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Handball

29.01.2019

Den Höhenflug nutzen

Hendrik Pekeler begeisterte mit seinen Mannschaftskollegen die deutsche Öffentlichkeit. Ob das zu einem Boom führt?
Bild: Witters

Nach der WM sollen Verband und Vereine von der Euphorie profitieren. Die Chance hatte man schon mal vergeben

Nach dem einen oder anderen Frustbier und einem gemeinsamen Abendessen verabschiedeten sich die deutschen Handballer ohne die erhoffte WM-Medaille in einen Kurz-Urlaub. Für Andreas Wolff & Co. geht es in der Bundesliga am 7. Februar weiter, für die Verbandsführung dagegen begann schon am Tag nach dem Ende der in beinahe allen Bereichen gelungenen Heim-WM wieder der Alltag. In den kommenden Monaten soll der Boom, anders als beim Wintermärchen vor zwölf Jahren, genutzt werden.

„Die WM gibt natürlich einen Schub“, sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann. „Da haben wir inzwischen die nötigen Formate, die es 2007 noch nicht gab. Es muss schneller möglich sein, aus diesem WM-Effekt der hervorragenden sportlichen Leistung, der großartigen Stimmung in den Hallen und der großen Medienpräsenz, Wirkung zu erzielen.“ Der Handball wittert seine Chance, sich auf Jahre hinaus als Mannschaftssportart Nummer zwei hinter dem Fußball zu etablieren. „Wir können dank der langfristigen TV-Verträge jetzt jedes Jahr einen Peak erreichen und haben 2024 eine Heim-EM. Es deutet alles darauf hin, dass wir eine kontinuierliche Steigerung erreichen können“, sagte Vorstandschef Mark Schober.

Die Voraussetzungen dafür sind günstig. Der Verband hat sich in den vergangenen Jahren reformiert und professionelle Strukturen geschaffen. Auch Themen wie Ehrenamt, Trainerausbildung und Gewinnung von Schiedsrichtern stehen nicht erst seit den begeisternden WM-Tagen auf der Agenda. „Als Dachverband können wir Leuchtturmprojekte machen und beraten, aber wir brauchen natürlich unsere Landesverbände, die Vereine und die Spieler bis zur untersten Ebene, die die Werte des Handballs weitergeben“, sagte Schober und zählte auf: „Bodenständigkeit, Nahbarkeit, Durchsetzungsfähigkeit, Teamfähigkeit.“

Die wurden einem Millionenpublikum vor den TV-Geräten vermittelt. „Handball ist 60 Minuten Schweiß, Tränen und Action – das haben wir Deutschland präsentiert“, lobte DHB-Vizepräsident Bob Hanning.

Dennoch äußerte sich ausgerechnet Handball-Ikone Heiner Brand skeptisch. „Volksnähe, Bescheidenheit, Bodenständigkeit sind Attribute, die den Handball schon immer ausgezeichnet haben. Das hat man schon immer gelobt, hat sich bisher nach einem großen Erfolg aber nicht ausgewirkt“, sagte der Weltmeister-Trainer von 2007. (dpa)

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