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A8-Unfälle: Telematik muss her, aber schnell

Kommentar Von Maximilian Czysz
17.10.2018

Die einen empfinden ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen als Gängelung und erklären, dass es statistisch gesehen viel mehr Verkehrsopfer auf Landstraßen gibt. Die anderen halten die Begrenzung für überfällig. Sie argumentieren, dass Tempo 120 Energie spart, die Umwelt und das Klima und nicht zuletzt die Nerven schont. Letzteres kann jeder bestätigen, der täglich auf der Autobahn unterwegs ist und keinen Nervenkitzel braucht, um sicher ans Ziel zu kommen. Und ganz ehrlich: Die Autobahn als Raum maximaler Freiheit gibt es nicht mehr. Dieser Freiheitspfad ist längst verstopft. Wer werktags unterwegs ist, kommt gar nicht mehr schneller als mit 130 vorwärts. Und: Irgendwo treffen sich alle wieder – ob an der Autobahnabfahrt, an der nächsten Ampel oder schlicht im nächsten Stau. Leider hat sich diese Erkenntnis noch nicht überall herumgesprochen.

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18.10.2018

Es gibt bereits ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Man darf laut StVO nur so schnell fahren, dass man innerhalb seines Sichtbereichs zum Stehen kommt. Gilt auch für alle anderen Straßen. Für schmale Straßen sogar nur halb so weit. Mittlerweile sind viele Fahrzeuge so leistungsstark, das Geschwindigkeiten von 250 km/h und mehr kein Problem sind. Das Auto legt 45 m in der Sekunde zurück. Bei dieser Geschwindigkeit ist der Bremsweg über 620 m, bei einer Notbremsung über 310 m. Schnelle Reaktion des Fahrers vorausgesetzt. Nachts dürften diese Geschwindigkeiten gar nicht gefahren werden, da die Fahrbahn in der Regel nicht so entsprechend ausgeleuchtet ist bzw. werden kann. Fernlicht (wenn überhaupt entsprechend ausreichend) blendet die anderen! Tagsüber ist auch wegen Kurven und Kuppen die notwendige Sichtweite oft nicht gegeben. Leider meinen viele Verkehrsteilnehmer, sie dürfen auf Autobahnen immer rasen was das Auto hergibt. Nein, es gibt nur kein Ordnungswidrigkeitsverfahren solange nichts passiert. Deshalb ist eine feste Begrenzung mittlerweile unumgänglich, weil eine Begrenzung ohne konkrete Zahl viele überfordert. Die starken Geschwindigkeitsunterschiede von Lkws 80 km/h, Pkws mit 280km/h , mit 220 km/h, mit 180 km/h, mit 150 km/h oder gar "nur" mit der Richtgeschwindigkeit von 130 km/h führen zu Staus aus dem nichts. Irgendwo treffen die sich alle und schon gibt es Vollbremsungen, weil man bis zuletzt auf dem Gas bleibt. Der Hintermann muss noch stärker abbremsen bis der letzte dann auf der linken Spur komplett steht.
Von der Verkehrsdichte ganz abgesehen holt man auch mit 200 km/h, wenn sie überhaupt mal kurz im Stossverkehr möglich sind, nichts oder vielleicht eine Ampelschaltung ein. Höherer Unfallgefahr und besonders viel schlimmeren Unfallfolgen aufgrund der hohen Geschwindigkeiten werden im Gegenzug riskiert. Auf den Autobahnen passieren viele Unfälle. Auch wenn Tempolimitgegner mit Vergleichen von Landstraßen und Stadtverkehr das Gegenteil behaupten. Das lässt sich nicht vergleichen. Schließlich fahren auf der Autobahn alle in EINE Richtung, ohne Kreuzungen, ohne Fußgänger, ohne Fahrradfahrer, ohne Ampeln, ohne Linksabbieger … und so gesehen passiert für diesen total simplen, eigentlich idiotensicheren Verkehr sehr, sehr viel. Hauptgrund sind die großen Geschwindigkeitsdifferenzen (auch mit 150 km/h darf man auf die linke Spur zum überholen!) und die auch damit verursachten Nichteinhaltungen der Sicherheitsabstände. Es gibt kein Recht mit 280 km/h über die Autobahn fahren zu dürfen. Rücksicht gilt für alle, egal wie schnell sie fahren. Wer sein Auto ausfahren will, kann ja am Wochenende zum Nürburgring fahren. Gefährdet da nur sich und andere Geschwindigkeitsjunkies und keine anderen normalen Verkehrsteilnehmer.
Die Reifengeräusche verursachen ab ca. 50 km/h den meisten Lärm (Motor wird von den Reifen übertönt!). Hier würden niedrigere Geschwindigkeiten auch zu weniger Lärm für Anwohner führen. Wir hören nachts die A8 oft sehr gut, trotz 5 km Wald und Hügeln dazwischen.
Zu Schadstoffausstoß braucht man nichts sagen, dürfte jedem schon klar sein.
Auch das Argument es würden weniger Fahrzeuge über die Straße kommen ist falsch. Am meistens Fahrzeuge je Stunde können bei ca. 52 km/h eine Straße passieren. Kann man nachrechnen. In der Berechnung aber den Sicherheitsabstand nicht vergessen! Mit einem Tempolimit, würden die Straßen sicherer, leiser, leistungsfähiger und alle würden schneller (weniger Staus!) und entspannter ankommen. Ach ja, bis 1957 gab es innerorts keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Mit der Einführung sank schlagartig die Zahl der Verkehrstoten und heute stört sich niemand mehr an dieser Gängelung. Im Gegenteil, viele die mit ihrem schicken SUVs mit 280 drängelnd über die Autobahn brettern fordern vor Ihrer Haustür mindestens eine 30er-Zone wegen den schlimmen, bösen und rücksichtlosen Rasern.

