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Eishockey

19.04.2015

Einstimmiger DEB-Beschluss unter Vorbehalt: Insolvenz abgewendet

Franz Reindl ist der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes.
Bild: Tobias Hase (dpa)

Einstimmig stimmten die DEB-Mitglieder für eine neue Satzung. Die drohende Insolvenz scheint abgewendet. Doch das Sanierungskonzept steht unter Vorbehalt. Das wirft Fragen auf.

Franz Reindl scheint tatsächlich das zu schaffen, was 20 Jahre lang undenkbar schien: Dass alle Parteien im deutschen Eishockey an einem Strang ziehen und die Sportart wieder nach vorne bringen wollen. "Das ist ein überwältigendes Ergebnins und wirklich ein wichtiger Fingerzeig für das deutsche Eishockey", sagte der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) nach der Mitgliederversammlung am Samstag in Frankfurt/Main.

Die DEB-Mitglieder stimmten für Reindls Reformen und eine neue Satzung - überraschend einstimmig. Erstmals seit 1997 werden auch die Proficlubs aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und der DEL 2 wieder Mitglieder des DEB. Die drohende Insolvenz scheint abgewendet. Das Sanierungskonzept steht aber noch unter Vorbehalt.

Ist der klamme DEB finanziell nun gerettet?

Mit den Beschlüssen vom Samstag ist der DEB eigentlich aus dem Schneider. Ohne eine Einigung hätte laut Schatzmeister Berthold Wipfler die Insolvenz gedroht. Unter dem alten Präsidium von Reindls Vorgänger Uwe Harnos wurden zu viele Schulden gemacht. Mit den Mitgliedsbeiträgen der Proficlubs, Gebühren für Einzellizenzen und weniger Zahlungen an die Landesverbände (LEV) rechnet der DEB künftig mit mindestens 500 000 Euro pro Jahr mehr. Allerdings müssen die Mitgliederversammlungen der LEV noch zustimmen.

Warum steht das Sanierungskonzept unter Vorbehalt?

Die Landes-Eissportverbände hätten sonst nicht zugestimmt. Sie verlieren nicht nur an Macht wegen künftig weniger Stimmanteilen, sie bekommen für ihre Basisarbeit auch weniger Geld. Deshalb wollen und müssen sie noch ihre Mitglieder befragen. Diese haben aber teilweise mit Eishockey gar nichts zu tun, in den LEV sind auch Eiskunstläufer, Eisschnellläufer oder Curler organisiert.

Ist die neue Satzung und die Einigung also nichts wert?

Nur die neue Gebührenordnung steht noch bis zum 1. September unter Vorbehalt. Die ist allerdings entscheidend für die Sanierung des DEB. Sollten einige LEV-Mitgliederversammlungen gegen die neue Gebührenordnung stimmen, könnte die notwendige Zustimmungsmehrheit der DEB-Mitglieder zum Sanierungskonzept nachträglich noch verfehlt werden. Allerdings würden die LEV-Mitglieder mit einer Verweigerung eine mögliche Insolvenz des DEB in Kauf nehmen. Die Folge könnte die Neugründung eines Verbandes ohne LEV, nur mit Eishockey-Mitgliedern, sein. "In der neuen Satzung steht's", sagte Reindl. Es ist also unwahrscheinlich, dass die LEV dieses Risiko wirklich eigehen.

Warum ist die Wiederaufnahme der Proficlubs so wichtig?

Sie entscheiden bei wichtigen Fragen künftig wieder mit. Damit arbeiten alle Beteiligten - Profis, Amateure und der Verband - wieder gemeinsam. "Ich hoffe, dass die internen Strukturstreitigkeiten erstmal ad acta gelegt sind und wir uns alle auf den Sport konzentrieren können", sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke.

Wie geht es nun sportlich weiter?

Die Situation ist schlecht. Das Nationalteam wurde bei der WM 2014 nur 14. und verpasste 2013 erstmals überhaupt die Qualifikation zu Olympia. Die Frauen und die U20 stiegen bei ihren Weltmeisterschaften ab. Reindl stellte daher ein Sportkonzept vor, das durch die Mehreinnahmen finanziert werden soll. Der DEB will zusätzliche Trainer einstellen und vor allem die Talentförderung stärken. 

Gibt es nun auch einen personellen Neuanfang beim Nationalteam?

Der Vertrag von Bundestrainer Pat Cortina läuft nach der WM in Tschechien (1. bis 17. Mai) aus. Es ist unwahrscheinlich, dass er verlängert wird. "Jetzt muss man erstmal in Ruhe die neuen Schritte einleiten. Mehr kann ich dazu nicht sagen", sagte Reindl. Von Carsten Lappe, dpa

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