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Coronavirus-Krise

23.04.2020

DFL hofft auf Neustart der Fußball-Bundesliga im Mai

Der seit Mitte März unterbrochene Spielbetrieb in der Fußball-Bundesliga und 2. Liga bleibt wegen der Coronavirus-Pandemie bis auf Weiteres ausgesetzt.
Bild: Frank Rumpenhorst/dpa

Die Corona-Zwangspause im Fußball dauert an. Wann es weitergeht, muss die Politik entscheiden. Die DFL hat zumindest die Voraussetzungen dafür geschaffen. Doch es gibt auch ein Worst-Case-Szenario.

Der deutsche Profifußball steht in den Startlöchern für eine Saison-Fortsetzung und wartet sehnsüchtig auf das entscheidende Signal aus der Politik.

"Es liegt nicht an uns, einen Starttermin festzulegen", sagte DFL-Boss Christian Seifert nach der Mitgliederversammlung der 36 Erst- und Zweitligisten. "Wenn es der 9. Mai wäre, wären wir bereit. Wenn es irgend ein Tag danach sein wird, sind wir auch dann bereit", verkündete der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga.

Das erste Mai-Wochenende als Starttermin für eine Wiederaufnahme des seit Mitte März ausgesetzten Spielbetriebes nannte Seifert "unrealistisch". Selbst ein Datum festzulegen, wäre "anmaßend, gehört sich auch nicht und liegt nicht an uns", stellte er klar. Die Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel konferieren am 30. April - dann könnte eine Entscheidung fallen.

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Hinter den Kulissen beschäftigt sich die milliardenschwere Branche allerdings auch mit einem Worst-Case-Szenario, falls die Politiker und Gesundheitsexperten zu einer anderen Bewertung kommen als von den Vereinen erhofft. Sollte eine Rückkehr in den Spielbetrieb zeitnah nicht möglich sein, müsse klar sein, "dass wir auch in einigen Monaten nicht spielen werden. Dann wäre die Bundesliga irgendwann ein Kollateralschaden dieser Corona-Krise", betonte Seifert.

Um dies zu vermeiden, wurde von einer Task Force unter der Leitung von DFB-Chefmediziner Tim Meyer ein umfassendes Konzept erarbeitet, das den Vereinen bei der rund dreistündigen Video-Konferenz vorgestellt wurde und die Rahmenbedingungen für eine Fortsetzung der Saison definiert. Ein konkretes Datum für die Rückkehr ins reguläre Mannschaftstraining ist darin nicht enthalten.

Dafür sind in dem Strategiepapier strikte organisatorische Vorgaben festgehalten. So sollen maximal ca. 300 Personen an der Durchführung einzelner Geisterspiele beteiligt werden - Spieler und Trainer eingeschlossen. Zudem gibt es klare Vorgaben für Hygienemaßnahmen.

Die Spieler sollen während der Saison engmaschig auf das Coronavirus getestet werden, mindestens einmal pro Woche. Dafür rechnet die DFL mit einem Bedarf von rund 20.000 Tests. "Wir haben auch hier eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen, mit insgesamt fünf Laborverbänden", sagte Seifert. "Alle Labore haben uns schriftlich versichert, dass die derzeitigen Kapazitäten ausreichend sind und durch Covid-19 keine Limitierung der Testkapazitäten auftreten."

Darüber, ob die Fußball-Profis trotz fehlender Symptome ständig kontrolliert werden sollen, war ein fast schon gesellschaftspolitischer Streit entbrannt. Auch das Robert Koch-Institut meldete Zweifel an der Sinnhaftigkeit an. Das Bundesinnenministerium sprach sich gegen die baldige Terminierung des Neustarts aus.

Die Diskussionen über den Neustart hatten in dieser Woche mächtig Fahrt aufgenommen, nachdem die Ministerpräsidenten Markus Söder (Bayern/CSU) und Armin Laschet (Nordrhein-Westfalen/CDU) öffentlichkeitswirksam den 9. Mai als möglichen Termin ins Spiel gebracht hatten. Dafür gab es reichlich Kritik, gegen die sich Seifert wehrte. Wie auch andere Firmen in der Corona-Krise sei die Deutsche Fußball Liga ein Unternehmen, "das zurückkehren möchte und irgendwann zurückkehren muss".

Klar sei, dass dies nur mit Geisterspielen geschehen könne und Partien ohne Zuschauer derzeit die einzige Möglichkeit seien, "die Bundesliga, wie wir sie kennen, am Leben zu erhalten. Ich bitte alle, die sich für die Bundesliga interessieren, dafür um Nachsicht und um Unterstützung", sagte Seifert. Es sei durchaus denkbar, dass diese Einschränkung bis zum Ende des Jahres oder sogar darüber hinaus gelten könnte. Die Vereine seien daher aufgefordert worden, die Hinrunde der kommenden Saison ohne Zuschauereinnahmen zu planen.

Kurzfristig ist die Liquidität der Liga gesichert, nachdem die DFL eine Einigung mit fast allen Medienpartnern über eine Vorauszahlung der noch ausstehenden TV-Prämien erzielt hat. "Wir haben intensive Gespräche geführt, die waren geprägt von Respekt", sagte Seifert und kündigte an: "Erste Zahlungen sollen im Mai kurzfristig ausgelöst werden." Nur ein Unternehmen, dessen Name nicht genannt wurde, will nicht zahlen.

"Es wurden auch Vereinbarungen getroffen, wie damit umzugehen ist, sollte die Saison nicht zu Ende gespielt werden können. Klar ist auch: Sollte die Saison nicht wieder starten, greifen gewisse Mechanismen zur Rückzahlung." In diesem Fall könnte es bei einigen Vereinen zu Engpässen kommen.

Für den Fall einer Saison-Fortsetzung nahm Seifert auch die Fans in die Pflicht. "Wenn wir wieder spielen, ist klar ein Argument, dass es nicht zu Zuschaueransammlungen am Stadion kommen darf", stellte er klar. Sonst könnte es sogar zu Spielabbrüchen kommen. Die Clubs müssten daher in einen intensiven Dialog mit ihren Anhängern treten, um solche Szenarien zu vermeiden. (dpa)

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