Mit zwei Prozent Zuwachs im April ist sie klar der Gewinner der aktuellen politischen Stimmung in Bayern: Wenn am Sonntag Landtagswahl wäre, würden 19 Prozent der Wählerinnen und Wähler die AfD wählen. Das passt zum bundesweiten Trend, in dem die Rechtsaußen-Partei immer stärker wird und in ostdeutschen Bundesländern erste Regierungsansprüche anmeldet. Verlierer dieser Entwicklung sind die Parteien der Mitte – etwa die nach den jüngsten Landtagswahlen krisengeschüttelte SPD. Nur noch sieben Prozent der Wählerinnen und Wähler in Bayern würden die Partei wählen. Aber auch die CSU und Ministerpräsident Markus Söder stecken im Tief.
Das zeigen die Umfrageergebnisse des Meinungsforschungsinstituts Civey, mit dem unsere Redaktion kontinuierlich das Stimmungsbild in Bayern untersucht. Demnach landet die CSU bei aktuell 38 Prozent Zustimmung in Bayern, ein Prozentpunkt weniger als im Vormonat. Drastischer ist die Entwicklung bei den Beliebtheitswerten des Landesvaters. Mit dessen Arbeit sind insgesamt nur noch 36 Prozent der Befragten zufrieden – satte sieben Prozentpunkte weniger als im Vormonat. Ein Schicksal, das Söder sich mit vielen Akteuren der in Berlin regierenden Parteien teilt. In Zeiten anhaltender Krisen und astronomischer Spritpreise kämpfen etwa auch SPD-Vizekanzler Lars Klingbeil oder CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche mit schlechten Werten, Bundeskanzler Friedrich Merz gilt sogar als einer der unbeliebtesten Regierungschefs der Welt.
Schlappe bei Kommunalwahl: Kritiker in der CSU stellen Markus Söders Kurs infrage
Söder und seine CSU hatten zudem im März eine herbe Schlappe bei den Kommunalwahlen in Bayern zu verkraften. Dort holte sie das schlechteste Ergebnis seit 75 Jahren und verlor einige Landratsämter und Rathäuser – unter anderem Augsburg, ausgerechnet an den kriselnden Berliner Koalitionspartner SPD. Söder erklärte dies unter anderem damit, dass die Parteien vor Ort die falschen Kandidatinnen und Kandidaten ausgewählt hätten und kündigte an, sich künftig aus der Parteizentrale stärker einmischen zu wollen. Später entschuldigte er sich für die Äußerungen. In der Partei werden indes Stimmen lauter, die Söders Kurs kritisieren und sich gegen Einfluss aus München auf die Kommunalpolitik wehren. Aber nicht nur die CSU kämpft mit ihren Umfragewerten.
Trotz eines Zuwachses von einem Prozentpunkt auf jetzt 13 Prozent stehen in Bayern auch die Grünen, die Freien Wähler mit unverändert elf, die FDP mit nur zwei Prozent wie auch die SPD aktuell schlechter da als bei der vergangenen Landtagswahl. Der erneute Zugewinn der AfD folgt nun auf einige Monate, in denen der Aufstieg der Rechten einen vorübergehenden Dämpfer erhalten hatte. „Bayern zeigt ein Muster, das wir auch bundesweit beobachten“, analysiert die Demoskopin und Civey-Mitgründerin Janina Mütze diese Entwicklung. „Die politische Mitte verliert an Bindekraft, allerdings verschiebt sich das Kräfteverhältnis dabei aktuell vor allem nach rechts”, sagt sie.
Ob sich das dauerhaft so bestätige, werde sich aber erst zeigen. Die AfD sei jedenfalls sowohl in Bayern als auch bundesweit „strukturell gefestigt“, ihren Zenit habe sie noch nicht überschritten. Dennoch: „Dass die CSU weiterhin so stark bleibt, hängt auch mit einer bayerischen Besonderheit zusammen: Die Freien Wähler wirken als zusätzlicher Stabilitätsfaktor im konservativen Spektrum“, erklärt Mütze den trotzdem weiterhin klaren Vorsprung der Union. Insgesamt stärke „die aktuelle politische Dynamik“ aber eher Parteien „außerhalb der klassischen Mitte“. Und das sei auch weiter so zu erwarten, wenn es ihnen nicht gelingt, „zentrale Zukunftsfragen überzeugend zu beantworten und zugleich die konkreten Sorgen und Unsicherheiten breiter Bevölkerungsschichten glaubwürdig aufzugreifen“, sagt Mütze.
Das Meinungsforschungsinstitut Civey zählt für seine repräsentativen Umfragen nur die Stimmen registrierter und verifizierter Internetnutzerinnen und -nutzer, die Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angegeben haben. Die Stimmen werden nach einem wissenschaftlichen Verfahren gemäß der Zusammensetzung von Bayerns Bevölkerung gewichtet. Für die Frage „Wen würden Sie wählen, wenn am Sonntag Landtagswahl in Bayern wäre?" wurden im Zeitraum vom 3.4.2026 bis 17.4.2026 die Antworten von 5000 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern aus Bayern berücksichtigt. Für die Frage „Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit von Ministerpräsident Markus Söder?" wurden im Zeitraum vom 19.3.2026 bis 16.4.2026 die Antworten von 4970 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern aus Bayern berücksichtigt. Der statistische Fehler liegt bei 2,7 bzw. 2,5 Prozent.
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Wir möchten wissen, wie Bayern tickt. In Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey untersuchen wir in Umfragen, wie die Menschen im Freistaat über bestimmte Themen denken.
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Zu den Fragen des Bayern-Monitors gelangen Sie auch hier:
- Wen würden Sie wählen, wenn am Sonntag Landtagswahl in Bayern wäre?
- Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit von Ministerpräsident Söder?
- Welches dieser Themen ist Ihnen gegenwärtig besonders wichtig?
- Wie sicher fühlen Sie sich in Bayern?
Hinweis zu den Umfragen des Bayern-Monitors: Da wir mit unserem Bayern-Monitor die Stimmung in Bayern langfristig betrachten, laufen unsere Umfragen weiter. Es ist also möglich, dass sich die Umfrageergebnisse zu einem späteren Zeitpunkt von den im Text thematisierten Ergebnissen unterscheiden.
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