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Der FC Bayern verliert: Wird die Meisterschaft sogar wieder einmal spannend?

Glosse Von Anton Schwankhart
10.01.2021

Der FC Bayern hat Probleme in der Abwehr wie seit 40 Jahren nicht mehr. Wird die Bundesliga-Meisterschaft in diesem Jahr endlich wieder einmal spannend?

Max Eberl traut sich was. Der Manager von Borussia Mönchengladbach hat sich eine einmonatige Auszeit genommen. Mitten in der Hauptgeschäftszeit, bei offenem Transferfenster.

Der Job des Fußball-Managers ist fordernd

Wenn der Schreibtisch leer ist, kann sich jeder mal zurückziehen. Aber sich abzuseilen, wenn er voll ist, dazu gehört Mut. Der Job des Fußball-Managers ist fordernd und Eberl hatte die vergangenen zehn Jahre keinen längeren Urlaub mehr. Vielleicht hat er sich an die Kollegen Hitzfeld und Rangnick erinnert, die vor Jahren ein Burn-out für längere Zeit aus dem Geschäft nahm – jedenfalls hat sich Eberl für seinen neuen Vertrag ein Sabbatical ausbedungen. Er hat sich, so heißt es, ins Alpenländische zurückgezogen.

Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl hat sich eine vierwöchige Auszeit genommen.
Foto: Stefan Puchner/dpa

Wahrscheinlich darf man sich darunter keine einsame Hütte ohne WLAN und fließend Wasser vorstellen. Eberl bleibt auch in den Bergen nahe dran an seiner Borussia. Eine erste Erkenntnis aus seinem Rückzug: Es geht – zumindest kurzfristig – auch ohne ihn. Für manchen, der sich für unersetzlich hält – Eberl zählt offensichtlich nicht dazu – eine überraschende Erfahrung. Jedenfalls haben die Gladbacher mit ihrem 3:2-Sieg am Freitag fürs Erste ein weiteres bayerisches Solo verhindert.

Der Gladbacher Sieg war auch nur drei Punkte wert

Das freut jeden, der aus neutraler Warte auf die Liga blickt und an einer spannenden Meisterschaft interessiert ist. Eigentlich sollte es – aufgemerkt ihr Regelhüter – für einen Sieg gegen den jeweils amtierenden Tabellenführer nach einem Rückstand noch einen Zusatzpunkt geben. So war der Gladbacher Erfolg auch nur drei Punkte wert, was die Fohlen für ihren Husarenstreich nicht wirklich belohnt. Sie verharren auf Rang sieben und damit außerhalb der internationalen Ränge.

Aus der Sicht des neutralen Beobachters wäre das noch zu verkraften, hätte Leipzig das Gladbacher Zuspiel verwandelt. Ein Heimsieg gegen die wankelmütigen Dortmunder und RB wäre kurz vor Halbzeit der Liga Tabellenführer gewesen. So bleiben die Bayern oben, deren beängstigendes Abwehrverhalten sich immer mehr dem der Nationalelf angleicht.

Spiele werden vorne gewonnen, Titel dagegen hinten

Inzwischen haben die Münchner so viele Gegentreffer kassiert (24) wie die Klubs aus der Abstiegszone. So formidabel ihre Offensivleistung ist (46) – nur Spiele werden vorne gewonnen, Titel dagegen hinten. Mit dem Dortmunder 3:1-Erfolg in Leipzig hat sich auch der BVB wieder in die Meute der Bayern-Jäger eingereiht.

Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl hat sich eine vierwöchige Auszeit genommen.
Foto: Stefan Puchner/dpa

Im Moment sieht es so aus, als könnte die Meisterschaft spannend werden. Aber machen wir uns nichts vor: Das wird sie nur, wenn die Münchner ihre Abwehrprobleme nicht in den Griff bekommen und die anderen mitspielen lassen. Das weiß auch der ehemalige Bayern-Spieler Max Eberl.

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