Newsticker
Sachsens Ministerpräsident Kretschmer für mehr Freiheiten schon nach erster AstraZeneca-Dosis
  1. Startseite
  2. Sport
  3. Glosse: Zum Geburtstag von Manuel Neuer: Mit 35 gerade mal warm gespielt

Zum Geburtstag von Manuel Neuer: Mit 35 gerade mal warm gespielt

Glosse Von Anton Schwankhart
28.03.2021

Manuel Neuer ist seit vielen Jahren der Garant im deutschen Tor. Und das könnte er auch noch eine Weile bleiben.

Grob gesehen lässt sich die Fußballwelt in zwei Lager einteilen. In die Torhüternationen und die anderen. Die anderen haben nicht selten eine tolle Mannschaft, aber zwischen den Pfosten steht einer, der besser Rasenpfleger geworden wäre, weshalb sie selten etwas gewinnen.

Auf der Position des Torhüters hat Deutschland keine Probleme

Deutschland gehört zu den Torhüternationen. In Deutschland gibt es selbst in dünn besiedelten Landstrichen wie dem niederbayerischen Grenzgebiet mehr gute Torhüter als im Großraum Tokio. Auch in dunkelsten deutschen Fußball-Zeiten, wie zur Jahrtausendwende, als ein armseliger Haufen unter Anleitung des stets adrett gekleideten Erich Ribbeck den Ball und die Menschen im Land quälte, hatten die Deutschen im Titanen Oliver Kahn immer noch einen Mann zwischen den Pfosten, um den sie die Welt beneidete. Dabei war Kahn nur einer in der langen Galerie großartiger Torhüter-Ahnen, die von Toni-„Fußballgott“-Turek über Sepp-„Die Katze von Anzing“-Maier bis zu diversen Welttorhütern reicht.

Aber ein Torhüter allein kann eine schlechte Mannschaft nicht vor dem Untergang retten. Wozu er dagegen fähig ist: eine gute im Handumdrehen ins Debakel stürzen. Keine Nation weiß das besser als die englische. Deren dunkelste Zeit war geprägt von Torhütern wie David Seaman, einem Pferdeschwanz- und Schnauzbartträger, der den Ball wie ein Seehund bearbeitete, sowie dessen Nachfolgern Robert Green und Scott Carson, zwei tierischen Fliegenfängern. Mochte der Ball noch so harmlos durch den Strafraum kullern, irgendetwas Schräges fiel diesen Keepern schon ein, ihn ins eigene Netz zu bugsieren.

Am Samstag ist Manuel Neuer 35 geworden

Das deutsche Tor hütet seit elf Jahren bekanntlich ein Kerl, dessen Qualitäten als Feldspieler wenigstens Drittliga-Niveau haben, was das Spiel schnell macht, der als Schlussmann seit einem Jahrzehnt weltklasse repräsentiert. Am Samstag ist Manuel Neuer 35 geworden. Ein Torhüter, der etwas auf sich hält, fühlt sich in einem solchen Alter gerade gut eingespielt. Natürlich verschwendet auch Neuer keinen Gedanken daran, seinen Kasten zu räumen, weder beim FC Bayern noch in der Nationalmannschaft. Nie würde er freiwillig auf ein Spiel verzichten. Nur wenn eine Sehne durchhängt oder ein Knochen klappert.

Neuer orientiert sich an Italiens Gianluigi Buffon, der im schlappen Alter von 43 sein 1100. Spiel für Juventus Turin absolviert hat. In der Nationalmannschaft dankte Buffon bereits mit jugendlichen 40 ab. Darauf sollte man bei Neuer nicht wetten.

Das könnte Sie auch interessieren:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren