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Formel 1

10.04.2018

Nach Bahrain-Unfall: Der gefährliche Job in der Boxengasse

Berufsrisiko: Ferrari-Mechaniker Francesco Cigarini erleidet beim Unfall in der Boxengasse einen Beinbruch. Trotz regelmäßigen Übens lassen sich Unfälle im Servicebereich nicht vermeiden.
Bild: Giuseppe Cacace, AP/dpa

Formel 1-Mechaniker leben gefährlich. Das zeigte sich am Sonntag beim Großen Preis von Bahrain. Kimi Räikkönen fuhr wegen einer Technikpanne einen Monteur um.

Kazuki Nakajima wird niemals seinen ersten Formel-1-Boxenstopp vergessen. Viel zu schnell rauscht der Japaner im Williams zum Reifenwechsel heran und fährt gleiche mehrere Mechaniker um, die auf Tragen aus der Gasse gebracht werden. Der Japaner legt einen turbulenten Start hin: Mit dem Grand-Prix-Debüt 2007 baut er gleich seinen ersten Unfall. Der Crash läuft glimpflich ab.

Die Boxengasse zählt zu den brenzligsten Orten der Formel 1. Mechaniker leben seit jeher gefährlich, aber auch Kameraleuten sind umherfliegende Reifen beinahe zum Verhängnis geworden. Das jüngste Beispiel dafür, wie riskant der Job der Männer in den feuerfesten Overalls ist, liefert Kimi Räikkönen in Bahrain ab. Der Finne bekommt die Rausfahrerlaubnis, obwohl noch nicht alle Räder gewechselt sind.

Als der 38-Jährige losfährt, trifft er mit seinem Wagen den Mechaniker Francesco Cigarini, der verletzt liegen bleibt. Der Unfall geht vergleichsweise glimpflich aus. Ferrari wird die Strafe gerne bezahlen und glücklich sein, dass nicht mehr passiert ist.

Das Unfallrisiko für Mechaniker in der Formel 1 ist groß

Wo 750 PS starke Boliden und Menschen die Wege kreuzen, kann es nur darum gehen, die Möglichkeit und Zahl der Kollisionen so klein wie möglich zu halten. Zwar gilt ein Tempolimit von meist 80 Stundenkilometern in der Boxengasse.

Im Abschlusstraining war für Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen die Welt noch in Ordnung. In seinem Formel1-Flitzer legte er die Bestzeit hin. Im Rennen kam zum Unfall in der Boxengasse.
Bild: Luca Bruno, dpa

Doch wer bedenkt, mit welchem Millionen-Aufwand die Formel 1 versucht, Zehntelsekunden auf der Strecke durch bessere Aerodynamik, schnellere Reifen oder größere Bodenhaftung zu gewinnen, der wird verstehen, dass auch beim Boxenstopp jeder Wimpernschlag zählt.

Boxen-Crews üben jeden Handgriff immer und immer wieder

In der Garagenstraße geht es um Sieg oder Niederlage. Deshalb üben die Crews hunderte Male den Reifenwechsel, vor und während der laufenden Saison. Immer wieder, jeder Handgriff muss sitzen.

Melbourne: Am 25. März startet die Saison in Australien. Sieger war im Vorjahr Sebastian Vettel.
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Bild: Andy Brownbill, dpa

Den Boxenstopp-Weltrekord halten mit 1,92 Sekunden Red Bull aus dem Jahr 2013 und Williams 2016. Die Mechaniker schwitzen während der Arbeitszeit im firmeneigenen Fitness-Studio, um für den Knochenjob am Schlagschrauber perfekt präpariert zu sein. Nur so kann die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls minimiert werden. Ganz ausschließen kann man ihn nie.

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