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Handball-WM

24.01.2019

Erfolgsgeschichten aus Skandinavien

Star des norwegischen Teams: Sander Sagosen.
Bild: dpa

Dänemark, Norwegen und Schweden lieferten sich einen Dreikampf ums Halbfinale. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis nachhaltiger Aufbauarbeit

Abseits des Geschehens in Deutschland hat die WM 2019 eindrucksvoll gezeigt, wie stark die Handballmächte aus dem hohen Norden Europas sind. Schon vor dem letzten Hauptrundenspieltag bei der laufenden Weltmeisterschaft stand fest, dass zwei skandinavische Teams ins Halbfinale einziehen. Am Ende schafften es Dänemark (gegen Frankreich) und Norwegen als deutscher Gegner. Das ist kein Zufall, sondern Ergebnis kontinuierlicher und nachhaltiger Aufbauarbeit in sportlicher, infrastruktureller und organisatorischer Hinsicht.

Handball in Norwegen – das war über viele Jahrzehnte eine Domäne der Frauen. Zwei Mal Olympiagold, drei WM-Titel, sieben EM-Triumphe – die Norwegerinnen sind das internationale Maß der Dinge. Die Männer dagegen spielten auf der Weltbühne maximal die zweite Geige. „Das hat uns immer gewurmt“, sagte Co-Trainer Börge Lund im Fachmagazin Handball Inside. Gefühlt aus dem Nichts zogen die Skandinavier vor drei Jahren ins EM-Halbfinale ein, verloren bei der WM 2017 erst im Finale gegen Gastgeber Frankreich. Wie ist das gelungen? In den Antworten fällt immer ein Name: Christian Berge. Der Ex-Bundesligaprofi der SG Flensburg-Handewitt übernahm das Amt des Nationaltrainers im Jahr 2014. Zuvor hatte der 45-Jährige bereits die Junioren betreut. In kurzer Zeit bewies er, dass er es auch abseits des Handballfeldes versteht, die Fäden zu ziehen. Sander Sagosen von Paris St. Germain ist Kopf und Herz des Teams. Nun geht es gegen Deutschland.

Die Entwicklung der Norweger haben die Dänen schon mindestens ein Jahrzehnt früher vollzogen. Zwei EM-Titel (2008, 2012) und der Olympiasieg 2016 sprangen seitdem heraus. Was noch fehl, ist der WM-Titel. Die Basis der Erfolgsgeschichte wird wie in den anderen skandinavischen Ländern in den kleinen Vereinen gelegt. Traditionell wird sehr großer Wert auf die Trainerausbildung gelegt, immer mit dem Ziel, die besten Coaches an der Basis zu haben. Selbst in abgelegenen Orten verfügen kleiner Vereine über moderne Hallen. Nur vier Dänen im aktuellen Kader spielen in der Heimat, der Rest durchweg bei Spitzenclubs im Ausland. Allen voran WM-Toptorschütze Mikkel Hansen.

Im Handball-Traditionsland gab es nach der „Goldenen Generation“ um Jahrhundert-Handballer Magnus Wislander einen Bruch. Mit dem 38-jährigen Isländer Kristjan Andresson als Trainer und einem Team, in dem nur zwei Spieler älter als 30 Jahre sind, wurde in den nächsten Jahren eine neue Ära begründet. Die Silbermedaille bei der EM 2018 war ein erster Fingerzeig. Dass dies kein Ausreißer nach oben war, zeigt der bisherige Turnierverlauf. Die „tre kronors“, in deren Kader nicht weniger als 13 Bundesliga-Legionäre stehen, dominierten ihre Vorrundengruppe. Gestern Abend scheiterte das junge Team an den starken Dänen.

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