Was dem Ami seine Knarre ist dem Deutschen seine Karre. Bei Gegner von Tempolimits ist es wie Gegner eines Waffenverbots. Argumente zählen nicht, sondern die Egobefriedigung wird als Symbol der Freiheit sterilisiert.

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18.10.2018

stilisiert! muss es natürlich heißen.

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18.10.2018

Klar. Immer her mit der Gängelung. Vollkommener Blödsinn. Fahren Sie mal die Strecke von Salzburg nach München.

Möglichst Sonntag abend gegen 22.00 oder später. Ich fahr da regelmäßig und ist immer wieder der gleiche Dreck.

Es schneit. Stau an der Grenze. Danach :gibt die Beschilderung Tempolimit 120 vor. Geschlossene Schneedecke. Ok 80 sind genug. Geht so bis Rosenheim. Kurz nach Rosenheim Irschenberg Tempolimit 80 - schneit immer noch. 80 ist okay. Ausfahrt Weyarn jetzt regnet s ….. neue Geschwindigkeitsbegrenzung 60 …..die letzten 25 Kilometer auf München zu vierspurig.....nichts los..... immer noch 60 ……. und irgendwann kommt dann der Punkt an dem sich wirklich gar keiner mehr dran hält...…..

Schwachsinn !!!! Wie wär s wenn die Verkehrsteilnehmer einfach mal ihr Hirn einschalten? Manchmal glaub ich aber, das ist zu viel verlangt

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18.10.2018

Ich fahre werktäglich die A8 von Zusmarshausen nach Augsburg West. In der Früh ab 06.00 Uhr und Nachmittags retour. Da wird auf der linken Spur aufgefahren bis man die Plaketten ablesen kann. Das bei Tempo 200km/h. Da wird von der mittleren Spur nach links gezogen, ohne auf den Verkehr zu schauen, mit Tempo 100km/h!! Das führt oft zu Vollbremsungen um Karambolagen zu vermeiden.
Da fahren Autos ohne funktionierende Rücklichter oder mit nur einem Fahrtlicht. Ich vermisse hier etwas......unsere Polizei! Was würde es ausmachen täglich eine Streife zu den "Spitzenzeiten" mit einzuschleusen? Aber bitte in "zivil"! Hier sind teilweise "Traumtänzer" unterwegs, die auf einer Autobahn nichts verloren haben. Fahren ohne Vernunft und ohne jede Rücksicht auf andere! Dabei sind nicht einmal die "Schnellfahrer" die Gefährder, sondern wie bereits beschrieben, die 100km/h "Schleicher". Wahnsinn! Täglich.....pur!

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18.10.2018

>> Da wird von der mittleren Spur nach links gezogen, ohne auf den Verkehr zu schauen, mit Tempo 100km/h!! <<

Das ist einfach ein Märchen - vorallem was die linke Spur betrifft. In der Mitte mag das bei der Überholung von LKW noch passieren, aber links kenne ich es nicht.

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17.10.2018

>> Statt jetzt einen neuen Eiertanz um die heilige Kuh Autobahn zu beginnen, sollte die moderne Telematik mehr in den Fokus rücken. Sie kann je nach Situation die Geschwindigkeit steuern, was unter dem Strich am meisten Sicherheit bringt. <<

Das ist eine Einzelmeinung die verkehrswissenschaftlich nicht belegbar ist.

Im aktuellen Fall geschah alles bei trockenem Wetter und guter Sicht - eine Telematik Schilderbrücke hätte auch nur "freie Fahrt" signalisiert.

Ein Tempolimit muss her - das ist schnell und günstig. Für die hohen Kosten der Schilderbrücken kann an anderer Stelle sinnvolle Infrastruktur geschaffen werden.

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