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Leichtathletik

27.06.2017

Achtkampf statt Zehnkampf?

Paul Meier

Paul Meier schlägt Reform für einen attraktiveren Wettbewerb vor

Innovativer Vorschlag oder Schnapsidee? Bei den Olympischen Spielen 2024 könnte ein Acht- statt eines Zehnkampfs zum Programm gehören – wenn es nach Paul Meier ginge. Zu seinem Vorschlag gehört auch, dass der Siebenkampf der Frauen um eine Disziplin aufgestockt wird. „Durch eine Reduktion soll die Attraktivität wieder gesteigert werden. Der Mehrkampf läuft doch gegenwärtig bei großen Titelkämpfen wie WM und Olympia nur nebenbei mit“, sagte der einstige Weltklasseathlet und heutige Präsident des deutschen Zehnkampfteams. Der Europäische Leichtathletik-Verband EAA prüfe den Vorschlag.

Anstoß für diese Idee war ein neuer Vorstoß des Weltverbandes IAAF, im Zuge der Gleichberechtigung für Frauen den Zehnkampf einzuführen. „Ich habe grundsätzlich nichts dagegen, aber es macht die Disziplin nicht attraktiver“, sagte Meier. Denn bevor Frauen im Zehnkampf auf Weltniveau ankommen, würde es viele Jahre dauern. Zum Reformvorschlag gehört, Stabhochsprung und den Diskuswurf aus dem Zehnkampf herauszunehmen; der Siebenkampf soll um eine Laufdisziplin wie 100 Meter aufgestockt werden. Auf die zwei Disziplinen zu verzichten, hätte laut Meier zwei Vorteile: Für den Nachwuchs wäre Mehrkampf ohne den kostenintensiven Stabhochsprung attraktiver, Stäbe kosten rund 500 Euro. Und der Zeitplan könnte gestrafft werden. Hinzu kommt, dass in gut einem Drittel der Welt Diskus und Stabhochsprung nicht stattfindet.

Wo immer Paul Meier seine Ideen bisher vorgestellt hat, schlägt ihm nicht nur Wohlwollen entgegen – auch beim Mehrkampf-Meeting in Ratingen nicht. „Ein Aha-Effekt ist von den Traditionalisten nicht zu erwarten“, sagte der WM-Dritte von 1993. (dpa)

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