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01.06.2017

Löwen brauchen heute zehn Millionen

1860 Chaos nach dem Abstieg: Es gibt kaum Spieler, keinen Trainer, keinen Geschäftsführer und ein großes Finanzloch. Wird das bis 15.30 Uhr nicht gestopft, droht dem Verein die Bayernliga

Augsburg Beim TSV 1860 München scheint nach dem Abstieg aus der zweiten Liga die Stunde null angebrochen zu sein. Bislang ist völlig unklar, in welcher Liga, mit welcher Mannschaft und in welchem Stadion der Traditionsverein kommende Saison spielen wird. Die Probleme in der Übersicht.

Der Kader

Nur sechs Spieler sollen einen Vertrag haben, der auch für die dritte Liga gültig ist: Jan Mauersberger, Ersatztorwart Max Engl und die U21-Spieler Kilian Jakob, Nico Karger, Felix Weber und Marin Pongracic. Alle anderen – etwa der vor der Saison für knapp drei Millionen Euro verpflichtete Stefan Aigner – sind ablösefrei und bringen dem Verein bei einem Weggang keinen Cent ein. Indirekt bestätigte das Stürmer Sascha Mölders in einem Facebook-Eintrag. Der Angreifer war erst vor der Saison vom FCA fest verpflichtet worden und schrieb an die Fans: „Niemand weiß, wie es hier weiter geht. Fakt ist, ich habe keinen Vertrag mehr bei 1860 München und möchte mich deswegen von Euch verabschieden.“

Die Führungsebene

Nach dem feststehenden Abstieg wurde das Führungsproblem des Vereins deutlich: Präsident Peter Caselette trat direkt nach dem verlorenen Relegationsspiel gegen Regensburg zurück, Geschäftsführer Ian Ayre hatte schon im Vorfeld der Partie nach nur zwei Monaten wieder seinen Hut genommen. Auch Trainer Vítor Pereira scheint schon weg zu sein. Mölders schrieb auf seiner Facebook-Seite: „Ich finde es traurig, dass die, die uns die ganzen Wochen diesen Weg vorgegeben haben, plötzlich alle verschwunden sind. Man hat einfach überhaupt keinen Ansprechpartner.“

Lediglich Investor Hasan Ismaik kündigte bereits an, auch im Falle eines Abstiegs den Verein weiterhin unterstützen zu wollen. Allerdings ist diese Unterstützung an die Erfüllung von Forderungen geknüpft, die er gestellt hat. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung konfrontierte der Jordanier noch vor dem Relegationsspiel den Verein mit teils unerfüllbaren Wünschen – ansonsten würde er seine Unterstützung zurückziehen. Auslöser war, dass die Münchner bei Ismaik angefragt hatten, wann mit der Zahlung der für die Zweitliga-Lizenz benötigten 23,1 Millionen Euro an die Kapitalgesellschaft für die Profiabteilung (KGaA) zu rechnen sei. Ismaik aber fordert dafür unter anderem die partielle Abschaffung des Weisungsrechts des Vereins an den Geschäftsführer der KGaA. Das würde aber gegen die Regularien der DFL verstoßen.

Diese Darstellung wurde gestern von den beiden Vizepräsidenten Heinz Schmidt und Hans Sitzberger bestätigt. Der Jordanier habe „sein finanzielles Engagement zur Erfüllung der Lizenzbedingungen bereits im Vorfeld der Relegationsspiele ligaunabhängig an eine Reihe von Forderungen geknüpft“, schrieben sie in einer Mitteilung des Vereins. Diese Forderungen könne der Verein „aus rechtlichen und organisatorischen Gründen in der gewünschten Form nicht erfüllen“. Das wiederum sieht Ismaik anders. Er glaubt nicht, „dass meine Forderungen in irgendeiner Weise anrüchig sind“, wird er in einer Stellungnahme der KGaA zitiert.

Die Finanzen

Der Klub braucht bis heute um 15.30 Uhr zehn Millionen Euro, um die Lizenz für Liga drei zu erhalten. Ob das gelingt, hängt davon ab, ob Ismaik zahlt. Rainer Koch, DFB-Vizepräsident und Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV), sagte dazu: „Die Lizenz ist nicht zu erlangen, ohne dass es zu weiteren Zahlungen von Herrn Ismaik kommt.“ Im schlimmsten Fall droht ein Absturz nicht nur in die Regionalliga, sondern in die Bayernliga. Immerhin ist laut Schmidt und Sitzberger das kommende Jahr im Nachwuchsbereich, dem einstigen Prunkstück des Klubs, gesichert.

Das Stadion

Vertraglich sind die Löwen auch in der dritten Liga an die ungeliebte Münchner Allianz-Arena gebunden. Für viele Anhänger des Traditionsvereins ist der Einzug der Sechziger in das Stadion und die damit verbundenen Verpflichtungen der Anfang vom Ende gewesen. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter hat dem TSV 1860 München nun Unterstützung für den Fall eines angestrebten Stadionumzugs zugesagt. Das Grünwalder Stadion sei von der Stadt ausgebaut worden und grundsätzlich tauglich auch für Drittligaspiele. Trotzdem wäre für den Spielbetrieb ein Konzept nötig, das auch alle sicherheitsrelevanten Fragen berücksichtige, bemerkte Reiter. Nach den Randalen im Spiel gegen Regensburg droht nun erst einmal eine Geisterkulisse mit dem Ausschluss der Fans.

Die Zukunft

Wer ist beim TSV 1860 München überhaupt noch weisungsbefugt, Entscheidungen zu treffen? Derzeit weiß das wohl selbst innerhalb des Vereins niemand. Sinnbildlich ist diese Episode: Pressesprecherin Lil Zercher hatte direkt nach dem Abstieg verkündet, dass keiner der Verantwortlichen für Presseauskünfte zur Verfügung stehen würde. Auf die Gegenfrage, wer überhaupt noch verantwortlich sei, musste Zercher zugeben: Das wisse sie selbst nicht. Fest steht derzeit nur der Starttermin für das Auftaktspiel der dritten Liga: Die Saison wird am 21. Juli beginnen – mit oder ohne die Löwen.

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