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Der Kalte Krieg: Eine Ära der Angst

Kommentar Von Maximilian Czysz
11.05.2022

Kaum zu glauben, welche Folgen der Irrflug der beiden Piloten aus dem Lechfeld im Jahr 1961 hätte haben können.

Deutsche Kampfflugzeuge im ostdeutschen Luftraum wenige Tage nach dem Mauerbau: Der Irrflug der beiden Lechfelder Bundeswehrjets 1961 hätte einen Dritten Weltkrieg auslösen können. Denn die Kampfflugzeuge über Berlin bedeuteten einen schweren Verstoß gegen die damaligen Vier-Mächte-Regeln. Entsprechend scharf war die Reaktion der Sowjetunion, die damals eine Vielzahl von Abfangjägern in die Luft schickte.

Blüten des Kalten Kriegs am Flugplatz Lechfeld

Heute ist kaum vorstellbar, welche Blüten der Kalte Krieg trieb. Hautnah bekamen sie die Menschen am Flugplatz Lechfeld mit: Als beispielsweise die F-84F-Kampfflugzeuge ausgedient hatten, sollten 1966 die Starfighter im Ernstfall in wenigen Minuten in der Luft sein. Für dieses Vorhaben sollten die Sternenkämpfer wie Raketen in den Himmel geschossen werden. Im Mai 1966 führte ein US-Testpilot auf dem Lechfeld den ersten Raketenstart einer F-104G auf europäischen Boden vor. Das Prinzip wurde wieder verworfen - es war einfach zu teuer.

Unsummen von Geld für irrwitzige Vorkehrungen verschlang diese Ära der Angst. Bei vielen Menschen ist sie wieder da. Schuld ist der Ukraine-Krieg mit seiner monströsen Gewalt und den Abgründen des menschlichen Wahns. Er verunsichert und belastet.

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