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Porträt

31.05.2019

Anthony Joshua: Der Knockout-Mann trifft auf Andy Ruiz Jr.

Anthony Joshua boxt gegen Carlos Takam um die Titel der Verbände WBA und IBF. Foto: Tim Goode
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Anthony Joshuas Bilanz ist beeindruckend: Der Brite gewann alle 22 Profikämpfe.
Bild: Tim Goode, dpa (Archiv)

Ihm droht Gefängnis und der soziale Abstieg. Doch dann klopft Anthony Joshua bei einem Box-Club an. Und feiert als Späteinsteiger unglaubliche Erfolge.

Mit 18 Jahren gewinnen Weltklasse-Sportler internationale Titel und verdienen Millionen. Im gleichen Alter öffnet Anthony Joshua zum ersten Mal die Tür eines Boxclubs im Londoner Norden. Sein Cousin hat ihn zu einem Probetraining überredet, und da steht er nun: Joshua, der 1,98-Meter-Mann, der nur Faxen im Sinn hat. Der Trainer wird sich so später an Joshuas erste Tage so erinnern: "Er lachte die ganze Zeit. Ich dachte, er wäre auf Crack." Zwei Jahre später gewinnt Joshua, der anfangs so undiszipliniert schien, die ersten Titel. Fünf Jahre später eine olympische Goldmedaille. Dann wird er zum Maß aller Dinge.

Anthony Joshua auf Instagram: Der lässige Typ

Bis heute ist Joshua im Ring unbesiegt. 22 Profi-Kämpfe, 22 Siege - davon 21 per Knockout. Er trägt drei von vier WM-Gürtel der wichtigsten Verbände. Für viele ist der 29-Jährige der beste Schwergewichts-Boxer der Welt. Und bald wird er das möglicherweise unter Beweis stellen. Dann könnte Joshua auf den US-Amerikaner Deontay Wilder treffen. Wilder ist Weltmeister des Boxverbands WBC. Kommt der Kampf der beiden Schwergewichte zustande, dann geht es um alle vier WM-Gürtel der wichtigsten Boxverbände. Als unumstrittener Champion im Schwergewicht gilt, wer die Titel dieser vier großen Verbände auf sich vereinen kann.

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Joshua, das ist ein lässiger Typ. Ein Hüne, der früher Sprinter oder Fußballer werden wollte. Einer, der am Frühstückstisch rappt, sich im Zweikampf um einen Fußball gegen ein Kind geschlagen gibt und seinem ehemaligen Trainer ein BMW-Coupé schenkt. Einer, der immer lacht. Zumindest vor der Kamera.

Anthony Joshua: Nächster Kampf gegen Andy Ruiz Jr.

Bevor es so kommt, steht Joshuas Karriere aber auf der Kippe. Nach einer Schlägerei sitzt er in Untersuchungshaft, später entdecken Polizeibeamte Marihuana in seinem Auto. Joshua, der bei seiner Verhaftung den offiziellen Trainingsanzug der britischen Olympia-Mannschaft getragen haben soll, droht eine Gefängnisstrafe. Doch er kommt mit Sozialstunden davon. Später wird Joshua vom "endgültigen Wendepunkt in meinem Leben" sprechen.

Seine Box-Karriere nimmt jetzt Fahrt auf, was er auch dem britischen Sportförderungssystem zu verdanken hat. Für die Olympischen Sommerspiele 2012 investieren die Briten Millionen in ihre Sportler. Und Joshua zahlt es ihnen mit einer Goldmedaille zurück. Es folgt der Einstieg in eine Profikarriere, und manch einer ahnt schon: Dieser Mann wird bald die höchste Auszeichnung im Box-Sport tragen - einen Weltmeister-Titel.

Und so kommt es auch: Von Joshuas ersten 14 Gegnern übersteht keiner mehr als drei Runden im Ring. Auch alle anderen schickt er auf die Matte. Nur der Neuseeländer Joseph Parker übersteht in Joshuas 21. Kampf alle zwölf Runden - und verliert am Ende dennoch nach Punkten.

Nun wartet mit Andy Ruiz Jr. erst einmal ein weiteres Schwergewicht auf Joshua. Der 29-Jährige wurde nur einmal im Ring geschlagen. Und auch er besiegt seine Gegner bevorzugt auf eine Variante: per Knockout.

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