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Ex-FCA-Spieler

10.09.2019

Kopfstoß: Caiuby soll 5000 Euro Schmerzensgeld angeboten haben

Caiuby wird beschuldigt, einen Mann per Kopfstoß verletzt zu haben.
Bild: Stefan Puchner (dpa)

Der Brasilianer soll einen Mann per Kopfstoß verletzt haben. Über seinen Anwalt bestreitet er den Vorwurf - zur Überraschung der Gegenseite.

Caiuby und Pünktlichkeit - das scheint nicht zusammen zu passen. Auch zur Verhandlung am Augsburger Amtsgericht erschien der 31-jährige Brasilianer nicht. Laut Aussagen seines Anwalts Fabian Krötz nicht etwa deshalb, weil er nicht kommen wollte, sondern weil er eine Flugverbindung verpasst habe: "Er hängt noch an einem Flughafen fest", so Krötz.

Zu sagen hätte Caiuby, der sich in der Verhandlung von seinem Anwalt vertreten lässt, aber einiges gehabt. In dem Prozess, der seit Montagfrüh geführt wird, geht es um den Vorwurf, dass Caiuby im Mai 2018 einen 27-jährigen Mann per Kopfstoß so schwer verletzt haben soll, dass dieser wegen einer Gehirnerschütterung fünf Tage lang arbeitsunfähig war. In den frühen Morgenstunden soll es in der Augsburger Maximilianstraße zu der Auseinandersetzung gekommen sein.

Caiuby lässt über seinen Anwalt die Vorwürfe bestreiten: "Er war gar nicht am Tatort, sondern stand einige Meter weit weg", so Krötz. Einer von Caiubys Freunden, mit denen der Brasilianer an diesem Abend unterwegs war, soll dem Mann dann den Kopfstoß verpasst haben. Der Mann war vom Amtsgericht als Zeuge geladen worden, erschien aber nicht vor Gericht.

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Das wiederum überrascht den 27-Jährigen, der in der Verhandlung als Nebenkläger auftritt. Dessen Anwalt Clemens Käuffer berichtete in der Verhandlung von einem Treffen auf der FCA-Geschäftsselle. Dabei waren das mutmaßliche Opfer, Caiuby , FCA-Manager Stefan Reuter, FCA-Finanzgeschäftsführer Michael Ströll und Käuffer selbst. "Da machte Caiuby einenzerknirschten Eindruck. Er hat da lediglich gesagt, dass es ein turbulenter Abend war und hat sich entschuldigt." Im Zuge dessen soll dem 27-Jährigen auch eine Geldzahlung in Höhe von 5000 Euro versprochen worden sein. Käuffer übermittelte Reuter sogar die Bankdaten seines Mandanten - Geld floss aber nie.

Caiuby soll geschrien haben: "Ich zahle alles!"

Der 27-Jährige bekräftigte in seiner Zeugenaussage die Vorwürfe: "Drei Leute sind aggressiv und mit erhobenen Armen auf mich zugekommen und haben mir auf der Maxstraße den Weg abgeschnitten." Dabei soll es sich um Caiuby und seine Freunde gehandelt haben, die ihn mit "Als ich mich wegdrehen wollte, habe ich von Caiuby den Kopfstoß bekommen. Dann wurde mir schwarz vor Augen, ich bin nach vorne geklappt. Und dann habe ich einen Tritt in den Hintern bekommen." Dieser Tritt sei aber nicht von Caiuby, sondern von einem seiner Freunde gekommen sein. "Ich habe noch gehört, wie Caiuby in die Menge geschrien hat: "Mir scheißegal, ich zahle alles!" Der 27-Jährige sei danach in Richtung Ulrichsplatz geflüchtet, war wegen der Gehirnerschütterung und einer Jochbeinprellung aber fünf Tage arbeitsunfähig.

Die Entschuldigung, die Caiuby bei dem Gespräch machte, sei authentisch gewesen: "Er war sehr höflich und hatte gesagt, dass ihm das leid tut." Dass der Brasilianer an diesem Abend getrunken hatte, ist unstrittig - laut seinem Anwalt Fabian Krötz sei dies aber nicht so viel gewesen, "dass eine Hemmschwelle überschritten wurde".

Für Caiuby steht bei der Verhandlung viel auf dem Spiel: Das Amtsgericht hatte gegen ihn wegen der Körperverletzung und einer Schwarzfahrt eine Strafbefehl in Höhe von 135 Tagessätzen erlassen. Zum Verständnis: Ein Tagessatz bezeichnet die Menge an Geld, die ein verurteilter Straftäter pro Tag netto zur Verfügung hat. Mit einbezogen ist in dieser Strafe die Schwarzfahrt, wegen der Caiuby Mitte Oktober 2018 bereits verurteilt worden war (Lesen Sie dazu: Wegen Körperverletzung: Caiuby soll 100.000 Euro Strafe zahlen.) Nach einem Oktoberfestbesuch im Jahr 2017 war er ohne Zugticket im Zug eingeschlafen. Dafür wurde er, weil er Wiederholungstäter war, bereits zu einer Geldstrafe von 22.500 Euro verurteilt (30 Tagessätze zu jeweils 750 Euro).

Wird der FCA-Spieler Caiuby verurteilt, gilt er als vorbestraft

Dieses Urteil ist bereits rechtskräftig. Bleibt es bei dem Tagessatz aus dem ersten Verfahren, muss Caiuby nun insgesamt 101.250 Euro Strafe (entspricht 135 Tagessätzen zu jeweils 750 Euro) zahlen.

Das Verfahren ist noch bis Montagnachmittag angesetzt.

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