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Das ist der Stand bei den Neubau-Plänen der Wertachklinik.

Schwabmünchen, Bobingen

Neubau der Wertachklinik: Bremsen die Finanzen die Pläne aus?

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    Wohin führt der Weg für die Wertachklinik?
    Wohin führt der Weg für die Wertachklinik? Foto: Marcus Merk, Archiv

    Vor vier Jahren wurden erstmals die Pläne für eine neue Wertachklinik vorgestellt. Die beiden bisherigen Standorte sollen demnach geschlossen werden und ein Neubau an einem verkehrsgünstigen Standort soll entstehen. Passiert ist seitdem allerdings nichts. An den Plänen werde festgehalten, teilt Klinikchef Martin Gösele mit. Das Problem ist im Augenblick das Geld zur Umsetzung.

    Die nötigen finanziellen Mittel für einen ins Auge gefassten Klinikneubau kamen bei der Verabschiedung des Landkreis-Haushalts für 2026 zur Sprache. Landrat Martin Sailer rechnete vor, dass ein neues Haus mit 200 bis 300 Betten rund 300 Millionen Euro kosten würde. Etwa ein Drittel davon müsste der Landkreis selbst zahlen. Das ist viel Geld für einen Landkreis, der mit viel Mühen einen ausgeglichenen Haushalt auf die Beine gestellt hat. Sollte sich die Haushaltslage in den kommenden Jahren nicht ändern, bleibt ein Neubau ein Wunschgedanke, ließ Sailer schon im Dezember durchklingen. Zumal das Defizit der Klinik steigen wird.

    Der Vorsitzende der CSU-Kreistagsfraktion, Lorenz Müller, hielt das aktuell erwartete Minus von rund fünf Millionen Euro für „überschaubar“. In Nachbarlandkreisen würden bei Kliniken andere Summen erreicht. Die Personalkosten würden ebenso wie die Sachkosten steigen – für die massiven Mehrausgaben gebe es aber weniger Vergütung. Das führe zu Defiziten und könne so nicht bleiben. Der Bund sei dringend gefordert. Mit der Übernahme des Defizits und von Investitionen würde deutlich gezeigt, dass der Landkreis und die Städte klar hinter dem Betrieb stehen. Der Schwabmünchner Bürgermeister bezeichnete die Arbeit in den Wertachkliniken als hervorragend. Die Kosten für einen Neubau ließen sich allerdings nicht alleine stemmen.

    Das Oberender-Gutachten

    Das Gutachten wurde von der Oberender AG im Auftrag der Wertachkliniken erstellt und in einer öffentlichen Sitzung am 26. Juli 2022 in Schwabmünchen präsentiert. Es ist auf der Website der Wertachkliniken unter www.wertachkliniken.de einsehbar.

    Das Oberender-Gutachten empfiehlt daher die Zusammenlegung beider Kliniken an einem neuen, zentralisierten Standort. Das sind die Gründe:

    • Nur durch die Zentralisierung der stationären Gesundheitsversorgung kann ein zukunftsfähiges Krankenhaus entstehen.
    • Doppelstrukturen können aufgrund des zukünftigen Personalmangels nicht mehr aufrechterhalten werden. Dies ist kein finanzielles Problem, sondern der Verfügbarkeit des Personals geschuldet.
    • Die Wertachkliniken sind aufgrund der kleinen Standorte in der Entwicklung gehemmt. Eine Zentralisierung in einem der beiden bestehenden Gebäude ist aufgrund der zu geringen Größe nicht zufriedenstellend möglich.
    • Weitere Schwierigkeit: Die Sanierung und Erweiterung würde im laufenden Betrieb vorgenommen und schränkt dadurch die Patientenversorgung massiv ein.
    • Eine derartige Lösung würde extrem viele Kompromisse aller Bereiche erfordern und zu deutlichen Verschlechterungen führen. Zum Beispiel in der Versorgung, der Zufriedenheit und schlussendlich auch zu einer Verschlechterung des ökonomischen Ergebnisses und das für viele Jahre.

