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Guardiola? Klopp? Und dann kam Hansi!

Guardiola? Klopp? Und dann kam Hansi!
Kommentar Von Tilmann Mehl
17.08.2020

Der schamanenhafte Guardiola dringt offenbar nicht mehr durch. Auch ein Jürgen Klopp kann mal im Achtelfinale scheitern. Und dann gibt es da noch Hansi Flick.

Die Denker unter den Fußballtrainern werden von Skepsis begleitet. Nehmen sie ihren Mannschaften nicht kreative Urgewalt, wenn sie ihnen detailliert vorschreiben, auf welchen Wegen der Ball vom eigenen Torwart in den gegnerischen Strafraum geleitet werden soll? Als mahnendes Beispiel wird seit Jahren Pep Guardiola herangezogen. Der zerdenke geradezu die wirklich wichtigen Partien seiner Mannschaft. Hier einen abkippenden Sechser, da eine Überlagerung der Seite und schließlich noch Rücksichtnahme auf die vermeintlichen Stärken von Grund auf unterlegener Gegner.

Die Resultate scheinen den Kritikern recht zu geben. Seit 2011 hat Guardiola mit seinen Mannschaften nicht mehr das Finale der Champions League erreicht. Das ist zweifellos wenig in Anbetracht der Tatsache, über welch formidables Personal der Spanier in Barcelona, München und Manchester verfügte.

Ohne Guardiola war Messi nicht erfolgreicher

Seine Triumphe mit dem FC Barcelona lassen sich im Nachhinein leicht mit den außergewöhnlichen Fähigkeiten eines Lionel Messi begründen. Irrsinnigerweise aber stand Messi, seit ihm die Fesseln Guardiolas abgenommen wurden, nur einmal im Endspiel der Königsklasse. Cristiano Ronaldo schürte die Träume Turins, mit dem zweiten Sonderbegabten des Weltfußballs die Champions League zu gewinnen. Zum zweiten Mal scheiterte Juventus vorzeitig.

Selbst der nahbare Jürgen Klopp schied dieses Jahr bereits im Achtelfinale aus. Es liegt also wohl nicht einzig am schamanenhaften Wirken Guardiolas, dass Manchester City Europas Krone bislang verwehrt geblieben ist. Mit Thomas Tuchel und Julian Nagelsmann stehen zudem zwei Trainer im Halbfinale, die sich in einer Linie mit Guardiola sehen.

Oft entscheidet Glück - außer Hansi Flick übernimmt das Steuer

Es ist schwer, sich zu viele Gedanken über ein Fußballspiel zu machen. Den Anhängern sei gegönnt, das Geschehen auf dem Feld unterkomplex zu betrachten und den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage auf motivatorische Gründe zurückzuführen. In Wahrheit aber ist das nur selten der Fall. Treffen die besten Mannschaften Europas aufeinander, entscheidet oft das Glück. Zu ausgeglichen sind die individuellen Fähigkeiten der Spieler, als dass sich große Unterschiede zwischen zwei Mannschaften ausmachen ließen. Außer Hansi Flick komponiert gerade an einer Elf, die die von Guardiola eingeleitete Ära brutal zerschmettert.

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