Newsticker

RKI meldet am Sonntag 14.611 neue Corona-Fälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Zuhören, ganz ohne Smartphone und Computer

Aktion

08.11.2017

Zuhören, ganz ohne Smartphone und Computer

Die jungen Zuhörer sorgten unter der Anleitung von Matthias Fischer dafür, dass das Feuer im Märchenzelt brannte. Geschichten kannten die meisten nur aus elektronischen Medien.
Bild: Ingeborg Anderson

Bei den Kinderkulturtagen in Bobingen verraten kleine Besucher, dass Bücher für sie kein Thema sind und erleben dann, dass spannendes Erzählen eine schöne Kunst ist

Die Schauplätze der Kinderkulturtage in Bobingen waren diesmal ganz unterschiedlicher Art. Nach Friedhof und Singoldhalle (wir berichteten) bot der Hof der Mittleren Mühle eine märchenhafte Umgebung.

Gespannt beobachteten dort etwa 30 Kinder, wie Märchenerzähler Matthias Fischer das Feuer in der Mitte des schummrigen Zeltes schürte, dann Kartoffeln hineinlegte und einen Kessel mit Punsch über die Flammen hängte. „Woher kennt Ihr Märchen und Geschichten?“, fragte Fischer die jungen Zuhörer und ließ sie selbst erzählen. Nach digitalen Medien zählten sie das Buch erst an letzter Stelle auf, obwohl alle angaben, ein Märchenbuch zu Hause zu haben.

Das Metier von Matthias Fischer ist das Erzählen ganz ohne smarter Gerätschaft, dafür mit klarer Stimme und höchstens einem schönen Buch in der Hand. „Das Erzählen geht unmittelbar in die Fantasie, es ruft bei den Zuhörern innere Bilder hervor und stärkt die Vorstellungskraft“, sagt der Sprecherzieher und ehemalige Rundfunkmoderator. Dazu trägt auch die Atmosphäre in dem einer Jurte nachempfundenen Zelt bei.

Im Rahmen der Kinderkulturtage war er mit seinem Abraxas-Märchenzelt für einen Tag in Bobingen auf dem Hof der Mittleren Mühle zu Gast. „Das Märchen setzt sich auf meine Zunge und will erzählt werden“, erklärte er den Kindern. Aber erst sollten sie eines herbeirufen. Spannend und sein junges Publikum immer wieder einbeziehend, erzählte Fischer beispielsweise von der Zwergenfamilie, in deren Keller ein Eichenbaum wuchs, der schließlich so groß wurde, dass er bis in den Himmel reichte. Als der Zwergenmann daran hinauf kletterte, fand er auf einer Wolke eine wundersame goldene Kaffeemühle, die beim Drehen der Kurbel Pfannkuchen und Pasteten produzierte – was bei einem Riesen Begehrlichkeiten weckte. Aber Ende gut, alles gut oder „und wenn sie nicht gestorben sind…“ wie es im klassischen Märchen am Schluss heißt. Aber das war nicht die einzige Geschichte an diesem Tag.

In drei Vorstellungen hörten die Kinder Erzählungen vom Kartoffelkönig, von der alten Maismutter der Indianer und der Kürbisfee aus Ungarn. Aufmerksam verfolgten sie, welche Abenteuer der kleine Wassermann, der bei der Mühle wohnt, bestehen muss. Während sie wie gebannt lauschten, war der Kinderpunsch über dem Feuer heiß geworden und die Kartoffeln im Feuer gar. Und natürlich schmeckten die Feuerkartoffeln und der Märchenpunsch den jungen Zuhörern ganz besonders gut.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren