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Formel 1

22.07.2010

Kommentar: Die fetten Jahre sind vorbei

Vettels Heimspiel - Red-Bull-Streit mit Zündstoff
Bild: DPA

In Deutschland steigt am Wochenende das Formel-1-Rennen am Hockenheim-Ring. Der Andrang ist nicht mehr so, wie er vor Jahren war, weiß Milan Sako. Doch schlecht findet er das nicht unbedingt.

Wir Menschen neigen dazu, die Vergangenheit zu verklären. Als Helmut Kohl noch Kanzler war, schimpften wir über den Pfälzer mit der Vorliebe für Saumagen und seiner einfallslosen "Weiter-so-Politik". Aber im Nachhinein war Kohl gar nicht so schlecht, wenn man es mit der Ära von Angela Merkel vergleicht, die einem andauernden Stillhalteabkommen gleicht.

In der Formel 1 war früher übrigens auch alles besser, zumindest hier in Hockenheim. Als Michael Schumacher noch der Ferrari-Familie angehörte, war der Zeltplatz schon am Donnerstag vor dem Rennwochenende pickepackevoll. Die Rotkäppchen stürmten förmlich den Ring. Fans legten für ein Wochenendticket ohne Weiteres 500 Euro hin, Tageskarten gab es praktisch nicht mehr.

Jetzt heißt es: Noch sind genügend Plätze frei und Karten zu haben. Während früher über 100.000 Zuschauer im Motodrom und an der Piste für ein Höllenspektakel sorgten, wären die Veranstalter in der aktuellen Auflage am Sonntag bereits mit der Kalkulationsmarke von 62.000 Besuchern zufrieden. Erst danach beginnt die Gewinnzone.

Kommentar: Die fetten Jahre sind vorbei

Von fetten Überschüssen, wie sie in den Boomjahren der Formel 1 üblich waren, können die Streckenbetreiber inzwischen nur noch träumen. Schlimmer noch: Wenn Formel-1-Chef Bernie Ecclestone auf seine Knebelverträge bestanden hätte, dann würden hier im Badischen zwischen Spargelfeldern und Tabakpflanzungen gar keine Formel-1-Boliden mehr im Kreis fahren. Erst nach zähen Verhandlungen mit der Ring GmbH machte Ecclestone Zugeständnisse, um den deutschen Markt nicht ganz zu verlieren.

Andererseits ist auch nicht einzusehen, warum mit unseren Steuergeldern die eh schon prallen Taschen von Ecclestone weiter gefüllt werden sollten. Die Kunden ziehen nicht mehr mit wie früher, deshalb muss sich der PS-Zirkus etwas einfallen lassen. In der Not gibt sich die Formel 1 ungeahnt volksnah. Neuester Programmpunkt: Am Samstagabend zwischen 17 und 19 Uhr kommen alle Piloten auf eine Showbühne vor der Südtribüne des Hockenheimrings und werden den Fans für Fotos und Autogramme zur Verfügung stehen. Kundenbetreuung würde es wohl ein Marketingmann nennen. Es stimmt also nicht, dass früher alles besser war. Von Milan Sako

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