    SPD-Fraktionsvorsitzender Fabian Wamser erinnerte an das Jahr 2022, als erstmals das Gutachten vorgestellt wurde, das einen Neubau empfiehlt. Wamser: „Eigentlich standen wir schon an der Schwelle zum ,Jetzt geht‘s los‘. Wir waren viel weiter. Dann ist die Krankenhausreform gekommen und noch viel schlimmer: das Nichtstun des Freistaats.“ Damit wiederholte Wamser seine Kritik an der Staatsregierung, die sich seiner Meinung nach nicht ausreichend um die Krankenhausplanung gekümmert hat. Silvia Daßler (Grüne) sagte Anfang der Woche im Kreistag, dass die Entwicklung der Krankenhausfinanzierung weiterhin unklar sei. Das treffe die Pläne für einen Neubau.

    Wertachklinik hat Antrag gestellt

    Nachdem Ende 2024 die Krankenhausreform auf Bundesebene verabschiedet wurde und damit erstmals belastbare Rahmenbedingungen für die zukünftige Krankenhausplanung vorliegen, haben die Wertachkliniken auf Beschluss ihres Verwaltungsrats im Januar 2025 den sogenannten Bedarfsfeststellungsantrag beim Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege eingereicht. Dieser Antrag bildet die notwendige Grundlage für den weiteren Weg hin zur Umsetzung des Zukunftskonzepts.

    Eine Entscheidung über den Antrag steht derzeit laut Klinikchef Martin Gösele aus. Das Staatsministerium habe die weitere Bewertung zurückgestellt, da zunächst die Ergebnisse des aktuell laufenden regionalen Strukturgutachtens der Planungsregion 9 abgewartet werden. Mit der Veröffentlichung des Gutachtens wird im zweiten Quartal 2026 gerechnet. „Die daraus resultierenden Empfehlungen werden maßgebend für die weitere Ausgestaltung der langfristigen Struktur der Wertachkliniken sein und damit auch die bereits vorgestellten Planungsüberlegungen einordnen und absichern“, so Gösele.

    Krankenhausvertrag bis 2029 verlängert

    Die weiteren Schritte erfolgten dabei in einem abgestimmten und gesetzlich vorgegebenen Verfahren, das sich aus den neuen Rahmenbedingungen der bundesweiten Krankenhausreform ergibt. Diese sieht unter anderem neue Qualitätsanforderungen, Leistungsgruppen und verbindliche Planungsmechanismen vor und erfordert eine enge Abstimmung auf regionaler Ebene. Gösele hält fest: „Der eingeschlagene Kurs wird dabei weiterhin von den Trägern der Wertachkliniken getragen und aktiv unterstützt. Der Landkreis Augsburg sowie die Städte Bobingen und Schwabmünchen haben ihr klares Bekenntnis zu den Wertachkliniken zuletzt mit der Verlängerung des Krankenhausvertrags bis 2029 bekräftigt und damit wichtige Planungssicherheit geschaffen.“

    Der Vorstand sei überzeugt, dass der eingeschlagene strategische Weg richtig ist, und gehe laut Gösele davon aus, dass das regionale Strukturgutachten die bereits entwickelten Konzentrationsüberlegungen bestätigt. Ziel bleibe eine langfristig tragfähige, qualitativ hochwertige und wirtschaftlich stabile Gesundheitsversorgung im südlichen Landkreis Augsburg – auch unter den neuen Rahmenbedingungen der Krankenhausreform.

    Kommt die neue Kreisklinik nach Königsbrunn?

    Über den Standort für einen Neubau verliert Klinikchef Martin Gösele kein Wort. Dafür lehnt sich die SPD-Stadtratsfraktion Königsbrunn aus dem Fenster und fragt: „Kommt die Kreisklinik nach Königsbrunn?“ So lautet der Titel der Podiumsdiskussion zur Gesundheits- und Pflegeversorgung am 27. Februar ab 19 Uhr im Hotel Krone. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, wie die ärztliche Versorgung im Landkreis langfristig gesichert werden kann, welche Rolle eine mögliche Kreisklinik in Königsbrunn spielt – und wie Pflege gestärkt und Angebote besser vernetzt werden können. Auf dem Podium diskutieren Fabian Wamser und Bezirksrat Frederik Hintermayr.

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