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Wintersport

05.12.2019

Die beste deutsche Snowboarderin kommt aus Sonthofen

Snowboard-Weltmeisterin Selina Jörg will den Weltcup gewinnen. In Pyeongchang konnte sie 2018 die Silbermedaille gewinnen.
Bild: Michael Kappeler, dpa

Selina Jörg aus Sonthofen hat bereits eine Olympia-Medaille und einen WM-Titel geholt. Nun steuert die 31-Jährige ein neues großes Ziel an.

Mit einer Pferdekutsche haben die Sonthofener im Februar dieses Jahres Selina Jörg ins Stadtzentrum gefahren. So wie es sich für eine Weltmeisterin gebührt. Die Allgäuer verstehen es, ihre Winter-Helden zu feiern. Der Snowboard-Titel im Parallel-Riesenslalom, den sich die 31-Jährige geholt hat, ist der Lohn für den enormen Aufwand, den sie Jahr für Jahr betreibt.

Bei der Feier in ihrer Heimatstadt Sonthofen wusste sie allerdings noch nicht, ob sie ihre großartige Karriere fortsetzt. Jetzt rauscht Jörg weiter auf dem Brett die Hänge hinunter. Am Samstag um 9 Uhr startet im russischen Bannoye im Süd-Ural der Weltcup.

„Ich freue mich, dass es eine Zwischensaison ist, in der der Gesamt-Weltcup im Fokus steht und jedes Rennen zählt“, sagt die Sportsoldatin. Überraschend: Sie spricht hochdeutsch, am Dialekt ist nicht herauszuhören, dass die beste deutsche Snowboarderin tief aus dem Süden stammt. Selina Jörg gilt als eine der großen Technikerinnen im Weltcup. Ein wenig Hokuspokus kann allerdings nicht schaden. Im Olympia-Rennen von Pyeongchang 2018 trug sie einen Talisman bei sich, den ihr ihre Cousine Angelika geschenkt hatte. Das goldene Hufeisen brachte ihr Glück und die Silbermedaille.

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Selina Jörg will den Gesamt-Weltcup gewinnen

In den WM-Läufen von 2019 in Park City wählte Jörg stets die blaue Piste und landete ganz oben auf der Siegertreppe. Nach der Olympia-Medaille und dem WM-Titel hat sich die Allgäuerin in dieser Saison den Gesamt-Weltcup als Ziel ausgesucht. Im März verpasste sie beim Saisonfinale in Winterberg um eine Hundertstelsekunde den Sieg. Dadurch fehlten ihr jene Punkte in der Weltcup-Wertung, die den Gewinn der kleinen Kristallkugel im Parallel-Slalom bedeutet hätten.

Im Jahr zuvor war es ihr ähnlich ergangen. „Das treibt mich jetzt an“, erzählt die Sportsoldatin. „Vielleicht war es gar nicht schlecht, nicht gewonnen zu haben.“ Sonst hätte Jörg vielleicht nicht gewusst, wo sie sportlich noch langwill. „Aber jetzt weiß ich es definitiv: Die Kugel soll es sein!“

Den Fluch, der ewigen Vierten, konnte sie ablegen

Seit 2005 ist die Allgäuerin im Weltcup unterwegs und hat inzwischen den Fluch der ewigen Vierten abgelegt. Bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver oder fünf Jahre später bei den Weltmeisterschaften musste sie jeweils als Vierte zuschauen, wie ihre Konkurrentinnen die Medaillen um den Hals gehängt bekamen. Mit den jüngsten Erfolgen hat sich auch ihre Sponsorensituation verbessert, „aber Fußballer würden sich für das Geld kein Schuhbändel zubinden“, sagt die Snowboarderin, die weiß, dass sie in Zukunft für sich wird sorgen müssen.

Sie hat ihren Master in Wirtschaftspsychologie gemacht und „im Sommer in den Wirtschaftsbereich geschnuppert“. Noch aber steht für Jörg, die in ihrer Freizeit mit ihrem Freund gerne Mountainbike-Touren unternimmt, der Sport im Vordergrund. Sollte sie ihr Ziel erreichen und eine Kristallkugel im Weltcup holen, werden sich gewiss auch die Sonthofener wieder etwas einfallen lassen.

Lesen Sie dazu auch: Selina Jörg: "Öffentliches Interesse hat abgenommen"

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