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Eishockey

09.09.2019

Don Jacksons Ausraster: Nichts für Freunde der Netiquette

Leistete siche eine Verfehlung: EHC-Coach Don Jackson.
Bild: Stefan Puchner (dpa)

Der Trainer des EHC München gilt eigentlich als ruhiger Zeitgenosse. Kürzlich platzte ihm aber gehörig die Hutschnur. Die Augsburger Fans sollten gewarnt sein.

Freunde der gepflegten Umgangsformen haben jetzt zwei Möglichkeiten:

1. Sie hören auf zu lesen.

2. Sie lesen weiter, müssen aber ganz stark sein.

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Dass Sie sich fürs Weiterlesen entschieden haben, lässt zwei Rückschlüsse zu:

1. Sie wollen ganz stark sein.

2. Sie legen keinen Wert auf Umgangsformen.

So oder so geht es jetzt um einen ganz Großen des Eishockeys. Don Jackson hat in seiner Karriere schon so ziemlich alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Erst als Spieler. An der Seite des legendären Wayne Gretzky gewann der Verteidiger zweimal den Stanley Cup. Dann als Trainer. Mit acht deutschen Meisterschaften ist er der erfolgreichste Übungsleiter in der Geschichte der Deutschen Eishockey Liga.

Einen inoffiziellen Champions-Hockey-League-Rekord stellte Jackson am vergangenen Sonntag auf. Innerhalb einer Auszeit schaffte er es, dem Schiedsrichter zehn Mal "Fuck you" und vier Mal "Fucking Bullshit" zuzurufen.

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Posted by Hockey News Schweiz on Saturday, 7 September 2019

Das ist eine erstaunliche Leistung, denn zwischenzeitlich musste Jackson auch noch seine Taktiktafel aufs Eis werfen und von einem seiner Spieler wieder aufheben lassen. "Give me that fucking thing." Noch dazu wirkte Jackson inzwischen auch nicht mehr komplett austrainiert, als er versuchte, dem Schiedsrichter auf der Bank hinterherzurennen.

Als Trainer in Cincinnati verprügelte Jackson ein Maskottchen

Der Gescholtene wiederum konnte nicht umhin, die Schimpftirade zu hören – die Trainerlegende bekam umgehend einen Platz auf der Tribüne zugewiesen. Von der CHL gab es eine relativ milde Strafe von zwei Spielen Sperre – ausgesetzt zur Bewährung.

Was den Münchner so aufgebracht hatte, lässt sich nur erahnen. Vermutlich fühlte er sich von den Unparteiischen ungerecht behandelt. Dabei gilt Jackson als besonnen. Doch wehe, wenn der tief in ihm brodelnde Vulkan ausbricht. Dann können schlimme Dinge passieren. Einst verprügelte er als Trainer der Cincinnati Cyclones in einem Spiel gegen Atlanta deren Maskottchen. Das ist drei Meter groß und hatte Jackson offenbar angerempelt. Sollte man nicht machen. Damals wurde Jackson für zehn Spiele gesperrt und musste 1000 Dollar Strafe zahlen. Das malade Maskottchen marschierte im nächsten Spiel mit riesiger Bandage ein.

Am Freitag gastiert Jackson mit seinen Münchnern zum DEL-Auftakt in Augsburg. Dessen Maskottchen heißt Datschi und sollte dann lieber ganz vorsichtig sein. Denn bisweilen geraten selbst im edlen Eishockeysport die guten Umgangsformen in Vergessenheit.

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