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Wie aus Messi und Co. endlich glaubwürdige Werbeträger werden

Glosse Von Florian Eisele
13.10.2021

Der Fußball-Werbemarkt entwickelt sich zur Monokultur - schade, denn damit geht das Potenzial vieler potenzieller Testimonials verloren.

Die Werbepause während Fußball-Übertragungen ist mittlerweile von einem strikten Dreiklang geprägt. Es geht – in dieser Priorisierung – um sehr viel Sportwetten, viel Finanzprodukte und ein bisschen Bier. Das ist ein wenig schade – nicht deswegen, weil hier den stets verantwortungsvoll agierenden Sportwetten- oder Finanzanbietern in die Parade gefahren werden soll. Vielmehr bedroht diese Marketing-Monokultur ein wichtiges Standbein für Kicker im Ruhestand: Werbebotschafter.

Dass Fußballprofis für alles werben, was bei drei nicht auf dem Baum ist, ist bekannt – aber was ist, wenn der Werbemarkt immer eintöniger wird? Schließlich muss die Glaubwürdigkeit stimmen. Dass Union-Berlin-Stürmer Max Kruse jederzeit für Online-Casinos, Sportwetten aller Art und Hahnenkämpfe in Mexiko werben könnte, ist klar. Ein kreuzbraver Pur-Fan wie Toni Kroos hätte da hingegen schon Probleme. Dass Kroos sich in den letzten Jahren eifrig beide Arme zutätowieren ließ, ändert daran nur bedingt etwas.

Joshua Kimmich.
Foto: Axel Heimken/dpa/Archivbild

Einfach unglaubwürdig: Joshua Kimmich wirbt für Rasierer

Schon jetzt fremdeln Kicker sichtlich mit Produkten, für die sie Pate stehen sollen: Bastian Schweinsteiger preist Wandfarben an, Joshua Kimmich sogar Rasierer. Wie schön es doch wäre, wenn Fußballer Testimonial für die Produkte wären, bei denen sie sich wirklich auskennen würden.

So könnten die findigen Sparfüchse Messi und Ronaldo die "1000 garantiert legale Tipps zum Steuersparen" verlegen. Franck Ribéry würde jeder ein Kochbuch zu den besten Rezepten mit Goldglasur abnehmen. Kevin-Prince Boateng, der seine Vereine im Halbjahresrhythmus wechselt, könnte sowohl für Reisebüros als auch für Umzugsunternehmen glaubhaft werben. Sergio Ramos, der Sturmreihen Europas an seinem Ellbogen zerschellen ließ, wäre ein idealer Werbeträger für Schmerzmittel und Nahkampfausrüstung. Und ja, wahrscheinlich könnte jeder 20-jährige Ersatzspieler bis in die zweite Liga für dicke Sportwagen werben.

Nur Kaiser Franz kann für alles werben

Doch keiner von ihnen kommt an den Werbeträger der Werbeträger heran, dem man einfach alles abnahm: Kaiser Franz. Dem nahm man es einfach ab, dass er mehrere Handyverträge gleichzeitig hatte, sich von kiloweise Tütensuppe ernährte und dazu auch an Autos aus allen Herstellerländern interessiert ist. Und ja: Der Kaiser scheint sich auch mit millionenschweren Krediten auszukennen. Aber das ist eine andere Geschichte.

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