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Bundesliga

20.01.2019

Michael Esser, der traurige Rekordmann aus Hannover

Michael Esser hielt beim 0:1 gegen Bremen 14 Torschüsse - kein anderer Bundesliga-Torwart kam seit Erfassung der Daten auf einen besseren Wert.
Bild: Tay duc Lam, Witters

Der Keeper von Hannover 96 stellte beim 0:1 einen Bundesliga-Rekord auf und hätte beinahe für eine irre Pointe gesorgt.

Der beste Spieler des Bundesliga-Wochenendes ist diesmal ein Torhüter. Aber welcher? Yann Sommer, der Schlussmann von Borussia Mönchengladbach, hat gegen Leverkusen ein bärenstarkes Spiel abgeliefert und verhinderte gleich mehrfach ein Gegentor. Kein einziger der vielen der Schüsse auf sein Tor landete im Kasten, der Schweizer hatte mit 67 Ballkontakten sogar die meisten aller Gladbacher Kicker und damit einen großen Anteil am 1:0-Sieg. Und dennoch geht diese Auszeichnung diesmal einem anderen Keeper: Michael Esser.

Dem Hannoveraner Torwart war es allein zu verdanken, dass es für die Niedersachsen im Heimspiel gegen Werder Bremen kein Debakel gab. Esser stellte beim 0:1 einen Bundesliga-Rekord auf: Er hielt 14 Bälle, mehr hat noch kein Keeper seit Einführung der Spielerdaten in der Bundesliga pariert. Gegen den einzigen Torschützen Milot Rashica zeigte er gleich zwei Riesenparaden.

Esser hielt nicht nur sein Team im Spiel, sondern schlug auch die beste 96-Flanke

Beinahe wäre dem 31-Jährigen sogar noch die Schlusspointe gelungen. In einem Spiel, das unter normalen Verhältnissen in den Schlussminuten längst entschieden hätte sein müssen, schlug der nach vorne geeilte Torwart kurz vor dem Ende sogar noch eine Flanke auf Nicolai Müller – es war die beste des gesamten 96-Spiels. Müller konnte die Vorlage seines Keepers aber nicht verwerten. Damit bleibt Esser wenig außer dem traurigen Rekord.

Dieser sei ihm egal, versicherte er nach Abpfiff. Statt Punkten gab es reichlich Lob vom Gegner: Werder-Trainer Florian Kohfeldt sagte, dass seine Mannschaft nur am „überragenden Torwart von Hannover“ gescheitert ist. Es sind Komplimente, auf die der Keeper aus Castrop-Rauxel gerne verzichtet hätte. Denn nach seinem Abstieg aus der Bundesliga mit Darmstadt 98 vor zwei Jahren droht ihm dasselbe Szenario nun mit Hannover 96. Derzeit deutet wenig darauf hin, dass Essers Mannschaft noch den Umschwung schafft und die Klasse hält.

Im 1000. Bundesligaspiel war der Schlussmann der einzige, der sein Bundesliga-Niveau nachweisen konnte. Seit sieben Spielen wartet Hannover nun schon auf einen Sieg. Trainer André Breitenreiter fordert vehement neue Spieler, diesem Ansinnen erteilte Manager Horst Heldt aber eine Absage. Derzeit scheint Hannover tatsächlich nur im Tor konkurrenzfähig zu sein.

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