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Fußball

18.06.2019

Fällt die Milliarde? Die Bundesliga steht vor einem neuen Ablöserekord

Einer von mehreren Spielern, die im Sommer den Klub wechseln könnten: Bayern-Kicker Mats Hummels.
Bild: Silas Stein (dpa)

Hummels, Sané, Werner – gleich mehrere Hochkaräter könnten in diesem Sommer wechseln. Bayern-Präsident Hoeneß sagt: "Es geht um Beträge, die sind Wahnsinn."

Beim FC Bayern sind viele Stärken gefragt – Zurückhaltung gehört aber eher nicht dazu. In diesem Stil hatte Bayern-Präsident Uli Hoeneß schon vor einiger Zeit massive Investitionen angekündigt. Ende März hatte der 67-Jährige gesagt: "Wir sind gerade dabei, unsere Mannschaft zu verjüngen. Das ist das größte Investitionsprogramm, das der FC Bayern je hatte."

Auch wenn die Transferoffensive bislang eher gemächlich anrollt – seit der Ankündigung des Bayern-Chefs hat der Rekordmeister keine weiteren Neuzugänge vermeldet –, scheint die Bundesliga auf einen neuen Transferrekord zuzusteueren.

Der Transferrekord liegt bei 724 Millionen Euro und wird wohl geknackt werden

Die bisherige Bestmarke stammt aus der Saison 2017/18. Vor zwei Jahren zahlten die Bundesligaklubs 724 Millionen Euro für Ablösesummen. Aktuell stehen bereits 374 Millionen an Ablösesummen fest – und das Transferfenster für die Bundesliga schließt erst am 31. August um 18 Uhr.

Gleich mehrere Topspieler könnten einen neuen Vertrag in der Bundesliga unterschreiben. Der aktuell prominenteste Name ist der von Mats Hummels. Der 30-Jährige, erst vor drei Jahren als teuerster Sommertransfer für 35 Millionen Euro von Borussia Dortmund zum FC Bayern gekommen, könnte nun erneut die Seiten wechseln.

Angeblich sollen die Gespräche zwischen dem BVB und dem FCB weit fortgeschritten sein – und Hummels scheint einer Rückkehr nach Dortmund ebenfalls nicht abgeneigt zu sein, wo er bereits acht Jahre lang kickte und zum Nationalspieler reifte.

Spielt in der neuen Saison im Trikot von Borussia Dortmund: Thorgan Hazard.
Bild: Daniel Karmann (dpa)

Der BVB wird wohl über 100 Millionen Euro in die Mannschaft stecken

Als Ablösesumme sind 20 Millionen Euro im Gespräch. Bislang wurden beim BVB für Thorgan Hazard (25,5 Millionen Euro an Mönchengladbach), Nico Schulz (25,5 Millionen an Hoffenheim), Julian Brandt (25 Millionen an Leverkusen) und Paco Alcacer (21 Millionen an Barcelona) 97 Millionen Euro fällig.

Doch selbst wenn Dortmund die Schallmauer von 100 Millionen Euro knacken sollte, nimmt sich das im internationalen Vergleich relativ beschaulich aus. Real Madrid etwa hat für den Bruder des Neu-Borussen Thorgan Hazard 150 Millionen Euro locker gemacht: Eden Hazard wird damit zum Rekordtransfer des FC Chelsea.

Der FC Bayern investiert 80 Millionen Euro in einen einzigen Spieler

Investitionsfreudiger als der BVB in Deutschland ist bislang nur der eingangs erwähnte FC Bayern – mit dem Unterschied, dass sich dessen 118 Millionen Euro im Wesentlichen auf die beiden seit längerem feststehenden französischen Weltmeister Lucas Hernandez (80 Millionen Euro an Atlético Madrid) und Benjamin Pavard (35 Millionen an den VfB Stuttgart) aufteilen. Vom HSV kommt noch Sturm-Talent Jann-Fiete Arp für vergleichsweise bescheidende drei Millionen Euro.

