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Das höchste Amt im Ländle: Der VfB Stuttgart hat einen neuen Kapitän

Kommentar Von Anton Schwankhart
30.08.2020

Ministerpräsident? Daimler-Chef? Ach was ! Das begehrteste Posten in Baden-Württemberg ist der des VfB-Spielführers. Es gibt einen neuen Amtsinhaber.

Das Amt des VfB-Kapitäns ist zweifellos eines der begehrtesten im Ländle. Auch die Größten und Mächtigsten in Baden-Württemberg wären vermutlich lieber Kapitän als beispielsweise Ministerpräsident.

Was unternehmen sie nicht alles, um dem Spielführer wenigstens nahezukommen. Sitzen stundenlang ahnungslos auf Stadionrängen oder mischen sich, wie Angela Merkel, unter halb nackte Männerleiber. Wenn sie dafür nur einmal die Kapitänsbinde über den Jackettärmel streifen dürften. Einlaufen mit einem syrischen Jungen an der Hand. Bei der Platzwahl den albanischen Kapitän herzen, ohne ihn hinterher in ein Aufnahmelager schicken zu müssen. Wimpeltausch, Umarmung und Fotos, für die sie sich später nicht entschuldigen muss. Ein einziger Akt gelebter Willkommenskultur.

Wie in der Politik gibt es auch im Kapitänswesen die sogenannte Ochsentour. Um im Fußball eines Tages die Kapitänsbinde zu tragen bedarf es eines hohen Maßes an Talent, Erfahrung und persönlicher Reife. Kapitänsämter in der Politik gibt's für weitaus weniger. Der Fußballkapitän beginnt seine Karriere als Freund des Balles und Kassenwart, der zu Weihnachten Zinnkrüge für Trainer und Betreuer besorgt. Macht er das ordentlich und bleibt er konkurrenzlos, steigt er zum Kapitän auf.

Dass der Kapitän demokratisch bestimmt wird, ist ein Ammenmärchen

Wer dahinter einen demokratischen Prozess vermutet, hält Russland für eine lupenreine Demokratie. Das Wahlrecht liegt einzig beim Trainer. Er entscheidet, wer unter ihm führen darf. Trainer geben das Amt, sie nehmen es aber auch, wie gerade in Stuttgart geschehen. Beim Bundesliga-Aufsteiger VfB war bisher Marc Oliver Kempf Kapitän. Kempf hat sich nichts zu Schulden kommen lassen. Trainer Pellgrino Matarazzo hat ihn einfach abgewählt und durch Gonzalo Castro ersetzt. Der VfB Stuttgart stellt mit 23,8 Jahren den jüngsten Kader der Bundesliga, Castro ist mit 33 Jahren der Schwaben-Senior. Für alle, die seine Nähe suchen: ein südamerikanischer Flüchtling ist er nicht. Gonzalo Castro ist in Wuppertal geboren.

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