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Fußball-Nationalmannschaft
18.05.2021

Medienberichte: Löw holt auch Hummels zurück in die Nationalmannschaft

Soll laut Medienberichten in die Nationalmannschaft zurückkehren: Mats Hummels.
Foto: Federico Gambarini, dpa

Joachim Löw korrigiert nach zwei Jahren wohl seine heiß diskutierten Entscheidung: Thomas Müller und Mats Hummels kehren Berichten zufolge in die Nationalmannschaft zurück.

Bei einer Video-Veranstaltung mit Fans und "Überraschungsgästen" wird der 61-Jährige  am Mittwoch (12.30 Uhr) seine 26 Auserwählten für die am 11. Juni beginnende Fußball-Europameisterschaft verkünden. Die Top-Nachricht soll die offizielle Bestätigung des DFB-Comebacks von Bayern-Leitwolf Thomas Müller und BVB-Verteidiger Mats Hummels sein - zwei Jahre nach ihrer eigentlich endgültigen Ausmusterung aus der Nationalmannschaft. Laut Medienberichten ist die Rückhol-Aktion perfekt.

Thomas Müller und Mats Hummels bei EM wohl dabei: Was ist mit Reus, Draxler und Brandt?

Traditionell informieren Löw, sein Assistent Marcus Sorg und Torwartcoach Andreas Köpke die letzten Spieler erst am Morgen der Kaderverkündung. Spezielle Härtefälle - wie die Absage an Torjäger Mario Gomez vor der mit dem Titelgewinn gekrönten Weltmeisterschaft 2014 - übernimmt Löw dabei persönlich. Bei wem klingelt das Handy noch? Marco Reus? Julian Draxler? Julian Brandt? 

Oder bei einer möglichen EM-Überraschung wie dem Wolfsburger Ridle Baku? Die Liste der Wackel- und Streichkandidaten ist namhaft und lang. Immerhin muss kein Torwart mehr gestrichen werden. Nach dem EM-Ausfall von Marc-André ter Stegen müssen Kevin Trapp und Bernd Leno nicht mehr um den dritten Torwartplatz konkurrieren. Hinter Kapitän Manuel Neuer sind beide bei der EM dabei. 

EM-Kader 2021: Bundestrainer Joachim Löw will sich noch nicht äußern

"Telefonieren tue ich eigentlich ständig im Moment mit allen möglichen Leuten", erzählte Löw vor einer Woche im Berliner Olympiastadion, als er den BVB-Anführern Hummels (32) und Reus (31) beim Dortmunder Titelgewinn im Pokalfinale gegen RB Leipzig zusah. Das Duo warb noch einmal mit einer starken Leistung für sich. So, wie es Bayern-Angreifer Müller schon seit über anderthalb Jahren macht.

Vielleicht hat sich Löw auch von Hansi Flick überzeugen lassen, seinem ehemaligen Assistenten und designierten Nachfolger auf der Bundestrainer-Position. "Thomas Müller ist ein Spieler, der dir mehr Freude macht als Kopfzerbrechen. Er ist ein Spieler, den man gerne in der Mannschaft hat", betonte der Bayern-Trainer nochmals Ende der vergangenen Woche. Müller könnte als ein Überraschungsgast bei der Nominierung zugeschaltet werden - als Schmankerl für die Fans.  

Eine Entscheidung, ob Mats Hummels (rechts) und Thomas Müller wieder für das DFB-Team nominiert werden, soll am Mittwoch verkündet werden.
Foto: Sven Hoppe, dpa

Auch bei Hummels hat Löw wohl umgedacht. Holt er auch den oft verletzten und seit Oktober 2019 nicht mehr im Nationalteam eingesetzten Reus nochmal als Edeljoker zurück? Der BVB-Kapitän würde darauf brennen, doch noch ein i-Tüpfelchen auf seine von Enttäuschungen geprägte DFB-Turnier-Historie setzen zu können. "Es ist nicht immer einfach, wenn du lange raus warst, in den Rhythmus zu kommen. Ich bin unheimlich stolz auf mich, dass ich es geschafft habe, wiederzukommen", sagte Reus zu seinem starken Saisonendspurt. 

Wegen der Corona-Pandemie dürfen mehr Spieler mit zur Europameisterschaft

Reus hat wie auch Müller den Vorteil der Position. In der Offensive werden bei einem Turnier stets mehr Akteure eingesetzt. Da können oft wenige Minuten ausreichen, um mit Toren und Vorlagen als Joker viel zu bewegen. Bei Abwehrspielern ist das anders. Ob Löw Hummels gleich wieder eine tragende Rolle zuweisen wird, muss sich zeigen.

Die Chance, 26 Spieler zu nominieren, könnte nun Löw auch beim Innenverteidiger zum Umdenken bewegt haben. "Ich wehre mich nicht, falls ich gefragt werde, noch mal zu helfen", sagte der 32-Jährige zuletzt bei Sky. Die deutsche Abwehr war seit dem Umbruch nach dem WM-Desaster 2018 nie wirklich sattelfest. Sport1 schrieb am Dienstagabend als erstes Medium auf seiner Internetseite, dass Hummels nun wieder dabei sei.

Bekannt ist, dass Löw sehr viel von Antonio Rüdiger hält, der in der Regel links innen verteidigt - auf der Hummels-Position. Es könnte passieren, dass der 28-jährige Rüdiger ins Trainingslager nach Seefeld als Champions-League-Sieger anreist. Am 29. Mai trifft er in Porto mit seinen Chelsea-Kollegen Kai Havertz und Timo Werner im Finale auf Manchester City mit dem ebenfalls für den EM-Kader gesetzten Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan. 

Wen nimmt Bundestrainer Joachim Löw mit zur EM?.
Foto: Federico Gambarini, dpa

Dass die Nationaltrainer wegen der Corona-Pandemie ausnahmsweise 26 statt 23 Akteure nominieren dürfen, verschafft Löw drei Bonusplätze. Er könnte sie mit dem kompletten Ü30-Trio Löw, Hummels und Reus besetzen. "Vor einem Turnier drehe ich mit meinen Trainern alles noch einmal um, was in den Jahren davor war. Wir hinterfragen alles. Wie sieht unsere Spielweise aus? Wie sind unsere Gegner? Wie kann die Zusammensetzung der Mannschaft am besten funktionieren? Es geht um den bestmöglichen Erfolg", schilderte Löw seine Vorgehensweise beim Kader-Puzzle. 

Löw weiß nach 15 Jahren als Bundestrainer, dass er es niemals allen recht machen wird. "Wenn der Trainer diese Entscheidung trifft, ist er ein Umfaller. Wenn er die andere trifft, dann ist er stur", bemerkte er. Wenn aber Löw eines in all' den Jahren kaum interessiert hat, so ist es die öffentliche Beurteilung seiner Entscheidungen. "Ich entscheide das, wovon ich persönlich überzeugt bin", lautet sein Credo. Erst recht beim letzten Kader und dem allerletzten Turnier.

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