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Nationalmannschaft

15.11.2018

Jogi Löws Nachwuchstruppe überzeugt gegen Russland

Jonas Hector, Serge Gnabry und Timo Werner (von links) bejubeln hier das dritte deutsche Tor gegen die russische Auswahl.
Bild: Tay duc Lam, Witters

Die DFB-Auswahl gewinnt den Test in Leipzig klar. Vor allem die Offensive gibt Grund zur Hoffnung. Am Freitag muss das Team vor dem Fernseher bangen.

Ein Gefühl, das Joachim Löw so schon gar nicht mehr kannte. Es muss irgendwann im Jahr 2017 gewesen sein, als der Bundestrainer nach einem Länderspiel behaupten konnte, sein Plan sei voll und ganz aufgegangen. Wahrscheinlich war es nach dem 5:1-Sieg in der WM-Qualifikation gegen Aserbaidschan. Aber gut, Aserbaidschan: Von der Weltspitze so weit weg wie Thomas Müller von seiner Top-Form.

Russland aber, der Gegner am Donnerstagabend, stand immerhin im Viertelfinale der Weltmeisterschaft, schied dort erst im Elfmeterschießen gegen Kroatien aus. Die Mannschaft, die nun in Leipzig gastierte, hatte zwar verletzungsbedingt wenig mit dem WM-Team zu tun, ist aber trotzdem in einer anderen Güteklasse als die Aserbeidschans dieser Welt zu verorten. Und endlich konnte sich Joachim Löw nach einem Spiel mal wieder sagen, dass er diesmal aber viel richtig gemacht hatte. Sowohl taktisch als auch in der Auswahl seines Personals. Beim verdienten 3:0-Testspielsieg deutete die Mannschaft an, dass sie gewillt und fähig ist, die Lehren der missratenen WM zu ziehen.

Junge Startelf: Nur Neuer und Hector waren älter als 25 Jahre

Nach acht Minuten steckte Thilo Kehrer den Ball fein auf Serge Gnabry durch, der Münchner legte ab auf Leroy Sané und der musste nur noch zur frühen Führung einschieben. Kehrer, Gnabry, Sané - keiner von ihnen nahm an der Weltmeisterschaft teil. Dort versuchte sich noch Thomas Müller in der Offensive. Mittlerweile hat er seinen Stammplatz auf der Bank. Dort saß unter anderem auch Mats Hummels und weil Toni Kroos erst zum Länderspiel am kommenden Montag gegen die Niederlande zur Mannschaft stößt, war es nicht weit her mit der Ausgeglichenheit, die Löw eigentlich angekündigt hatte. Neben Manuel Neuer war der Kölner Zweitliga-Profi Jonas Hector der erfahrenste deutsche Spieler in der Anfangsformation. Auf den Anker-Positionen spielten Niklas Süle in der defensiven Zentrale und davor Joshua Kimmich, sowie der erst 19-jährige Kai Havertz.

Weil Süle in der 25. Minute nach einer Ecke den Ball überlegt aus zehn Metern ins russische Tor schob, blieb der jungen deutschen Mannschaft größerer Stress erspart, dem sie sich hätte erwehren müssen. Derart gelöst zeigte die Mannschaft, wie künftig das Spiel aussehen könnte: Hinten solide verteidigen, schnell den Weg in die Spitze suchen. Nach diesem Schema fiel auch das 3:0 fünf Minuten vor der Halbzeitpause. Havertz sah die Lücke in der gegnerischen Defensivreihe und weil er über eine vorzügliche Technik verfügt, schaffte er es auch, den Ball gefühlvoll dorthin zu spielen. Gnabry nahm an und vollendete.

Deutschland kann noch Klassenerhalt in der Nations League schaffen

Die russische Mannschaft verspürte nach der Pause wenig Lust, weitere 45 Minuten als Aufbaugegner zu dienen und verschloss den Deutschen nun geschickter die Räume. So plätscherte das Spiel recht ereignisarm dem Ende entgegen. Die 35288 Zuschauer im bei weitem nicht ausverkauften Stadion sahen es dem Team nach. Schließlich waren sie zuvor so gut unterhalten worden, wie schon lange nicht mehr von einer deutschen Fußball-Auswahl.

Den nächsten Schritt in Richtung Wiedergutmachung will die Löw-Elf am kommenden Montag in Gelsenkirchen gegen die Niederlande gehen. Möglicherweise kann dann sogar noch Abstiegs in der Nations League verhindert werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Franzosen nicht gegen Holland verlieren. Dann hätte Deutschland noch die Chance auf ein mit dem Klassenerhalt garniertes versöhnliches Jahresende. Ein Sieg - und auch dieser Plan könnte gelingen. Schon wieder.

Die Pressestimmen zum Testspiel lesen Sie hier. 

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