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Hat Jogi Löw sich dieses tolle Zeugnis selbst ausgestellt?

Kommentar Von Anton Schwankhart
01.12.2020

Die Mitteilung, mit der der DFB die weitere Zusammenarbeit mit Joachim Löw als Bundestrainer verkündete, klingt derart lobhudelnd, dass man auf die Idee kommen könnte, Löw habe sich dieses Zeugnis selbst ausgestellt.

In Abwandlung einer alten Lebensweisheit, wonach man nur der Statistik trauen sollte, die man selbst gefälscht hat, ist jenes Zeugnis das Beste, das man sich selbst ausgestellt hat. Das wussten früher schon Pennäler, die sich am Tag der Zeugnisausgabe mit einem Tintentod ins Gebüsch verzogen haben, um das völlig ungerechte Notenwerk der Lehrer ein wenig aufzuhübschen und Staunen auf die Gesichter der Eltern, Onkel und Tanten zu zaubern.

Hat die nächste Klippe gemeistert: Bundestrainer Jogi Löw.
Bild: Witters

Der Bundestrainer empfand sich ungerecht behandelt

So ähnlich scheint nun auch Jogi Löw verfahren zu sein. Der Bundestrainer empfand es als völlig ungerechnet, dass ihn das ganze Land an diesem Spanien-Sechser maß. So, als hätte er das Klassenziel nicht erreicht. Als wäre er krachend durchgefallen. So, wie vor zwei Jahren in Russland. Als Weltmeister angetreten und dann – rumms – Vorrücken aussichtslos.


Jogi Löw hat einige Ehrenrunden gedreht und ist wieder gekommen

Und was passierte? Jogi hat im Cabrio einige Ehrenrunden gedreht und ist wieder gekommen, hat erzählt, was er zukünftig alles besser machen würde und erntete den Beifall des Lehrkörpers. Weiter, immer weiter mit Jogi. Es lief gut, auch wenn es häufig nicht gut aussah. Bis zum 0:6. Jogis Vorrücken war wieder gefährdet.

Bleibt bis 2021 Bundestrainer: Joachim Löw kann seinen Kurs der Erneuerung fortsetzen.
Bild: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Der Bedrängte floh erneut in den Schwarzwald. Was er dort tat, wo doch kein Cabrio-Wetter war? Er feilte an seinem Zeugnis. Irgendeine Art Presse-Erklärung musste schließlich verlesen werden an jenem 4. Dezember zur Präsidiumssitzung, auf die der Deutsche Fußball-Bund das Land eingeschworen hatte.

Jogi Löws Zeugnis, das als Presseerklärung unters Volk kam

Aber warum so lange warten. In einem Überraschungsangriff der Marke rechts-antäuschen-links-vorbei zog der DFB seine wichtigste Personalie auf den Wochenbeginn vor. Zurück blieben verdutzte Medien samt staunender Öffentlichkeit.

In Jogis Zeugnis, die als Presseerklärung unters Volk kam, hieß es unter anderem „... hochqualitative Arbeit des Trainerstabs, das intakte Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer sowie ein klares Konzept für das bisherige und weitere Vorgehen.“ Was soll da demnächst noch schief gehen?

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