Newsticker
RKI: 140.160 neue Corona-Ansteckungen, 170 Todesfälle – Inzidenz steigt auf 706,3
  1. Startseite
  2. Specials Redaktion
  3. Bayern-Monitor
  4. Umfrage: Mehrheit hält Regierung mit vielen Parteien für problematisch

Umfrage
23.09.2021

Mehrheit hält Regierung mit vielen Parteien für problematisch

Nicht mal mehr eine Woche: Am 26. September wird ein neuer Bundestag gewählt - und letztlich ein neuer Kanzler oder eine neue Kanzlerin bestimmt.
Foto: Kay Nietfeld, dpa

Exklusiv Regiert in Deutschland künftig ein Dreierbündnis? Möglich ist das, glaubt man aktuellen Umfragen. 52 Prozent der Deutschen haben davor jedoch Bedenken.

Ampel, Deutschland, Jamaika - die Koalitionsmöglichkeiten nach der Bundestagswahl werden bunt. Einer Mehrheit der Deutschen offenbar etwas zu bunt: 52 Prozent fänden es problematisch, wenn die nächste Regierung aus mehr Parteien bestünde als aktuell. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für unsere Redaktion. Demnach sieht knapp jede und jeder Dritte "auf jeden Fall" Probleme auf Deutschland zukommen, sollten künftig mehr als zwei Parteien die Bundesrepublik regieren. Vier von zehn Befragten haben auch bei einem Dreierbündnis keine Bedenken. Der Rest ist unentschieden.

 

Nachdem es zunächst monatelang nach einem Bündnis aus Union und Grünen auf Bundesebene aussah, konnten die Sozialdemokraten in den vergangenen Wochen in Umfragen stark aufholen und liegen mittlerweile vorne. Damit könnte es nach der Wahl eine Dreier-Koalition geben - aussichtsreich im Rennen sind unter anderem Jamaika (Union, Grüne, FDP), Rot-Grün-Rot sowie eine Ampel bestehend aus SPD, Grünen und FDP.

Unionswählerinnen und -wähler würden ein großes Bündnis kritisch sehen

Die Bayerinnen und Bayern - seit jeher keine sonderlich vielfältigen Bündnisse gewohnt - haben indes ebenfalls Bedenken. Ähnlich wie auf Bundesebene sehen sogar 54 Prozent der Menschen im Freistaat eine Regierung mit mehr als zwei Parteien als problematisch an. 38 Prozent sind anderer Meinung.

Die Umfrage zeigt: Besonders Wählerinnen und Wähler der Union könnten sich mit einem großen Bündnis weniger anfreunden. Sieben von zehn Befragten aus dem Lager der CDU/CSU sehen viele Parteien in der Regierungsverantwortung kritisch. Am wenigstens Vorbehalte haben laut Umfrage die Wählerinnen und Wähler von der Linken (26 Prozent) und den Grünen (37 Prozent).

 

Das Meinungsforschungsinstitut Civey zählt für seine repräsentativen Umfragen nur die Stimmen registrierter und verifizierter Internetnutzerinnen und -nutzer, die Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angegeben haben. Die Stimmen werden nach einem wissenschaftlichen Verfahren gemäß der Zusammensetzung von Deutschlands Bevölkerung gewichtet. Für die Frage "Wäre es Ihrer Meinung nach problematisch, wenn mehr Parteien als aktuell an der Bundesregierung beteiligt wären?" wurden im Zeitraum vom 20.09.2021 bis 22.09.2021 die Antworten von 5001 Teilnehmenden aus Deutschland berücksichtigt. Der statistische Fehler liegt bei 2,5 Prozent.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

23.09.2021

In der heutigen Zeit dürfte eine 2-Parteienregierung fast unmöglich sein. Der Wähler hat es kaum in der Hand, denn eine Absprache zwischen so ca. 60 000 000 Wählern erscheint unmöglich. :-)

Permalink
23.09.2021

Liest sich extrem vereinfacht so: Der Wähler hält das für problematisch, was er durch seine Stimme beeinflusst. Irgendwie paradox.
Die Zeiten der großen Volksparteien sind nun mal vorbei. Die Bewertung ob das gut oder schlecht ist, bleibt jedem selbst überlassen.

Permalink
23.09.2021

Wie wär's denn mal damit, mehr Demokratie und Parlamentarismus zu wagen mit einer Minderheitsregierung? Koalitionen bedeuten doch, dass man in den Koalitionsverhandlungen bereits die Kompromisse für die nächsten 4 Jahre aushandelt. Ein starres System und bei drei Partnern ein Garant für Stillstand. Egal welche zwei Parteien den größten Block bilden - für alle Themen ließen sich im Parlament Mehrheiten finden. Natürlich nur, wenn die Parteien nicht, wie bisher üblich, ihre Mitglieder verfassungswidrig zu einem nur parteistrategisch motivierten Abstimmungsverhalten zwingen. Wenn wir uns schon das weltgrößte Parlament leisten, dann lassen wir es doch endlich mal seine vorgesehenen Aufgaben erfüllen, anstatt es zu Regierungsentscheidungsabnickern zu degradieren.

Permalink
23.09.2021

Deutschland hatte nie ein Parteien-Problem, sondern immer ein Führungsproblem, speziell heute.

Permalink
23.09.2021

Ein Führerproblem hatten wir bis 1945.

Permalink
23.09.2021

Warum haben die Menschen da Bedenken, wenn mehrere Parteien regieren ?
Der Wähler hat es doch selbst in der Hand !

Permalink