Newsticker
Söder: Müssen auf Dauer über "Sonderoptionen" für Geimpfte reden
  1. Startseite
  2. Sport
  3. Corentin Tolisso: Schweizer Taschenmesser war früher

FC Bayern

19.02.2021

Corentin Tolisso: Schweizer Taschenmesser war früher

Mal wieder außen vor: Für Corentin Tolisso vom FC Bayern ist die Saison wegen eines Sehnenrisses im Oberschenkel so gut wie beendet.
Bild: Tim Groothuis, Witters

Für Corentin Tolisso ist die Saison gelaufen, er riss sich eine Sehne im Oberschenkel. Trainer Hansi Flick wehrt sich juristisch gegen die AfD.

Als Corentin Tolisso im Sommer 2017 beim FC Bayern als Neuzugang präsentiert wurde, waren die Erwartungen groß. 42,5 Millionen Euro überwiesen die Münchner damals an Olympique Lyon und machten den Mittelfeldspieler zum teuersten Bundesligaspieler der Geschichte – ein unter Spielern mäßig beliebter Titel, den sich zwei Jahre später sein heutiger Vereinskollege Lucas Hernandez sichern sollte. Der Spitzname Tolissos war ebenso vielversprechend: "Schweizer Taschenmesser" wurde er in seiner Heimat Frankreich wegen seiner Vielseitigkeit und Zuverlässigkeit genannt.

Es sind Erwartungen, die Tolisso während seiner bisher drei Spielzeiten nie richtig erfüllen konnte. Vor allem Verletzungen machten ihm immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Von 157 möglichen Pflichtspielen verpasste Tolisso laut einer Aufstellung des Branchendienstes Transfermarkt 63 Partien, weil der Körper streikte. Das teure Schweizer Taschenmesser aus Lyon – es präsentiert sich in München stark reparaturanfällig.

Corentin Tolisso wurde am Freitag in München operiert

Insofern passte es ins Bild, was sich am Donnerstag im Bayern-Training ereignete: Bei einem Torabschluss verzog Tolisso das Gesicht, griff sich an den Oberschenkel und meldete sich danach ab. Eine Untersuchung der Bayern-Ärzte bestätigte die schlimmsten Befürchtungen: Sehnenabriss im Oberschenkel, drei Monate Pause. Die Saison ist damit für Tolisso so gut wie beendet. Am Freitagmorgen wurde der Franzose in München operiert. Wenige Stunden später verkündete Bayern-Trainer Hansi Flick die Nachricht in der Pressekonferenz vor dem Spitzenspiel gegen Eintracht Frankfurt (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) und fügte an: "Das tut mir sehr leid für ihn, weil er in den kommenden Wochen die Möglichkeit gehabt hätte, zu zeigen, was er kann." So wie am Montagabend, als er mit einem Tor für die müden Weltpokalsieger einen Punkt gegen Bielefeld gerettet hatte. Mit einem Blick auf die Verletzungshistorie seines Spielers fügte Flick, den in seiner Spielerkarriere selbst viele Verletzungen plagten, an: "Es ist fast eine Tragödie."

Tatsächlich ist der Begriff Tragödie für einen Gehaltsmillionär wie Tolisso etwas zu hoch gehängt – extrem bitter stellt sich die Situation für den Franzosen aber auf jeden Fall dar. Denn auch hinsichtlich seiner Vertragssituation kommt die Verletzung zur Unzeit. Sein Arbeitspapier läuft im Sommer 2022 aus. Im Finanzplan des Profi-Fußballs bedeutet das: Entweder Tolisso verlängert seinen Vertrag – oder er soll im Sommer verkauft werden, um einen ablösefreien Abgang des einstmals teuersten Bundesliga-Profis zu verhindern. Auch für den FC Bayern kommen nur diese beiden Szenarien infrage – aber wer zahlt Millionen für einen Verletzten? Eine Frage, die die Zukunft beantworten wird. In den Kader zurückkehren wird hingegen das Trio Jérôme Boateng, Javi Martínez und Leon Goretzka – die beiden Letztgenannten könnten Tolissos Position im Mittelfeld einnehmen.

Bayern-Trainer Flick geht juristisch gegen die AfD vor

Unterdessen hat Trainer Flick andere Probleme: Der 55-Jährige geht juristisch gegen den AfD-Bundestagsabgeordneten Johannes Huber vor, der ein Zitat Flicks zu SPD-Politiker Karl Lauterbach samt eines Bildes des Trainers auf seiner Facebook-Seite verwendet hatte . Mittlerweile ist der Post zwar wieder gelöscht, der Ärger Flicks aber noch nicht verraucht: "Ich habe das meinem Anwalt übergeben und gehe mit allen Möglichkeiten dagegen vor. Ich möchte mit dieser Partei nicht in Verbindung gebracht werden. Das sind nicht meine Werte, nicht meine Überzeugung."

Lesen Sie auch:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren