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Tennis

27.08.2018

Julia Görges ist bereit

Alle Energie auf die US Open gerichtet: Vergangenes Jahr war für die 29-jährige Schleswig-Holsteinerin im Achtelfinale Endstation.
Bild: afp

Heute beginnen die US Open in New York. Zu den deutschen Hoffnungen zählen neben Alex Zverev und Angelique Kerber auch die neue Nummer neun der Weltrangliste

Angelique Kerber unterhielt am Kinder-Tag der US Open auf dem Centre Court gemeinsam mit Rafael Nadal und Novak Djokovic die Tennis-Fans. Im Schatten der riesigen Arena plauderte Julia Görges gut gelaunt und wirkte bestens gerüstet, um auch beim abschließenden Grand-Slam-Turnier dieser Saison für Furore zu sorgen. Die Wimbledon-Halbfinalistin muss schon an diesem Montag gegen die russische Qualifikantin Anna Kalinskaja antreten, am Dienstag sind die Erstrunden-Matches von Kerber gegen die Russin Margarita Gasparjan und von Alexander Zverev gegen den Kanadier Peter Polansky.

Görges hat sich alle Voraussetzungen geschaffen, um auch in New York aus dem Schatten der Großen wieder ins Rampenlicht zu treten. Am vorigen Montag rückte die 29-Jährige als Nummer neun in die Top Ten der Welt. „Es ist ein super Ereignis für mich gewesen“, sagte Görges und freute sich über die einstellige Platzierung. „Es zeigt mir, dass ich die richtigen Dinge tue.“ Sie sieht die Ziffer vor dem Namen zwar mehr als statistische Angabe, aber auch als Bestätigung für die erfolgreiche Arbeit der vergangenen zwölf Monate. Bei den US Open 2017 kam Görges bis ins Achtelfinale gegen die spätere Siegerin Sloane Stephens, danach feierte sie zwei Turniersiege und gewann dabei die B-WM.

Diesmal könnte die Reise sogar zum Jahresabschluss der besten Acht nach Singapur führen. Über ihre Erwartungen mochte Görges nicht sprechen. „Ich möchte diese Saison weiterhin genießen und sehen, was dabei herumkommt. Irgendwo werde ich hinfahren“, sagte die Schleswig-Holsteinerin, für die sich das Wagnis des Umzuges nach Regensburg in ein neues Umfeld voll ausgezahlt hat. Für sie ist es wichtig, sich mit dem zu identifizieren, was sie auf dem Platz tut, trotz Drucks den Spaß zu behalten und eine glückliche Tennisspielerin zu sein. „Auch in der Niederlage zeigt sich ein Meister“, stellte Görges fest. Und bezog das durchaus auch auf das Halbfinal-Aus beim Vorbereitungsturnier am Freitag in New Haven, wo sie gegen die spätere Siegerin Aryna Sabalenka ausschied. Gegen die aufstrebende Weltranglisten-25. aus Weißrussland, die am Samstag ihren ersten Turniersieg feierte, probierte Görges Dinge aus, die ihr auch in New York zugutekommen könnten. Ihr waren vier harte Matches als Vorbereitung lieber als Training in Flushing Meadows. Dort werden neun deutsche Männer und sechs deutsche Frauen um das Rekordpreisgeld von 53 Millionen Dollar mitspielen. Antreten müssen am Montag außer Görges auch schon Mischa Zverev, Peter Gojowczyk, Tatjana Maria, Carina Witthöft und Florian Mayer, der mit diesen US Open seine Karriere als Tennisprofi beendet.

Am Dienstag wird es im renovierten Louis-Armstrong-Stadium einen deutschen Tag geben. Eröffnen wird ihn Andrea Petkovic, dann folgen Kerber und Alexander Zverev. „Ein wunderschönes neues Stadion, die Energie hier ist wunderbar“, sagte der 21 Jahre alte Hamburger, „es ist immer noch sehr speziell, hierher zu kommen.“ Der neu ins Trainerteam gestoßene Ex-Weltranglisten-Erste Ivan Lendl soll helfen, dass Zverev nun auch bei Grand-Slam-Turnieren auf die nächste Ebene vorstößt. (dpa)

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