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Eishockey

19.11.2019

Finanzen, Ausländerregel, Investoren: Der DEL droht Ärger

Würde gerne die Zahl der Ausländer in den DEL-Klubs reduzieren: DEB-Sportdirektor Stefan Schaidnagel.
Bild: Lienert

Die Krefeld Pinguine stehen finanziell auf der Kippe. Zudem macht der Verband Druck und will die Ausländer-Zahl in der Liga schnell reduzieren

Finanzprobleme gehörten zu den Kinderkrankheiten der 1994 gegründeten Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Nach Jahren der Stabilität droht der Eliteklasse im 26. Jahr jedoch Ärger. Die Krefeld Pinguine kämpfen finanziell ums Überleben.

Auf einer Versammlung der Klubgesellschafter am Dienstag sollte geklärt werden, ob und wie die Rheinländer weiter zum Kreis der 14 DEL-Klubs zählen können. Im Hintergrund schwelt seit Wochen ein Streit der Gesellschafter. Die Kurzversion: Mikhail Ponomarev, der auch beim Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen das Sagen hat, hält 46 Prozent der Krefelder DEL-Anteile.

In Krefeld macht Investor Ponomarev Ärger

Die anderen Gesellschafter beklagten in der Vergangenheit, dass Ponomarev seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkomme. Der Investor bestreitet das, gab aber zu verstehen, dass er seine Anteile verkaufen würde. Auch der langjährige Hauptgesellschafter Wolfgang Schulz will seine 48 Prozent an der Eishockey-GmbH seit langem loswerden. Angeblich gab es Kauf-Interessenten, die aber nur eine Komplettlösung wollten, also die Anteile von beiden Großgesellschaftern. Mit dem umstrittenen Ponomarev, der jüngst mit der Verpflichtung von Stefan Effenberg als Sportdirektor in Uerdingen für Schlagzeilen gesorgt hatte, will in Krefeld niemand zusammenarbeiten. Ihre Anteile an der Champions Hockey League (CHL) in Höhe von rund 80000 Euro hatten die Krefelder vor kurzem an die Augsburger Panther verkauft.

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DEB-Sportdirektor Schaidnagel fordert eine Neuregelung bei den Ausländer-Regelung

Neben dem Finanzloch in Krefeld tat sich unerwartet eine zweite Baustelle auf, die die DEL lieber intern bearbeitet. DEB-Sportdirektor Stefan Schaidnagel forderte sehr forsch am Rande der Länderspiele des Deutschland-Cups eine schnelle Reduzierung der Ausländerzahl, um die Entwicklung der Nationalmannschaft voranzutreiben. Derzeit darf jeder Klub neun Importspieler pro Partie einsetzen und elf Ausländern pro Saison unter Vertrag nehmen.

Die DEL-Sportmanager können die Argumentation teilweise nachvollziehen. Eine weitere Reduzierung auf acht Lizenzen scheint nicht ausgeschlossen. „Es wurde laut darüber nachgedacht“, sagte Nürnbergs Manager Andre Dietzsch. Wolfsburgs Sportchef Karl-Heinz Fliegauf hält das jedoch wegen der bereits laufenden Kaderplanung für wenig sinnvoll. Augsburgs Hauptgesellschafter Lothar Sigl bezeichnet Schaidnagels Vorstoß als „populistisch“. Der DEL-Aufsichtsrat wehrt sich gegen Schnellschüsse: „Fakt ist, dass wir eine klare Beschlusslage haben, nach der die Zahl der U23-Spieler und der Ausländer im nächsten Jahr unverändert bleibt.

Danach folgen weitere Stufen. Irgendwann wird evaluiert, wie die Spielerentwicklung und die Gehaltsentwicklung sind und dann wird entschieden, ob man weiter reduziert oder nicht.“ Das sei ein Prozess, in den die Profiliga, die Sportmanager als auch der Deutschen Eishockey-Bund eingebunden sind.

Doch es bleibt ein heißes Thema. Einige Sportmanager verweigern Kommentare. Der Meister Adler Mannheim verpasste seiner Mannschaft gar einen Maulkorb zu diesem Thema.

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