Namen werden in München hingegen viele gehandelt. Verbürgt ist das Interesse an den beiden Nationalspielern Leroy Sané (Manchester City) und Timo Werner (RB Leipzig). Bei Sané hatte sich Hoeneß jedoch skeptisch gezeigt. "Es geht um Beträge, die sind Wahnsinn", sagte er. Die Münchner umwerben den Offensivspieler, der bei Manchester City aber bis Ende Juni 2021 gebunden ist. Im Gespräch ist eine Ablösesumme, die sogar im dreistelligen Bereich liegen könnte.

Timo Werner will seinen Vertrag bei RB Leipzig nicht verlängern. Damit wäre er im Sommer 2020 ablösefrei zu haben.
Bild: Jan Woitas/ZB (dpa)

Deutlich günstiger würde der Leipziger Werner wohl werden. Der Vertrag des 23-Jährigen läuft noch ein Jahr – im Sommer 2020 könnte er RB deswegen ablösefrei verlassen. Der scheidende Leipziger Sportdirektor Ralf Rangnick sagte zum Vertragspoker: "Timo ist auf dem Standpunkt, dass er den Vertrag nicht verlängern will, aber bisher hat sich noch kein Verein gemeldet, der gesagt hat, er wäre mit Timo einig und wolle ihn verpflichten."

Der FC Bayern scheint großes Interesse an Atléticos Rodrigo zu haben

Lionel Messi wird von Atleticos Rodrigo Hernandez (r) am Trikot festgehalten.
Bild: Paul White/AP (dpa)
 

Großes Interesse sollen die Bayern auch an einem weiteren Spieler von Atlético Madrid haben: dem defensiven Mittelfeldspieler Rodrigo. Der 22-jährige Spanier kann den Klub für eine festgeschriebene Ablöse von 70 Millionen verlassen.

Die Spekulationen um einen Transfer des ehemals teuersten Spielers der Welt zum FC Bayern haben hingegen einen Dämpfer bekommen. Am Sonntag berichtete das englische Blatt The Sun, dass Real Madrids Star Gareth Bale, im Jahr 2013 für 101 Millionen Euro verpflichtet, an den FC Bayern ausgeliehen werden könnte. Dessen Berater hat das nun dementiert. Es habe keine Bayern-Anfrage gegeben. Muss aber nichts heißen.

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Bild: Michel Euler, dpa

Prominente Transfers gibt es aber nicht nur bei den Spitzenklubs: Am Montag wurde bekannt, dass Weltmeister Ron-Robert Zieler vom VfB Stuttgart zu Hannover 96 zurückkehrt, wo er bereits zwischen 2010 und 2016 spielte. Stolze 32 Millionen Euro zahlt Bayer Leverkusen für Nationalspieler Kerem Demirbay an die TSG Hoffenheim. Und auch Frankfurt dürfte angesichts der 60 Millionen Euro, die Real Madrid für Luka Jovic zahlt, noch aktiv werden.

Dem FC Augsburg winkt eine Rekordeinnahme: 40 Millionen für zwei Spieler?

Von dem Rekordtransfer der Hessen könnte der FC Augsburg profitieren, der mit der Eintracht weiterhin über einen Wechsel von Martin Hinteregger verhandelt. Bislang ist der Österreicher nur ausgeliehen. FCA-Manager Stefan Reuter ruft für den Abwehrspieler eine Summe von deutlich über zehn Millionen Euro auf.

Auch Philipp Max will mit dem FC Augsburg über einen Wechsel reden. Für ihn will der FCA nach Informationen unserer Redaktion sogar 25 Millionen Euro – eine Summe, die potenzielle Interessenten bislang abschreckte. Kommt es aber auch mit dem auf einen Wechsel pochenden Max zur Einigung, winkt Augsburg eine Rekordeinnahme in Höhe von rund 40 Millionen Euro. Geld, das dringend für neue Spieler benötigt wird.

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