Stolz steht Peter Mannes vor der großen Wiese und betrachtet die fein säuberlich gepflanzten Baumreihen. Insgesamt 42 Bäume haben Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins Bobingen auf einem gepachteten Grundstück zwischen Wertachklinik Bobingen und Ortsrand gepflanzt.
"Wir haben darauf geachtet, dass wir alte, erhaltenswerte Sorten pflanzen", sagt Berthold Reiter. Er war für die Organisation verantwortlich. Weitere Kriterien seien Krankheitsresistenz, Wuchs, Boden- und Klimaanforderungen und die Möglichkeit als Pollenspender für gegenseitige Befruchtung zu dienen, gewesen. Sobald die Bäume angewachsen sind, werden auch die Imker, eine Abteilung des Vereins, dort ihre Bienenkästen aufstellen.
Grundstück für 30 Jahre gepachtet
24 Apfelbäume, zehn Birnbäume, drei Walnussbäume, eine Zwetschge, eine Mirabelle, zwei Quitten und eine Esskastanie sollen nun als Hochstämme auf der Streuobstwiese wachsen. Der Pachtvertrag wurde auf 30 Jahre abgeschlossen, denn "wir wollen nicht nur Obst für unsere vereinseigene Mosterei dort anbauen, sondern auch nachfolgenden Generationen etwas hinterlassen", sagt Peter Mannes.
Auch wenn es vielleicht irgendwann keinen Vereinsnachwuchs mehr gibt, ist für die Wiese und die Bäume gesorgt. Der Obst- und Gartenbauverein ist eine Kooperation mit dem Landschaftspflegeverband Landkreis Augsburg eingegangen. Dieser kümmert sich um die Wiese, sollte es der Verein einmal nicht mehr aus eigenen Kräften stemmen können. Deshalb wurden bei der Anlage auch naturschutzfachlicher Aspekte berücksichtigt, wie Berthold Reiter erklärt: "Wir haben große Pflanzabstände eingehalten und südseitig lückig gepflanzt, damit das Sonnenlicht auch bei großen Bäumen auf die Erde kommen kann." So soll sich unter den Bäumen eine "blumenbunte Extensivwiese" bilden, denn die Wiese ist Teil des Biotopverbunds Wertachauen.
Bis die ersten Früchte wachsen, wird es noch dauern
Finanziert wurde das Projekt aus Fördergeldern. Gepflanzt hat der Verein die Bäume an zwei Samstagen mit ehrenamtlichen Helfern. Auf die erste Ernte wird der Verein noch eine Weile warten müssen. Bei Hochstämmen geht man davon aus, dass sie erst nach zehn Jahren Wuchszeit Früchte tragen. Dann aber möchte der Obst- und Gartenbauverein den Saft nicht nur in der Mosterei im Wasserturm aus den eigenen Früchten selbst herstellen, sondern auch als heimisches Produkt an interessierte Bürger verkaufen.
Interessierte sollen zur Streuobstwiese kommen
Bewusst hat sich der Verein für eine ortsnahe Lage der Wiese entschieden, denn "die Bürger sollen die Streuobstwiese mit dem Fahrrad besuchen können", sagt Mannes. Eine vereinseigene Jugendarbeit, Führungen für Schulklassen und Umweltbildungsprojekte sind angedacht. Gerne hätte der Verein deshalb auch eine kleine Hütte an der Wiese, um dort Werkzeuge und Materialien zu lagern und Transportwege zu sparen. Dann könnte sich der Verein auch die Anlage einen kleinen Schau- und Naturgarten auf einem bisher freigelassenen Teil des Areals vorstellen.