Newsticker
Impfkommission Stiko empfiehlt AstraZeneca jetzt auch für über 65-Jährige
  1. Startseite
  2. Sport
  3. Die Praktiken des Doping-Arztes

Aufklärung

24.06.2017

Die Praktiken des Doping-Arztes

Die Veröffentlichung einer Studie zum früheren Sportmediziner Armin Klümper sorgt für Ärger in Freiburg

Für die Universität Freiburg ist die Aufklärung ihrer Doping-Vergangenheit beendet. Am Freitag wurde das letzten Gutachten der ehemaligen Mitglieder der „Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin“ veröffentlicht. Die Expertise trägt den Titel „Armin Klümper und das bundesdeutsche Dopingproblem“, teilte die Universität am Freitag mit.

Die Kommission hatte sich nach wiederholten Konflikten mit der Hochschule im März 2016 aufgelöst. „Die Universität Freiburg hat alles, was ehemalige Kommissionsmitglieder an Arbeitsergebnissen in rechtlich publizierfähiger Form vorgelegt haben, der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt“, sagte Rektor Hans-Jochen Schiewer. „Wir haben damit Wort gehalten, unseren entschiedenen Aufklärungswillen unter Beweis gestellt und einen essenziellen Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte der Freiburger und bundesdeutschen Sportmedizin geleistet.“

Das Gutachten von Andreas Singler dokumentiere erstmals umfassend die Tätigkeit des früheren Sportmediziners Armin Klümper, hieß es in der Mitteilung der Uni. Es bestätige, dass Klümper aktiv am Doping von Sportlern mitgewirkt habe. „Klümper habe dopingtaugliche Mittel augenscheinlich im großen Stil über Jahrzehnte hinweg rezeptiert und verabreicht“, hieß es weiter. „Er habe damit für Weltrekorde, Medaillen und viele Spitzenleistungen mitverantwortlich gezeichnet, die ohne Dopingmaßnahmen vor dem Hintergrund der damaligen internationalen Leistungsentwicklungen in der Regel nicht denkbar waren.“ Diese Erfolge wiederum hätten ihm geholfen, gegenüber der Politik und dem Sport Ressourcen zu akquirieren.

Laut Mitteilung der Universität habe die Staatsanwaltschaft Freiburg mitgeteilt, dass sie das Ermittlungsverfahren aufgrund von Strafanzeigen, die der Gutachtenautor Singler gegen den Rektor der Albert-Ludwigs-Universität gestellt hat, eingestellt habe. Damit habe sie die Position der Uni, die aus der Arbeit der Evaluierungskommission hervorgegangenen Gutachten zu Recht veröffentlicht zu haben, bestätigt.

Unterdessen hat Singler am Freitag erneut Strafanzeige wegen weiterer Urheberrechtsverletzung gegen Rektor Schiewer bei der Staatsanwaltschaft Freiburg erstattet. Wie es in dem von Singler veröffentlichten Brief an die Staatsanwaltschaft heißt, sei „erneut gegen meinen ausdrücklichen Willen ein wissenschaftliches Gutachten widerrechtlich“ auf der Uni-Homepage veröffentlicht worden. „Für eine solche Veröffentlichung liegt der Universität nicht nur keine Publikationsgenehmigung durch mich als verantwortlichem Autor vor“, schreibt Singler und fordert von der Uni noch ausstehende Honorare. (dpa)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

28.06.2017

Typisch Deutsch, hier wird leider nur das negative, dass vielleicht 5% von seinem gesamten Schaffen ausmachte breitgetreten.

Bin selbst einer von hunderten Sportlern der von Herrn Professor Dr. Klümper erfolgreich behandelt wurde. Im Jahr 1979, mit einer chronische Verletzung der rechten Schulter und falsch operiertem Knie bekam ich einen Termin in der Uniklinik Freiburg mit der Empfehlung so früh wie möglich zu kommen weil der reihe nach behandelt wird. Kurz nach 07 Uhr war ich schon dort um mich anzumelden und war erstaunt, dass Dr Klümper bereits einen Patienten behandelte. Nach einiger Zeit wurde ich aufgerufen und sorgfältig untersucht und therapiert, erhielt danach ein Rezept für eine physikalische Therapie von der ich bislang nichts gehört hatte aber dieser hervorragende Arzt kannte. Nach etwa 2 Wochen konnte ich das bis dahin unterbrochene Sportstudium wieder aufnehmen und erfolgreich abschließen. Bevor ich zu Professor Dr. Klümper kam hatte ich unzählige Arztbesuche und Ärzte hinter mir welche meine Schmerzen nicht lindern konnten. Jetzt wird dieser hervorragende Sportmediziner zum Doping-Arzt degradiert, hier scheint mit Sicherheit der Neid vieler seiner Kollegen eine Rolle spielen. Ich jedenfalls und viele meiner Mannschaftskameraden vom damaligen Judobundesliga Verein Großhadern haben ihn viel zu verdanken.

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren