Newsticker
USA wollen militärische Präsenz in Europa dauerhaft verstärken
  1. Startseite
  2. Schwabmünchen
  3. Klosterlechfeld: Verkauf an Investor: Was wird aus dem Grünen Baum im Ortskern?

Klosterlechfeld
23.06.2022

Verkauf an Investor: Was wird aus dem Grünen Baum im Ortskern?

Um die Zukunft der ehemaligen Gaststätte "Grüner Baum" im Ortszentrum von Klosterlechfeld ging es im Gemeinderat.
Foto: Hieronymus Schneider

Die Gemeinde macht von ihrem Vorkaufsrecht der ehemaligen Dorfgaststätte keinen Gebrauch. Wie sie trotzdem auf dem Grundstück mitgestalten will und kann.

Die ehemalige Gaststätte "Grüner Baum" am Franziskanerplatz hat ortsbildprägenden Charakter. Schon im Jahr 2020 hat der Gemeinderat dieses Gebäude in die Sanierungsziele für den Bereich des Franziskanerplatzes aufgenommen und ein Vorkaufsrecht für die Gemeinde eintragen lassen. Nun steht die ehemalige Dorfgaststätte kurz vor dem Verkauf, denn es wurde ein Investor gefunden.

Sanierungsaufwand für ehemalige Gaststätte wäre zu hoch

Deshalb diskutierte der Gemeinderat darüber, wie die Planungsziele der Gemeinde durchgesetzt werden können. Die Option, das Vorkaufsrecht auszuüben, wurde bald verworfen. In diesem Falle müsste die Gemeinde in den bestehenden Kaufvertrag eintreten und den Kaufpreis akzeptieren. "Das Gebäude zu kaufen ist eine Sache, aber etwas daraus zu machen, ist wieder eine andere", sagte Bürgermeister Rudolf Schneider und schätzte den Sanierungsaufwand auf zwei bis drei Millionen Euro.

Die bessere Möglichkeit sei, die Bauleitplanung durch Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes in Zusammenarbeit mit dem Investor in die Hand zu nehmen. "Dieser ist existenziell, denn nur dann kann die Gemeinde Einfluss nehmen", sagte Bauamtsleiterin Elfriede Lösch. Werner Dehm vom Planungsbüro Opla erläuterte, dass ein vorhabenbezogener Bebauungsplan auch Vorteile für den Investor bringen würde. So könnten Mittel aus der Städtebauförderung zur Erhaltung der bayerischen Wirtshauskultur, sowie Steuerabschreibungen bei Einhaltung der Sanierungsziele in Anspruch genommen werden. Schneider berichtete aus ersten Gesprächen, dass der Investor mit den Sanierungszielen der Gemeinde grundsätzlich einverstanden sei. Der Gemeinderat beschloss daraufhin einstimmig die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Grundstück "Grüner Baum" und den Erlass einer Veränderungssperre zur Sicherung der Bauleitplanung.

Einig war sich das Gremium auch über die Aufstellung eines Bebauungsplanes für den Bereich um die Breite Straße. Hier geht es um die Nachverdichtung der älteren Wohngebiete nördlich der Schwabmünchner Straße. Als Grundlage dafür wurde bereits eine vertiefende Voruntersuchung durchgeführt. Dabei kristallisierte sich heraus, dass das Gebiet sinnvoll in mehrere Parzellen aufgeteilt werden solle. Mit dem Bereich der Breite Straße zwischen Ulrich-, Birken-, Linden- und Schwabmünchner Straße soll nun der Anfang gemacht werden. Die Bauverwaltung hat auch für diesen Bebauungsplan eine Veränderungssperre vorgeschlagen. Deren Notwendigkeit wurde aber vor allem von Wolfgang Wech (G.f.K.) und Werner Karge (CSU) bezweifelt. Nach längerer Diskussion wurde der Erlass einer Veränderungssperre mit sechs gegen fünf Stimmen abgelehnt.

Sanierung des Kindergartens in Klosterlechfeld kostet etwa 2,2 Millionen Euro

Für die Generalsanierung des Kindergartens "Maria Hilf" wurde eine aktualisierte Bauvereinbarung beschlossen. Darin werden die Kosten mit 2,2 Millionen Euro angegeben. Dazu wird die Kirchenstiftung einen Zuschuss in Höhe von 250.000 Euro geben. Daneben kann mit bis zu 50 Prozent Förderung aus Finanzausgleichsmitteln gerechnet werden. Bürgermeister Schneider sagte dazu: "Der Anteil der Gemeinde geht an unsere Kapazitätsgrenze, aber wir brauchen diesen Kindergarten." Der Gemeinderat stimmte geschlossen dieser Bauvereinbarung zu.

Im Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss ging es unter anderem um die Frage der Stellplätze beim Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses an der Schwabmünchner und Birkenstraße. Wegen Sichtbehinderung aus der Einmündung Birkenstraße schlug die Verwaltung einen Tausch mit dem Bauherrn vor. Demnach würde der Gehweg nach innen auf das Grundstück verlegt und davor vier Parkbuchten an der Schwabmünchner Straße angelegt. Diese öffentlichen Stellplätze würden dem Gebäude zugerechnet. Gegen diesen Vorschlag sprach sich insbesondere Christoph Donderer (Freie Wähler) aus, der dadurch eine Verschlechterung der Verkehrssicherheit sah. Schließlich erteilte der Ausschuss mit vier gegen drei Stimmen dem Bauantrag sein Einvernehmen und lehnte damit den Vorschlag der Bauverwaltung ab.

Logistikhalle im Gewerbegebiet "Am Wäldle"

Im Gewerbegebiet "Am Wäldle" wurde der Neubau einer Logistikhalle mit eigener Zufahrt befürwortet.

Ebenso wurde dem Ausbau eines Dachgeschosses zum Wohnraum in der Schwabmünchner Straße, sowie den Bauvoranfragen für ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten am Ortsende Richtung Untermeitingen und für ein Einfamilienhaus in der Sudetenstraße das Einvernehmen erteilt.

Zum Abschluss der Gemeinderatssitzung berichtete Bürgermeister Schneider über die interkommunale Kooperation der in der ILE (Integrierte ländliche Entwicklung) "Zwischen Lech und Wertach" und dem "Begegnungsland Lech-Wertach" verbundenen Gemeinden bei der Energienutzung und -erzeugung durch Windkraft, Photovoltaik, Biogas oder Geothermie.

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.