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Der Glaube an das Gute in Mario

23.01.2019

Mario Balotelli hat einen neuen Verein gefunden. Einen, der einen innovativen Weg bei der Vertragsgestaltung geht.

Wasser ist nass, nachts ist es dunkel, Mario Balotelli wechselt den Verein. Verwunderlich an Letzterem ist lediglich, dass der italienische Stürmer immer noch einen Klub findet, der auf eine grundsätzliche Verhaltensänderung hofft. Beruhigend, dass sich in der durchkommerzialisierten Fußball-Welt immer noch ein sozialpädagogischer Einschlag findet.

Der 28-Jährige zerlegte Luxusautos, schmiss bei Auswechslungen sein Trikot auf den Rasen oder warf mit Dartpfeilen auf Jugendspieler. Nach der vergangenen Sommerpause erschien er übergewichtig zum Trainingsauftakt. In Nizza verloren die Verantwortlichen nun den Glauben an das Gute in Balotelli. Anders als die Philantropen in Marseille, wo der Italiener eine Anstellung bis zum Saisonende gefunden hat.

Der Erziehungs-Ratgeber für Balotelli: belohnen statt bestrafen

Offenbar hat man bei Qlympique tief in Erziehungsratgeber geschaut, denn das Balotelli bindende Vertragswerk ist geprägt vom weitverbreiteten pädagogischen Ansatz: Belohnen statt bestrafen. Balotelli soll demnach Prämien für gebührliches Verhalten gegenüber Fans, Mitspielern und Schiedsrichtern erhalten. Andere mögen das als Selbstverständlichkeiten abtun. Andere sind aber auch nicht Mario Balotelli.

Das Beispiel eröffnet überdies auch Optionen abseits des Fußballs für Vertragsverhandlungen. Warum etwa soll der Steuerbeamte keinen Zuschlag bekommen, wenn er einen Tag lang nicht mit dem Kopf auf dem Schreibtisch schläft? Der Barkeeper erhält einen Zuschlag für jeden Gast, den er nach einer Whiskey-Cola-Bestellung nicht aus der Bar werfen lässt. Ein Leckerli für jede rote Ampel, an der der Blindenhund sein Herrchen oder Frauchen vor anrauschenden Siebeneinhalbtonnern bewahrt.

Balotelli nun darf sich über zusätzliche Euros freuen, wenn er dem Schiedsrichter höflich die Hand schüttelt oder den Fans Autogramme gibt. Wasser ist nass, nachts ist es dunkel.

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