeln und freiwillig Maßnahmen ergreifen“, sagt Naturfotograf Martin Wendler bei einem Ortstermin in der Kiesgrube nördlich des Gräbinger Baggersees an der Via Claudia.

Engelbert Kreipl aus Graben beobachtete in den vergangenen Jahren bei seinen ausgedehnten Spaziergängen mit Hund Briska entlang der Via Claudia in Höhe der Kiesgrube immer wieder Uferschwalben. Sie hatten ihre Brutröhren im Steilhang der Grube gebaut. Mit Naturfotograf Wendler traf er zufällig auf einen Mitstreiter, dem das Wohl der Vögel ebenso am Herzen lag. Dieser holte dann Pächter Rudolf Zienecker mit ins Boot.

Uferschwalben stehen auf der Roten Liste gefährdeter Arten

Für die Vögel seien die festsandigen Abbruchkanten der Grube ideale Plätze, um die bis zu einem halben Meter langen Behausungen zu bauen, erläutert Wendler. Die nach Bundesnaturschutzgesetz seit 1980 besonders geschützte Vogelart kam 2010 auf die Rote Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzorganisation.

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Die etwa zwölf Zentimeter lange Uferschwalbe, 1983 einst Vogel des Jahres, werde wohl Anfang April nach zweimonatiger Flugzeit aus dem Überwinterungsgebiet im Lechfeld eintreffen. In zweiwöchiger Arbeitszeit würden dann die Vögel die Brutröhren in den Hang bauen, erfährt Grubenpächter Zienecker von den Vogelfreunden. „In etwa drei Wochen schlüpfen die Küken, und müssen dann viel fressen und üben, um den langen Flug Richtung Afrika im August überstehen zu können“, erläutert Wendler weiter.

Darum unterstützt Rudolf Zienecker das Projekt in seiner Grube

Rudolf Zienecker hat kein Problem damit, die Abbaufläche für Kies im Ostbereich seiner Grube ins Auge zu fassen, um so die optimierte Möglichkeit einer 20 Meter langen Abbruchkante für die Brutröhren der Vögel zu schaffen. „Wenn der Boden der Grube etwas abgetrocknet ist, werden wir in etwa drei Wochen mit den Baggerarbeiten an der Kante beginnen“, sagte Zienecker zur Freude der Vogelschützer. Dabei sei es laut Wendler wichtig, den über den Winter angehäuften Abbruch am Fuß der Steilwand zu entfernen. „Sonst haben Räuber wie der Marder die Möglichkeit, in die Brutröhre zu gelangen“, führt er aus.

„Für die Vögel ist es hier ein ideales Brutgebiet“, sagt Wendler und zeigt auf eine deutlich sichtbare Schicht aus verdichtetem Flusssand im Hang. So könne wieder eine Kolonie mit rund 100 Brutröhren entstehen, die zu den bedeutendsten in Süddeutschland zähle, fügt der Vogelfreund hinzu.

Eine Garantie, dass die Vögel die Kiesgrube in Graben als ihre neue Heimat beziehen, sei jedoch nicht vorhanden, räumen die Aktivisten ein. „Die kleine Aktion in der Grube wird eine große Wirkung haben. Mit Freiwilligkeit und ohne notwendige Maßnahmen der Behörden schafft Herr Zienecker hier natürlichen Lebensraum“, sagen die Vogelschützer dankend in Richtung des Pächters.

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