Schwabmünchen

04.05.2019

Worüber Polt lachen kann

Wir haben beim Kabarettisten nachgefragt

Gerhard Polt und die Well-Brüder füllen ja immer noch die größten Hallen und laut Karl Scheid von der Kulturschmiede war es ja eine kleine Herkulesaufgabe, die Kabarettisten in Schwabmünchen auf die Bühne zu bekommen. Aber das Motto der Kulturschmiede lautet schließlich: „Große Stars, kleine Bühne“.

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Macht die kleine Bühne mehr Spaß, wenn die Zuschauer näher an der Bühne sitzen?

Polt: Grundsätzlich ist es schon so, dass mehr Intimität und Nähe zum Publikum bei so kleineren Geschichten herrscht.

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Michael Well: Na, so klein ist das in Schwabmünchen auch net. Aber je näher halt die Leute da sind und das Ganze „unhalliger“ ist, desto besser wird der Abend.

Denken Sie an Rente oder sind Sie eher ein Bühnenjunkie, der das einfach braucht? Haben Sie überhaupt noch so etwas wie Lampenfieber?

Polt: Lampenfieber hat man einfach immer und des ist auch gut so. Mei, ich bin jetzt fast 77 Jahre und hätte schon das Alter, aber ans Aufhören denke ich noch nicht - warum auch?

Sie sind ja das Vorbild vieler gestandener Künstler und Newcomer und werden ja oft in einem Atemzug mit Karl Valentin als beste bayerische Kabarettisten oder Humoristen genannt: Beobachten Sie die Kabarettszene und wie finden Sie den Nachwuchs?

Polt: Ich kenne jetzt nicht alle, aber manchmal schau’ ich mir schon was im Fernsehen an oder geh’ sogar manchmal in ein Kabarett. Das ist für mich schon interessant, wie die heute so sind und wie sie sich ausdrücken, welche Themen sie behandeln und dann vergleicht man natürlich ganz intuitiv. Es gibt ein großes Kabarettarchiv in Mainz mit Unterlagen seit zirka 1900. Und wenn man diese Briefe und Nachlässe so durchliest, ist das hochinteressant. Es ist Zeitgeschichte, nicht nur politisch, sondern auch soziologisch. Darum ist es auch interessant die jungen Leute zu beobachten, wie sie sich ausdrücken und was sie beschäftigt.

Worüber können Sie so richtig herzhaft lachen?

Polt: (lacht) Ich nenne jetzt einfach mal ein Beispiel: Wenn ich ein Wiener Schnitzel bestelle aus Kalbfleisch und finde in dem Schnitzel acht Fischgräten, dann muss ich lachen.

Michael Well: (lacht) Ja, des ist der Gerhard.

Und worüber können Sie sich so richtig aufregen?

Polt: Ja auch über das Schnitzel – da liegen Lachen und Aufregen oft nah beieinander.

Legendär sind ja auch Ihre Filme oder Serien wie „Man spricht deutsch“ oder „Fast wia im richtigen Leben“. Haben Sie Lust noch einmal vor oder hinter der Kamera aktiv zu werden?

Polt: Nein, eigentlich nicht. In meinem Alter muss ich nicht noch einmal groß ins Filmgeschäft einsteigen.

Gibt es eine Frage, die Sie gerne beantworten möchten, aber Ihnen noch nie gestellt wurde?

Polt: Darüber denkt man eigentlich gar nicht nach und ganz ehrlich: Ich bin auch fragenlos ganz glücklich.

Interview: Marcus Angele

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